Vortragsreihe Wintersemester 2016/17

18. Oktober 2016 | Von Syrien nach Europa. Flucht auf der Balkanroute – ein Fotovortrag | Erik Marquardt, Fotojournalist
Erik Marquardt ist freier Fotojournalist und Politiker bei Bündnis 90/DIE GRÜNEN. Er war von 2011 bis 2013 im Vorstand des „freien zusammenschlusses von studentInnenschaften“ (fzs). Bis November 2015 war er Bundessprecher der GRÜNEN JUGEND, seitdem ist er Mitglied im Parteirat von Bündnis 90/DIE GRÜNEN. Seine Fotografien und Videos von der Fluchtroute wurden unter anderem bei Spiegel Online, Arte und im Tagesspiegel veröffentlicht. Sie zeigen Leid und Hoffnung der Flüchtlinge und der freiwilligen Helfer. Hier geht es zu seiner Homepage.

Fünfzehnmal war Erik Marquardt seit August 2015 auf der Fluchtroute über den Balkan unterwegs. Dabei hat er den Weg der Flüchtlinge von der Türkei bis nach Deutschland fotografisch festgehalten und versucht die Menschen auf ihrem schweren Weg zu unterstützen.
In seinem Fotovortrag schildert er Eindrücke, Erlebnisse und Probleme auf der Fluchtroute. Er berichtet von den ankommenden Flüchtlingsbooten und der Freude am Strand, stellt den beschwerlichen Weg bis zur österreichischen Grenze dar und macht damit die Situation der Geflüchteten anschaulich. Außerdem wird er von der aktuellen Situation in Griechenland nach der Grenzschließung berichten.
Was bewegt Menschen zur Flucht? Aus welchen Gründen machen sie sich auf den lebensgefährlichen Weg? Mit welchen Herausforderungen sind sie täglich konfrontiert? – Im Anschluss an den Vortrag ist Raum zur Diskussion.


Bildkommentar: Skala sykaminea, Lesbos – Griechenland – 25.10.2015 – „Verschiedenes“ – Auf der Ägäis-Insel Lesbos kommen täglich Tausende Füchtlinge an. Die Überfahrt wird durch die schlechten Wetterbedingungen im Herbst zunehmend schlechter. Teilweise müssen die Flüchtlinge auf der Insel tagelang unter schlechten Bedingungen auf die Registrierung warten. – Bild zeigt: Ein Rettungsschwimmer weist ein ankommendes Flüchtlingsboot ein.

25. Oktober 2016 | Refugee Rights – Aspirations and Reality in USA, Germany/Europe and South Africa | Madaline M. George J.D., Lawyer

Madaline M. George J.D. ist eine auf Internationale Menschenrechte und Internationales Öffentliches Recht spezialisierte Anwältin. Sie hat an der Vanderbilt University, Nashville, Tennessee und an der Washington University School of Law, St. Louis, Missouri studiert.

Als Research Fellow war Madaline M. George am Whitney R. Harris World Law Institute in St. Louis, USA tätig und hat mehrere Jahre in Südafrika für Lawyers For Human Rights (LHR) gearbeitet.

Sie hat umfangreiche professionelle Erfahrung mit Fällen von Asylsuchenden und Geflüchteten aus allen Regionen der Welt und setzt sich zudem privat viel für Menschenrechte ein. Unter anderem ist sie Mitbegründerin der Organisation Citizen of the World (COTW, „growing network that collaborate to develop local solutions to global problems“; ein Besuch der Homepage lohnt sich).

Hier können Sie die Folien zum Vortrag als PDF herunterladen:

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31. Oktober 2016 | Diskussionsveranstaltung mit Expert/innen aus Politikwissenschaft und Journalismus | Europa zwischen Revolution und Reform. Was sagt uns das Krisenmanagement von heute über das Europa von morgen?

Europa zwischen Revolution und Reform.
Was sagt uns das Krisenmanagement von heute über das Europa von morgen?

Diskussionsveranstaltung mit Expert/innen aus Politikwissenschaft und Journalismus im Rahmen der Evangelischen Akademiewoche 2016

Termin: Montag, 31. Oktober 2016, 18:15 bis 20:30 Uhr
Ort: Universität Hamburg, Von Melle Park 6, 20146 Hamburg, Hörsaal Phil C

Gäste: Prof. Dr. Dr. h.c. Werner Weidenfeld (Direktor des C·A·P und Professor für Politische Wissenschaft an der LMU München), Dr. Martin Kahl (Experte für Neue Sicherheitsstrukturen in Europa, Theorien der Internationalen Beziehungen u.a., Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik, Hamburg), Caterina Lobenstein (Redakteurin im Ressort Wirtschaft, DIE ZEIT)

Vortrag von Dr. Martin Kahl zum Download: LINK
Vortrag von Caterina Lobenstein zum Download: LINK (folgt)

Moderation: Paul Steffen (Leitung der Jungen Akademie für Zukunftsfragen, Ev.-Luth. Kirchenkreis Hamburg-West/Südholstein), Cornelia Springer, M.A. (Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Fakultät für Geisteswissenschaften, Universität Hamburg)

Die Finanzkrise mit Griechenlan­­­d als Epizentrum, die russischen Interventionen in der Ukraine und die große Anzahl von Geflüchteten auf ihrem Weg nach Europa, das waren die großen Herausforderungen der vergangenen Jahre. Und nun steigt noch Großbritannien aus der EU aus. Liest man die Texte zur Verleihung des Friedensnobelpreises an die EU im Jahre 2012, mag man glauben, das käme aus einer anderen Zeit – vor Wiederaufrüstungsprogrammen, Grenzsicherungsregimen, Wirtschaftssanktionen und Rechtspopulismus innerhalb Europas. Am Schwerpunkt der Flüchtlingspolitik wollen wir reflektieren, ob europäische Regierungen europäische Werte abschaffen und die EU eine Revolution von Rechts durchmacht, oder ob die Veränderungen ein Set von einfach reversiblen Reformen darstellen.

Die Veranstaltung wurde in Kooperation der Jungen Akademie für Zukunftsfragen und des Studiendekanats der Fakultät für Geisteswissenschaften der Universität Hamburg durchgeführt.

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08. November 2016 | Bilder von Geflüchteten im öffentlichen Raum | Paul Steffen, Dozent

Paul Steffen ist seit 2010 Leiter der Jungen Akademie für Zukunftsfragen (JAfZ) (Hyperlink http://jafz.org/) in der Ev.-Luth. Nordkirche und seit 2015 Leiter der Fachstelle für Engagementförderung. Er ist studierter Politikwissenschaftler, und hat sich schon in seiner Magisterarbeit schwerpunktmäßig mit Vorurteilen, Stereotypen und Feindbildern befasst. Später hat er in der Jugend- und Erwachsenenbildung Vorurteilsforschung betrieben und als Dozent in der Hochschule für angewandte Wissenschaften (HAW) Zukunftsforschung und Medienanalyse gelehrt.
22. November 2016 | Freiwilliges Engagement in der Flüchtlingsarbeit als Berufsvorbereitung und Qualifizierung für Akademiker/innen? | Pia-Mareike Heyne, Caritas


Pia-Mareika Heyne hat in Heidelberg Politische Wissenschaft auf Bachelor studiert und an der Lancaster University einen Master in Internationalem Recht erworben. Sie ist beim Caritasverband für Hamburg e.V. als Projektkoordinatorin tätig. Zuvor hat sie im Unterkunfts- und Sozialmanagement bei f&w fördern und wohnen AöR gearbeitet.

29. November 2016 | Critical Whiteness – ein wichtiges Thema für Freiwillige in der Arbeit mit geflüchteten Menschen | Tsepo Bollwinkel, Autor
VORTRAG „Critical Whiteness – ein notwendiges Thema für Freiwillige in der Arbeit mit geflüchteten Menschen“ als PDF zum Download

Tsepo Bollwinkel ist im deutschen Exil aufgewachsener Südafrikaner. Seit über einem Jahrzehnt arbeitet er aktivistisch als Autor, Referent und Trainer zu Schwarzer Identität, Critical Whiteness und SOGI (Sexual Orientation and Gender Identity) Themen. Weitere Informationen zu seiner Person und seiner Arbeit finden Sie auf seiner Homepage.

Weiterführende Literatur:

https://www.unrast-verlag.de/images/stories/virtuemart/product/3-89771-440-X.jpg

Susan Arndt, Maureen Maisha Eggers, Grada Kilomba, Peggy Piesche (Hg.): Mythen, Masken und Subjekte. Kritische Weißseinsforschung in Deutschland. Unrast Verlag, 2009.

https://www.unrast-verlag.de/images/stories/virtuemart/product/978-3-89771-501-1.jpg

Susan Arndt, Nadja Ofuatey-Alazard (Hg.): Wie Rassismus aus Wörtern spricht. (K)Erben des Kolonialismus im Wissensarchiv deutsche Sprache. Ein kritisches Nachschlagewerk. Unrast Verlag, 2011.

06. Dezember 2016 | Zwischen Exklusion und Turbointegration. Alternative Lösungsansätze für eine lebenslagenorientierte Teilhabe von Geflüchteten am Arbeitsmarkt | Franziska Voges, passage GmbH

Franziska Voges ist Mitarbeiterin bei der passage gGmbH, einer gemeinnützigen Gesellschaft für Arbeit und Integration in Hamburg. Sie ist dort im Bereich Migration und internationale Zusammenarbeit tätig. Gemeinsam mit Maren Gag koordiniert sie durch Bund, Land und Europäischer Sozialfonds (ESF) geförderte Projekte zur Arbeitsmarktintegration von Migrantinnen und Migranten sowie Geflüchteten. Diese operieren in dem unter dem Namen FLUCHTort Hamburg bekannten Netzwerk. Aktuell sind es die Projektverbünde FLUCHTort Hamburg 5.0 und Chancen am FLUCHTort Hamburg.Publikation: Maren Gag, Franziska Voges (Hrsg.): Inklusion auf Raten. Zur Teilhabe von Flüchtlingen an Ausbildung und Arbeit. Waxmann Verlag (Münster, New York) 2014.

13. Dezember 2016 | Grundinformationen Asyl- und Ausländerrecht für Flüchtlingsunterstützer/innen | Claudius Brenneisen, Rechtsanwalt, flucht.punkt

Claudius Brenneisen ist Rechtsanwalt in Hamburg und neben Strafrecht auf ausländerrechtliche Fragen spezialisiert. Er vertritt und berät zu folgenden Themen:

  • Aufenthaltsrecht
  • Asyl-/Flüchtlingsrecht
  • Ausweisungen
  • Visa
  • Beschäftigungserlaubnis
  • Blue Card EU
  • Freizügigkeit EU-Bürger und Familienangehörige
  • Familienzusammenführung
  • Einbürgerung

Claudius Brenneisen ist u.a. für die kirchliche Beratungsstelle flucht.punkt in Hamburg tätig.

Seit mehreren Jahren hält er Vorträge an Hochschulen, in Bildungseinrichtungen, Verbänden, Unternehmen und sozialen Einrichtungen zu Aspekten des Ausländer- und Flüchtlingsrechts.

Mehr Informationen zu seiner Arbeit finden Sie auf seiner Homepage.

Hilfreiche Broschüre:

 

10. Januar 2017 | Veröffentlichen im Netz trotz Urheberrecht – Grundregeln & Tipps (Workshop) | Christian Friedrich
Hier könnt ihr den Vortrag von Christian Friedrich als PDF herunterladen:
Veröffentlichen im Netz trotz Urheberrecht – Grundregeln & Tipps
10. Januar 2017 | Pegida, Neue Rechte, AfD – Zur Entwicklung Rechter Einstellungen und Strukturen im Kontext der Einwanderungsdebatte | Andreas Speit, freier Journalist, Autor

Andreas Speit lebt in Hamburg und schreibt als freier Journalist u.a. für die taz Hamburg, den Freitag oder blick nach rechts. Er ist Autor und Herausgeber diverser Bücher zum weiten Feld Rechtsextremismus, Rechtspopulismus und Neonazismus in Deutschland.

Im Oktober 2016 erschien sein jüngstes Buch: „Bürgerliche Scharfmacher: Deutschlands neue rechte Mitte – von AfD bis Pegida“, Orell Füssli Verlag.

Einige seiner vorherigen Publikationen:

  • Europas radikale Rechte. Bewegungen und Parteien auf Straßen und in Parlamenten (mit Martin Langebach), Orell Füssli Verlag, Zürich 2013
  • Blut und Ehre. Geschichte und Gegenwart rechter Gewalt in Deutschland (Hrsg. mit Andrea Röpke), Chr. Links Verlag 2013.
  • Mädelsache! Frauen in der Neonazi-Szene. (mit Andrea Röpke) Chr. Links Verlag, Berlin 2012.
  • Neonazis in Nadelstreifen. Die NPD auf dem Weg in die Mitte der Gesellschaft. (erste Auflage 2008) 3. aktualisierte Aufl. Chr. Links Verlag, Berlin 2010.
  • Braune Kameradschaften. Die neuen Netzwerke der militanten Neonazis. (erste Aufl. 2004) Chr. Links Verlag, Berlin 2010.

16. Januar 2017 | Ganztägiger Workshop: Critical Whiteness – Weißsein erleben. Kritische Begegnung mit einem Privileg | Tsepo Bollwinkel, Autor
Tsepo Andreas Bollwinkel ist Aktivist für soziale Gerechtigkeit. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Black Consciousness, Critical Whiteness und SOGI Themen (sexuelle Orientierung und geschlechtliche Identität). Er ist Beirat in der ISD (Initiative Schwarze Menschen in Deutschland e. V.), freischaffender Autor und Referent. Weitere Informationen zu seiner Person und seiner Arbeit finden Sie auf seiner Homepage.

Referent: Tsepo Bollwinkel, Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD) e.V.

Termin: 16. Januar 2017
Zeit: 9 bis 16 Uhr
Anmeldung per Mail: cornelia.springer@uni-hamburg.de

Der Tagesworkshop ist eine kompakte Einführung in das unbekannte Phänomen Weißsein, seine Geschichte und seine Folgen. Die Teilnehmenden erhalten die Chance, einen nicht immer angenehmen Blick in einen Spiegel zu werfen – den Spiegel einer nichtweißen Sicht auf ihr Weißsein. Am Ende des Tages haben hoffentlich alle die Ermutigung erfahren, sich mit ihrer eigenen weißen Identität, mit den gesellschaftlichen Ausprägungen weißer Vorherrschaft und mit Wegen aktiver persönlicher und gesellschaftlicher Veränderung weiter intensiv auseinanderzusetzen.

Materialordner für Teilnehmer/innen des Workshops (passwortgesichert)

17. Januar 2017 | Herkunftsregionen und Fluchtursachen: Der eritreische Nationaldienst und seine Auswirkungen auf die Gesellschaftsstruktur | Dr. Nicole Hirt, freie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Afrika-Kunde/GIGA Insitut für Afrika-Studien

Die Präsentation zum Download:


Dr. Nicole Hirt ist freie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Afrika-Kunde/GIGA Insitut für Afrika-Studien und dort zuständig für Eritrea, Äthiopien und Djibouti. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Frieden und Sicherheit, Diasporas, Transnationalismus und Sanktionsforschung. Über ihre Publikationen können Sie sich auf der Homepage des Instituts informieren.

Kurz-Vita

  • 1999 – 2014: Freie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Afrika-Kunde/GIGA Insitut für Afrika-Studien
  • 1999 – 2012: Wissenschaftliche Mitarbeiterin am GIGA Institut für Afrika-Studien unter anderem im Projekt: „Die Folgen der strukturellen Militarisierung der eritreischen Gesellschaft“
  • Seit 08/2010: Selbständige Tätigkeit als Consultant
  • 2003 – 2006: Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Hamburg im Forschungsprojekt „Friedensräume in Eritrea und Tigray unter Druck“
  • 2001 – 2003: Assistant Professor an der University of Asmara, Eritrea, Department of Political Science
  • Studium: Sozialpädagogik an der Berufsakademie Heidenheim; Politikwissenschaft und Soziologie an der Universität Tübingen; Promotionsstudium an der Universität Hamburg, 2000 Promotion zur Dr. phil.

Kurzbericht zum Vortrag „Der eritreische Nationaldienst und seine Auswirkungen auf die Gesellschaftsstruktur“

Exkurs: Wie funktioniert das mit den Rücküberweisungen von Deutschland nach Eritrea?

24. Januar 2017 | Herkunftsregionen und Fluchtursachen: Syrien und Irak. Konfliktgeschichte und aktuelle Lage | Dr. André Bank, wissenschaftlicher Mitarbeiter am GIGA Institut für Nahost-Studien

Folien zum Dowload:


Dr. André Bank hat Politikwissenschaft, Islamkunde und Soziologie an der Eberhard-Karls Universität Tübingen und der University of Washington in Seattle/USA studiert und an der Philipps-Universität Marburg zum Thema „Regionale Kriege und lokale Ordnungen im Nahen Osten: Irak, Palästina und neue Herrschaftsformen in Jordanien“ promoviert.

Seit 2010 ist André Bank wissenschaftlicher Mitarbeiter am GIGA Institut für Nahost-Studien (German Institute of Global and Area Studies, Institute of Middle East Studies), einem unabhängigen Forschungsinstitut mit Sitz in Hamburg.

Hier leitet er zur Zeit das Forschungsprojekt „Neben-Kriegsschauplätze: Der Syrienkrieg in Jordanien“, das von der Deutschen Stiftung Friedensforschung gefördert wird. Zudem ist er der Sprecher des internationalen Forschungsnetzwerks IDCAR (International Diffusion and Cooperation of Authoritarian Regimes).

André Bank forscht aktuell zu folgenden Themen: Regionale Erklärungsfaktoren für Autoritarismus, Staatlichkeit und politische Herrschaft im Nahen Osten (v.a. Jordanien und Syrien), Krieg in Syrien, Regionalpolitik und das Verhältnis von Arabismus und Islamismus. Er ist spezialisiert auf die Länder und Regionen Jordanien, Syrien, Palästina/Israel und Türkei (Nahostpolitik).