Vortragsreihe Sommersemester 2017

Die Vorträge finden jeweils am Dienstag, 18-20 Uhr c.t. in der Edmund-Siemers-Allee 1, 20146 Hamburg, Hörsaal ESA K statt.

Für mehr Informationen zu den einzelnen Terminen klicken Sie diese bitte an:

11. April 2017 | Weltflüchtlingsproblematik und die Rolle Europas | Norbert Trosien, Associate Protection Officer, UNHCR Representation for Germany

Präsentation als PDF zum Download:

Norbert Trosien (*1969) ist Associate Protection Officer in der UNHCR Representation for Germany in Berlin. Nach einer Ausbildung zum KFZ-Mechaniker hat er das Abitur abgelegt, 1993 ein Studium der Rechtswissenschaften und der Lateinamerikanistik an der Freien Universität Berlin und der Humboldt-Universität Berlin aufgenommen und dieses 1999 mit dem Ersten Juristischen Staatsexamen abgeschlossen. 2000 begann er ein Referendariat beim Kammergericht Berlin und legte 2002 sein Zweites Juristisches Staatsexamen ab. 2002/03 erwarb er seine Zulassung und konnte die Tätigkeit als Rechtsanwalt in Berlin aufnehmen. Seit 2004 arbeitet er in der Rechtsabteilung von UNHCR Deutschland. Seine hauptsächlichen Arbeitsscherpunkte sind: Rechte anerkannter Flüchtlinge, Resettlement und Legale Zugangswege zu angemessenem Schutz, Integration von Flüchtlingen. 2014 war bei einem Nothilfeeinsatz in Yida (Südsudan) im Einsatz, 2016 in Molyvos (Griechenland).

Weiterführende Literatur:

18. April 2017 | Migration als Lebensstil. Flucht, Diaspora und politische Ökonomie der Migration in Afghanistan | Dr. Florian P. Kühn, Helmut-Schmidt-Universität Hamburg, Institut für Internationale Politik

Präsentation als PDF zum Download (passwortgeschützt)

Dr. Florian P. Kühn forscht und lehrt als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg am Institut für Internationale Politik. Nach dem Studium in Leipzig, Alicante und an der Universität Hamburg erlangte er einen Magister inPolitikwissenschaft, Germanistischer Literaturwissenschaft und Linguistik (2002) sowie einen Master of Peace and Security (2003) am Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik (IFSH). 2009 wurde er an der Helmut Schmidt Universität mit einer Arbeit zu den Schnittstellen von Sicherheits- und Entwicklungspolitik in Afghanistan promoviert. 2013 bis 2015 hatte er eine Vertretungsprofessur für Internationale Politik an der Humboldt-Universität zu Berlin inne, 2015 bis 2016 eine Vertretungsprofessur für Vergleichende Politikwissenschaft an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Seine Habilitation zu „Ambiguität und Frieden – Ambiguitätsforschung in den Internationalen Beziehungen“ ist derzeit in Begutachtung. Er ist seit 2013 Herausgeber des Journal of Intervention and Statebuilding

Weiterführende Literatur:

Afghanistan: Kein sicheres Land für Flüchtlinge. Broschüre von PRO ASYL (August 2016)
PDF zum Download

25. April 2017 | Asyl- und Flüchtlingsrecht für Ehrenamtliche in der Arbeit mit Geflüchteten | Claudius Simon Brenneisen, Rechtsanwalt, u.a. bei flucht.punkt, Hilfsstelle der Evangelisch-Lutherischen Kirche Nordelbien in Hamburg
Vortrag als PDF zum Download

Zum Nach- und Weiterlesen:

  1. § 60 Aufenthaltsgesetz – Verbot der Abschiebung: Gesetz über den Aufenthalt, die Erwerbstätigkeit und die Integration von Ausländern im Bundesgebiet (AufenthG)
  2. Website asyl.net mit vielen hilfreichen Informationen und Publikationen, u.a. mehrsprachige Info-Materialien zur Anhörung im Asylverfahren
  3. „Recht und Rat“ – nützliche Übersicht zur aktuellen Gesetzgebung, zusammengetragen vom Flüchtlingsrat Berlin

Claudius Brenneisen ist Rechtsanwalt in Hamburg und neben Strafrecht auf ausländerrechtliche Fragen spezialisiert. Er vertritt und berät zu diversen Themen: Aufenthaltsrecht, Asyl-/Flüchtlingsrecht, Ausweisungen, Visa, Beschäftigungserlaubnis, Blue Card EU, Freizügigkeit EU-Bürger und Familienangehörige, Familienzusammenführung, Einbürgerung. Claudius Brenneisen ist u.a. für die kirchliche Beratungsstelle flucht.punkt in Hamburg tätig. Seit mehreren Jahren hält er Vorträge an Hochschulen, in Bildungseinrichtungen, Verbänden, Unternehmen und sozialen Einrichtungen zu Aspekten des Ausländer- und Flüchtlingsrechts. Mehr Informationen zu seiner Arbeit finden Sie auf seiner Homepage.

2. Mai 2017 | Hamburg als Willkommensstadt? Herausforderungen für Politik, Verwaltung und Gesellschaft | Uwe Giffei, SPD-Bürgerschaftsfraktion Hamburg, Ausschuss für Soziales, Arbeit und Integration

Uwe Giffei ist studierter Historiker. Seit Mitte der 90er Jahre ist er politisch aktiv, hat sich im AStA der Universität Hamburg engagiert, bei ver.di und der Wählervereinigung Regenbogen – für eine neue Linke. Seit 2009 ist er Mitglied der SPD und seit 2014 Vorstandsmitglied im SPD-Distrikt Eimsbüttel-Süd. Seit März 2015 ist er Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft und Wahlkreisabgeordneter des Wahlkreises 5 Rotherbaum-Harvestehude-Eimsbüttel (Ost). Dort sitzt er im Ausschuss für Wissenschaft und Gleichstellung, im Sozialausschuss sowie im Schulausschuss. Seit 2002 arbeitet er als Rechtsberater im flucht•punkt, einer Hilfsstelle der Evangelisch-Lutherischen Kirche Nordelbien in Hamburg.

09. Mai 2017 | Vom Kolonialherren zum Entwicklungshelfer. Fluchtursachen zwischen Kontinuitäten und Brüchen westlicher Wirtschafts- und Außenpolitik | Jannik Veenhuis, Islamwissenschaftler, Junge Akademie für Zukunftsfragen
Vortrag als PDF zum Download
Jannik Veenhuis hat Islamwissenschaft und Geschichte an der Universität Hamburg studiert, wo er derzeit seine Abschlussarbeit zur Gegenseitigen Wahrnehmung von Okzident und Orient verfasst. Er arbeitet als Referent und Workshoptrainer im Kontext Flucht und Migration und beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit Fragen zur kulturellen Identität in Anlehnung an Postkoloniale Theorien.

Jannik Veenhuis ist Vorsitzender des Vereins LIQA e.V., der die Begegnung und den Austausch zwischen Europa und dem arabischsprachigen Raum zum Ziel hat. Außerdem hat er die Co-Leitung der Jungen Akademie für Zukunftsfragen inne, die junges Engagement und eine kritische Auseinandersetzung mit den Herausforderungen der heutigen Migrationsgesellschaft fördert.

16. Mai 2017 | Von der Unterbringung zum Wohnen. Debatten, Krisen und Konzepte | Prof. Dipl.-Ing. Bernd Kniess, Professor and Dean of Urban Design, HafenCity University Hamburg
Vortrag als PDF zum Download (passwortgeschützt)
Bernd Kniess is an architect and urban planner. Since 2008 he is Professor for Urban Design at HafenCity Universität (HCU) Hamburg where he established the Master Programme Urban Design.He is interested in the negotiation of the contemporary city, whose planning principles he aims to diagrammatically describe and transfer into a relational practice as procedure. He teaches in the Urban Design and Urban Design Thesis Projects, theoretical-conceptual basics, methodology, diagrammatic and Intercultural Practice.From 2008 to 2014 he directed the project »University of the Neighbourhoods« (UoN) and was responsible for the development of a project curriculum. As part of the research initiative »Low-Budget-Urbanity« he initiated the project »Building Market 2.0. Practices and Materialities of urban self building and frugality«. He is a member of the North-Rhine Westphalian Academy of the Arts and Sciences since 2009. Link to Bernd Kniess‘ website
23. Mai 2017 | Integration durch Sprache. BAMF und Ehrenamtliche Hand in Hand | Dr. Patrick Grommes, Universität Hamburg, Projekt ProfaLe Qualitätsoffensive Lehrerbildung
Präsentation als PDF zum Download
Patrick Grommes hat an der Universität Passau und der Humboldt-Universität zu Berlin Germanistische Linguistik auf Magister studiert. Anschließend hat er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Psycholinguistik und Deutsch als Fremdsprache mit dem Arbeitsschwerpunkt Zweitspracherwerbsforschung gearbeitet und an der Humboldt-Universität zu Berlin mit einer Dissertation zu „Prinzipien kohärenter Kommunikation“ promoviert. Nach einem Post-Doctoral Research Fellowship am Trinity College Dublin und der Mitarbeit an europäischen Projekten zu Kommunikation und Interaktion u.a. in industriellen Prozessen, war er wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Hamburg (Linguistik des Deutschen, Deutsch als Fremd- und Zweitsprache) und hatte 2012 die Vertretung der W2-Professur „Deutsch als Zweitsprache / Deutsch als Fremdsprache“ an der Universität Paderborn inne. Seit dem Sommersemester 2017 ist er als wissenschaflticher Mitarbeiter im an der Uni Hamburg im Projekt „Professionelles Lehrerhandeln zur Förderung fachlichen Lernens unter sich verändernden gesellschaftlichen Bedingungen (ProfaLe)“ tätig. Seine Forschungsschwerpunkte sind Mehrsprachigkeitsforschung, Zweitspracherwerbsforschung, Deutsch als Fremd- und Zweitsprache, Psycholinguistik, Institutionelle Kommunikation.
13. Juni 2017 | We are here to stay! Lampedusa-Flüchtlinge in Hamburg | Sieghard Wilm, Pastor, St. Pauli Kirche Hamburg

 Zitate aus der Veranstaltung:

Pastor Wilm spricht sich für ein Recht auf Migration für alle aus: „Die Bibel ist ein einziger Migrantenroman.“

„Ehrenamtliche träumen sich den Flüchtling ggf. auch als politischen Menschen zurecht. Und der will das unter Umständen gar inicht sein, sondern was ganz anderes.“

Nicht alle Geflüchteten wollen sich politisch engagieren. Es kann auch sein, einer sagt: „Sorry, aber Flüchtling war ich jetzt lange genug. Jetzt kommt mal was anderes.“

Galerie mit Bildern des Fotografen Axel Heimken
„Lampedusa auf St Pauli“ – Dokumentarfilm von Rasmus Gerlach


20. Juni 2017 | Dolmetschen in der Flüchtlingsarbeit – Rolle, Grenzen, Kompetenzen von Ehrenamtlichen | Reinhard Pohl, Freier Journalist und Herausgeber der Zeitschrift 'Gegenwind'
Aufzeichnung des Vortrags als Lecture2Go:

Vortrag von Reinhard Pohl als PDF zum Download:

Materialientisch

27. Juni 2017 | Islam und Europa: Fragen, Facetten und Faktoren gegenseitiger Wahrnehmung | Jannik Veenhuis, Islamwissenschaftler, Junge Akademie für Zukunftsfragen

04. Juli 2017 | Fotovortrag: Seenotrettung im Mittelmeer. Aktivist*innen von Jugend Rettet e.V. berichten von Rettungsmissionen mit ihrem Schiff Iuventa

Iuventa Überführung. Foto: Nicolas Liebich

Die derzeit tödlichste Fluchtroute nach Europa führt über das Mittelmeer. Die EU-Regierungen weigern sich, sichere Fluchtrouten zu schaffen, aus der Seenotrettung vor der libyschen Küste halten sie sich so weit wie möglich heraus.

Diese Lücke füllen seit einigen Jahren mehr und mehr zivilgesellschaftliche Organisationen, die private Missionen zur Seenotrettung anschieben. Ein großer Teil aller Rettungen vor der libyschen Küste wurden im letzten Jahr von spendenfinanzierten NGOs durchgeführt. Jugend Rettet e.V. ist eine dieser Organisationen. Gegründet 2015, beteiligt sie sich seit 2016 mit einem eigenen Schiff, der Iuventa, an den Seenotrettungen vor der libyschen Küste.

Aktivist*innen, die 2016 und 2017 an Rettungsmissionen teilgenommen haben, berichteten in einem beeindruckenden Fotovortrag von ihren Erfahrungen: N.L., 19 Jahre, 2. Offizier | A.W., 55 Jahre, Bootfahrer | M.R., 31 Jahre, Bootfahrerin

Vortrag als PDF zum Download:

11. Juli 2017 | kein Vortrag – Abschlussveranstaltung: Picknick auf dem Campus. Alle Gäste, Partner/innen und Assoziierte des Studienprogramms sind dazu herzlich eingeladen! Treffpunkt: 16 Uhr im VMP 8 (Von-Melle-Park 8), Raum 105