Wohnungssuche für eine Familie (Zwischenstand, Mai 2017)

Mein Projekt besteht darin, eine syrische Familie bei der Wohnungssuche zu begleiten. Das Ziel zum Semesterende soll ein unterschriebener Mietvertrag sein. Die Familie lebt seit anderthalb Jahren in Hamburg, momentan in einer Folgeunterkunft im Bezirk Bergedorf. Sie erfüllt alle Voraussetzungen, um eine Wohnung in Hamburg anzumieten. Voller Optimismus stürzten wir uns in die Suche.

Zunächst suchten wir die Behörde für Wohnungsnotfälle auf. Dort bekamen wir sofort einen Dringlichkeitsschein.

Als zweiten Schritt füllten wir Mietinteressentenbögen von unzähligen Baugenossenschaften aus. Unter anderem bei der SAGA und Bergedorf-Bille. Die Angebote, die wir bisher bekommen haben, kann man an einer Hand abzählen.

Bei den Besichtigungen, zu denen wir eingeladen wurden, kamen viele weitere Interessenten. Bei den Besichtigungen mussten wir erneut die Mietinteressentenbogen ausfüllen. Nach keiner der Besichtigungen bekamen wir eine Antwort. Auf Nachfrage wurde uns abgesagt. Erneut schrieben wir die Genossenschaften an. Leider gibt es momentan nur wenige freie Wohnungen auf dem Markt.

Wir fingen an im Internet auf Seiten wie Immonet, Immoscout, Ebay Kleinanzeigen oder Immopionier zu suchen. Das zerschlug unsere Zuversicht endgültig. Viele Wohnungen werden hier über Makleragenturen vermittelt. Auch hier bekamen wir von den meisten keine Antwort. Am Telefon wurde mir von einer Maklerin ganz eindeutig gesagt, sie kenne die Vermieter und es mache keinen Sinn sich als Flüchtling zu bewerben. Andere haben es nicht so deutlich ausgesprochen, aber man konnte dasselbe vermuten.

Wir machten uns also auf die Suche, um Hilfe zu bekommen, weil der Weg der „regulären Bewerbung“ uns doch als schwierig erschien. Die Wohnbrücke und die Wohnungslotsen vom Verein für Völkerverständigung waren die ersten Anlaufstellen. Bei der Wohnbrücke warten wir jetzt auf einen Termin und bei den Wohnungslotsen waren wir bereits bei zwei Besichtigungen. Es ging alles ganz schnell, und die Familie hat eine Wohnung angeboten bekommen. Die Wohnungen sind in der Regel für die Geflüchteten reserviert. In diesem Fall wurde die Wohnung allerdings von Mitgliedern der Genossenschaft doch kurzfristig angemietet.

Die Wohnungslotsen arbeiten unter anderem mit der Bergedorf-Bille und der SAGA in Hamburg zusammen. Und da die Familie bereits Paten hat, die sie begleiten, sind die Chancen eine Wohnung zu bekommen hoch. Alternativ dazu möchten wir uns in den nächsten Schritten bei der Behörde für Wohnungsnotfälle melden. Dort gibt es ebenfalls Hilfe bei Wohnungsvermittlungen. Weiterhin schreiben wir unterschiedliche Genossenschaften und Makler an.

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