Ein bisschen Verschnaufen dank UPW – eine Zwei-Zimmer-Wohnung für den Übergang

Unser Alltag mit der Wohnungssuche ist ziemlich zäh und langweilig. Die Euphorie hat nachgelassen. Ich versuche einen Termin bei der Behörde für Wohnungsnotfälle zu bekommen. Aber schon am Telefon wird mir gesagt, dass es bei dieser Behörde keinerlei Unterstützung gibt. Bis auf den Dringlichkeitsschein, den wir bereits haben. Wir hatten den Tipp bekommen, dass wir dort Hilfe bekommen können. Leider arbeiten die Behörden je nach Bezirk unterschiedlich und in der Behörde für Wohnungsnotfälle in Bergedorf werden für Geflüchtete nur die Scheine ausgestellt. Da die Familie in Bergedorf gemeldet ist, macht es auch keinen Sinn sich in den Behörden anderer Bezirke zu erkundigen. Wieder eine Sackgasse.

Es hilft also alles nichts, wir lesen brav weiter alle Anzeigen im Internet, bewerben uns auf unzählige Wohnungen, bekommen ab und zu einen Termin zur Besichtigung und immer wieder Absagen. Mit einem Bürgen wäre es weniger ein Problem, aber den haben wir leider nicht. Auf eine Anzeige bei Ebay Kleinanzeigen kommen viele Anschreiben, leider aber keine, die zu einer Wohnung führen. Das große Problem der Wohnungen, die im Internet angeboten werden, ist der Preis. Sie sind oft um einiges teurer als bei den Genossenschaften. Viele von den angebotenen Wohnungen könnte die Familie sich jetzt noch leisten, da das Jobcenter sie übernehmen würde. Aber die Familie sucht nach einer Wohnung, in der sie auch langfristig bleiben kann. Wir schauen also auch, ob die Wohnung auch dann bezahlbar ist, wenn die Eltern arbeiten. In den meisten Fällen erscheint uns das allerdings unrealistisch.

In der Zwischenzeit darf die Familie umziehen, in die so genannten Unterkünfte mit der Perspektive Wohnen (UPW). Die neue Unterkunft besteht nicht aus Containern mit Gemeinschaftsbad und Küche, sondern es handelt sich um ganz normale Mehrfamilienhäuser mit separaten Wohneinheiten. Eine ganze Siedlung ist gerade im Entstehen. Sie sind eine der ersten Familien, die dort einziehen. Die Wohnungen gefallen allen sehr. Endlich ein eigenes Bad, eine eigene Küche. Die Familie bekommt eine Zwei-Zimmer-Wohnung. Uns wurde gesagt, die Stadt Hamburg baut mehrere Siedlungen dieser Art. Die ersten 10 Jahre dienen sie als Notunterkünfte für Geflüchtete und anschließend werden sie auf dem freien Wohnungsmarkt vermietet. Wir sind in jedem Fall glücklich über den Umzug. Und der Druck, so schnell wie möglich eine Wohnung zu finden, lässt nach.

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