Vortragsreihe Sommersemester 2016

11. April 2016 | Grundlagen zum Asyl- und Ausländerrecht | Christiane Lex-Asuagbor, Verwaltungsjuristin bei der Stadt Hamburg, stellvertretende Referatsleiterin im Referat für Grundsatzangelegenheiten des Aufenthaltsrechts

 Präsentation als PDF zum Download

Hintergrund: Die Anhörung beim BAMF (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge)

Viele freiwillig Engagierte begleiten und unterstützen Geflüchtete bei Gängen zu Behörden und Ämtern, beim Orientieren und Zurechtkommen im Dokumentedschungel.
Von entscheidender Bedeutung ist im Asylbewerbungsprozess die Anhörung beim BAMF. Der Kölner Flüchtlingsrat hat einen guten Informationsfilm für Geflüchtete in Deutschland erstellt – und stellt ihn auch in vielen verschiedenen Sprachen zur Verfügung, z.B. Urdu, Arabisch, Tigrinisch. Hier geht’s zum FILM „ASYL IN DEUTSCHLAND: DIE ANHÖRUNG„.

Christiane Lex-Asuagbor hat in Hannover und Rouen (Frankreich) Jura studiert, ist seit 1996 als Verwaltungsjuristin bei der Stadt Hamburg tätig, seit 1998 stellvertretende Referatsleiterin im Referat für Grundsatzangelegenheiten des Aufenthaltsrechts. Sie schult Freiwillige im Rahmen des Hamburger Forums Flüchtlingshilfe und des Zentrums für Aus- und Fortbildung (ZAF) der Stadt Hamburg.

25. April 2016 | Von Syrien nach Europa. Flucht auf der Balkanroute | Erik Marquardt, freier Fotojournalist und Politiker bei Bündnis 90/DIE GRÜNEN

Skala Sykaminea, Lesbos – Griechenland – 22.10.2015 – „Verschiedenes“ – Auf er Ägäis-Insel Lesbos kommen täglich Tausende Füchtlinge an. Die Überfahrt wird durch die schlechten Wetterbedingungen im Herbst zunehmend schlechter. Teilweise müssen die Flüchtlinge auf der Insel tagelang unter schlechten Bedingungen auf die Registrierung warten. – Bild zeigt: Rettungsschwimmer helfen einem ankommenden Flüchtlingsboot .

Zehnmal war Erik Marquardt seit August 2015 auf der Fluchtroute über den Balkan unterwegs. Dabei hat er den Weg der Flüchtlinge von der Türkei bis nach Deutschland fotografisch festgehalten und versucht die Menschen auf ihrem schweren Weg zu unterstützen.

In seinem Fotovortrag schildert er Eindrücke, Erlebnisse und Probleme auf der Fluchtroute. Er berichtet von den ankommenden Flüchtlingsbooten und der Freude am Strand, stellt den beschwerlichen Weg bis zur österreichischen Grenze dar und macht damit die Situation der Migranten der aktuellen Fluchtbewegung anschaulich. Außerdem wird er von der aktuellen Situation in Griechenland nach der Grenzschließung berichten.

Was bewegt Menschen zur Flucht? Aus welchen Gründen machen sie sich auf den lebensgefährlichen Weg? Mit welchen Herausforderungen sind sie täglich konfrontiert? – Im Anschluss an den Vortrag ist Raum zur Diskussion.

Erik Marquardt ist freier Fotojournalist und Politiker bei Bündnis 90/DIE GRÜNEN. Er war von 2011 bis 2013 im Vorstand des „freien zusammenschlusses von studentInnenschaften“ (fzs). Bis November 2015 war er Bundessprecher der GRÜNEN JUGEND, seitdem ist er Mitglied im Parteirat von Bündnis 90/DIE GRÜNEN. Seine Fotografien und Videos von der Fluchtroute wurden unter anderem bei Spiegel Online, Arte und im Tagesspiegel veröffentlicht. Sie zeigen Leid und Hoffnung der Flüchtlinge und der freiwilligen Helfer. Hier geht es zu seiner Homepage.

02. Mai 2016 | Zunehmende Flüchtlingszahlen als Herausforderung für Behörden, Ämter und nichtstaatliche Akteure | Dr. Sabine Hain, u.a. Teamleiterin für Themenkoordinierung beim Zentralen Koordinierungsstab Flüchtlinge (ZKF)

2016-05-02_Präsentation ZKF_Sabine Hain als PDF

Sabine Hain hat VWL und Geschichte (Russische Geschichte, Alte Geschichte) sowie  Umweltökonomie an der Universität Hamburg studiert. Sie war von 2011 bis 2015 Referentin für wirtschaftspolitische Fragen der Energiepolitik in der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation. 2009/10 hat sie außerdem als Referentin für Klimaschutz für die Behörde für Wirtschaft und Arbeit gearbeitet. Seit Ende 2015 ist sie als Teamleiterin für Themenkoordinierung beim Zentralen Koordinierungsstab Flüchtlinge (ZKF) in Hamburg tätig.

09. Mai 2016 | Rollenverständnis und Motivation von Freiwilligen, Grenzen und Abgrenzung im Engagement | Paul Steffen, Dozent
Hier können Sie die Präsentation von Paul Steffen herunterladen.

Paul Steffen ist seit 2010 Leiter der Jungen Akademie für Zukunftsfragen (JAfZ) in der Ev.-Luth. Nordkirche und seit 2015 Leiter der Fachstelle für Engagementförderung. Er ist studierter Politikwissenschaftler, und hat sich schon in seiner Magisterarbeit schwerpunktmäßig mit Vorurteilen, Stereotypen und Feindbildern befasst. Später hat er in der Jugend- und Erwachsenenbildung Vorurteilsforschung betrieben und als Dozent in der Hochschule für angewandte Wissenschaften (HAW) Zukunftsforschung und Medienanalyse gelehrt.

23. Mai 2016 | Interkulturelle Sensibilisierung für die Arbeit mit Geflüchteten | Katerina Hibbe, Fachreferentin für Interkulturelle Öffnung und Antidiskriminierung bei einem sozialen Träger in Hamburg
Die Arbeit mit Geflüchteten stellt freiwillig Engagierte ebenso vor vielfältige Herausforderungen wie Hauptamtliche in der Verwaltung, in öffentlichen und gemeinwohlorientierten Einrichtungen. Häufig wird davon ausgegangen, dass „kulturelle Unterschiede“ dabei die wichtigste Rolle spielen. Entscheidender in interkulturellen Begegnungen sind jedoch häufig andere Faktoren. Denn Diversity-Beziehungen innerhalb der Migrationsgesellschaft sind in der Regel keine Beziehungen „auf Augenhöhe“. Somit gilt es, den Fokus stärker auf Diskriminierungserfahrungen und asymmetrische Machtverhältnisse, Migrationsphänomene, die soziale Lage und stereotype Fremdbilder zu richten.

Nach einem theoretischen Input konnten die Teilnehmer/innen das Gehörte in einer Übung auf konkrete Fälle aus der freiwilligen Arbeit mit Geflüchteten anwenden.

Hier finden Sie eine Literaturliste zum Download.

Katerina Hibbe ist Fachreferentin für Interkulturelle Öffnung und Antidiskriminierung bei einem sozialen Träger in Hamburg. Seit 2013 arbeitet sie zudem als Trainerin, Mediatorin und Moderatorin in den Themenfeldern Flucht, Migration, Deutsch als Zweitsprache, Antidiskriminierung und Diversity für Unternehmen,  Vereine, Wohlfahrtverbände und die Arbeitsverwaltung. Von 2005 bis 2013 leitete sie bei verikom Qualifizierungs-, und Beratungsprojekte mit Geflüchteten mit unsicherem Aufenthaltsstatus.

30. Mai 2016 | Die Rolle von Social Media in der freiwilligen Flüchtlingsarbeit | Anna Heudorfer, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Hamburger Zentrum für Universitäres Lehren und Lernen (HUL)

Lektüre-Empfehlungen zum Thema:

Ein kurzer Bericht aus der Lehrveranstaltung

I. Online Crowds: Soziale Medien zwischen kollektiver Intelligenz und Mobilisierung zum Protest (theoretischer Input)

Anhand von zwei kurzen Videos wurden zentrale Thesen über die Nutzung sozialer Medien herausgearbeitet.

Video 1 (2005):
James Surowiecki: The power and the danger of online crowds

  • Partizipative Berichterstattung: Laienjournalisten können ein umfassendes Bild eines Ereignisses liefern
  • Motivation: Menschen arbeiten freiwillig und ohne finanzielle Anerkennung zusammen
  • Kollektive Intelligenz: Gruppen können bessere Entscheidungen treffen als Einzelpersonen
  • Netzwerk-Paradox: Meinungen werden in einem eng gestrickten Netzwerk immer homogener

Video 2 (2014):
Zeynep Tufekci: Online social change: easy to organize, hard to win

  • Partizipativer Aktivismus: Soziale Medien vereinfachen Aufklärung, Organisation und Mobilisierung
  • Motivation: Menschen gehen hohe Risiken ein, um ihre gesellschaftlichen Ziele zu erreichen
  • Kollektive Entscheidungen: Soziale Medien steigern nicht die Erfolge sozialer Bewegungen
  • Offline-Netzwerke: Nur Aushandlungsprozesse führen zu wirkungsvollem Aktivismus

Auf Basis der Netzwerktheorie von Mark Granovetter (The strength of weak ties, 1973 – hier online verfügbar, Zugang im UHH-Netz) wurden die grundlegenden Mechanismen der Verbindung zwischen verschiedenen Netzwerk(eben)en veranschaulicht und auf den Kontext der freiwilligen Flüchtlingsarbeit angewandt.

II. Netzwerk-Paradox und die Wirkung von Netzaktivismus (Gruppendiskussion)

In der Gruppe wurde anschließend über die Nutzung sozialer Medien und die Rolle kollektiver Intelligenz diskutiert und das Netzwerk-Paradox sowie die Authentizität und Wirkung von Aktivismus im Netz problematisiert.

III. Exkurs: Die Rolle von Social Media in Ruanda

Kurzvortrag von Jean Ngendahimana, Journalist aus Ruanda (und Kollege von Anna Heudorfer in dem Blog-Projekt myvoice-project). Die Präsentation können Sie sich hier ansehen: „Social Media Impact on Activism and Journalism in Rwanda_Jean Ngendahimana“

IV. Soziale Medien in der freiwilligen Arbeit für/mit Geflüchtete/n (Recherche)

Im Anschluss wurden Beispiele für die Nutzung sozialer Medien im Zusammenhang mit freiwilliger Flüchtlingsarbeit recherchiert und bezüglich ihrer grundlegenden Funktionen untersucht:

  1. Aufklärungsfunktion
  2. Organisationsfunktion
  3. Mobilisierungsfunktion
  4. Vernetzungsfunktion

1.) Facebook-Gruppe „Flüchtlinge mit Behinderung in Hamburg

> Aufklärung/Information
> Vernetzung

2.) App „Hello“

von Studierenden mit gestaltete Handy-App, in der Hamburger Institutionen Informationen für Einwanderer/innen in mehreren Sprachen – als schriftliches und als Audioangebot – bereitstellen

> Aufklärung/Information

3.) Projekt „OpenEyesOpenHearts“

Mitglieder „halten Vorträge in Schulen, Institutionen und vor Gruppen – jeder, der wahre Geschichten und echte Menschen hinter dem Wort „Flüchtling“ kennenlernen möchte, kann […] einen Vortrag anfragen. [Sie] diskutieren mit und mischen [sich] ein: Bei politischen Debatten und wo auch immer [sie] glauben, die Welt ein bißchen verändern zu können.“ (Quelle)

> Aufklärung/Information
> Mobilisierung

4.) Facebook-Gruppe „Helfergruppe Hamburg Hauptbahnhof“

> Organisation
> Mobilisierung

5.) Facebook-Gruppe „Kleiderkammer Messerhallen

> Organisation
> Mobilisierung

6.) twitter-Hashtag #refugeeswelcome zur Veranstaltung von Demonstrationen

> Mobilisierung

7.) Plattform www.Chance-for-Science.de

Netzwerkplattform für geflüchtete Wissenschaftler/innen in Deutschland

> Organisation
> Vernetzung

8.) Plattform www.workeer.de

erste Ausbildungs- und Arbeitsplatzbörse Deutschlands, die sich speziell an Geflüchtete richtet

> Organisation
> Aufklärung/Information

9.) Portal der Initiative „Flüchtlinge Willkommen“

bringt „Wohnraumgebende und geflüchtete Menschen zusammen, um ein privates Zusammenleben zu initiieren.“

> Organisation
> Vernetzung

Auf dem Blog von „Flüchtlinge Willkommen“ finden sich jeweils aktuelle Nachrichten und ein Pressespiegel.

> Aufklärung/Information

10.) Plattform „Welcome Dinner Hamburg

Vermittlung von „Willkommensdinnern“ von Deutschen für Geflüchtete

> Organisation
> Vernetzung

11.) ZUKAR der erste Flüchtlings Youtuber

> Aufklärung

12.) Youtube-Kanal German Lifestyle GLS

Wie ticken Syrer, wie Deutsche? Drei junge Syrer, die selbst als Flüchtlinge nach Deutschland gekommen sind, wollen Vorurteile abbauen – mit YouTube-Videos. Auf ihrem Kanal German Lifestyle GLS greifen sie kulturelle Unterschiede humorvoll auf.
> Aufklärung

Anna Heudorfer
hat in Augsburg Medien und Kommunikation auf Bachelor studiert und in Weimar einen Masterabschluss in Medienmanagement erworben. Ihre Masterarbeit hat sie zum Thema „Soziale Medien im Katastrophenmanagement – Nutzungsformen in Helfergruppen und Hilfsorganisationen“ verfasst.
Derzeit ist sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Hamburger Zentrum für Universitäres Lehren und Lernen (HUL) an der Universität Hamburg tätig. Sie arbeitet im Projekt Forschungsorientierung in der Studieneingangsphase (FideS). In ihrer Forschung konzentriert sie sich auf die Frage, wie forschendes (oder forschungsnahes Lernen) an Hochschulen umgesetzt wird und welche Wirkungen sich durch das Forschen im Studium entwickeln können.

06. Juni 2016 | Methodenkoffer DaF – Grundlagen für die freiwillige Spracharbeit mit Geflüchteten | Nora Budde
Nach einem theoretischen Input zum Sprachtraining in der freiwilligen Arbeit mit Geflüchteten haben die Teilnehmer/innen selbst Konzepte für kleine, alltagsorientierte Lehreinheiten entwickelt.

Hier finden Sie die Präsentation von Nora Budde als PDF zum Download.

Geboren in Bremen, lebt Nora Budde seit 2000 in Hamburg. An der Universität Hamburg studierte sie Sprachlehrforschung mit dem Schwerpunkt Deutsch als Fremdsprache (DaF) und Indonesisch im Nebenfach. Nach ihrem Magisterabschluss war sie ein Jahr lang als DAAD-Sprachassistentin an der Universitas Padjadjaran in Bandung, Indonesien, tätig. Ihre Expertise ist ihr heute als Lehrerin sehr von Nutzen. Seit ihrer Rückkehr unterrichtet sie DaF mit viel Freude auf allen Niveaustufen wieder in Hamburg, u.a. beim Interkulturelle Bildung Hamburg  (IBH) e.V.. Daneben entwickelt sie unter anderem Workshops zu diversen Schwerpunktthemen für freiwillige Sprachtrainer/innen in Hamburg.

  • Webinar-Reihe des Goethe Instituts: In fünf Sitzungen wird ein Überblick über die kostenlosen Apps und webbasierten Übungsangebote des Goethe-Instituts vermittelt und interaktive Übungsformate zur Betreuung von Lerngruppen vorgestellt: hier online
  • umfangreiche Übersicht von Lehrmitteln, die Verlage zur Verfügung stellen – Langenscheidt, Hueber, Kohl und viele andere: hier online
  • Kommentierte Liste von Materialien, entstanden im Rahmen der AG „Deutsch für Geflüchtete“ der Deutschen Gesellschaft für Fremdsprachenforschung (DGFF). Hier als pdf abrufen
13. Juni 2016 | Islam im Alltag. Ein Thema in der Flüchtlingsarbeit | Özlem Nas, u.a. Vorsitzende des Islamischen Wissenschafts- und Bildungsinstituts (IWB)

Präsentation zum Download:

Prezi_Deckblatt


Özlem Nas
 ist Vorsitzende des Islamischen Wissenschafts- und Bildungsinstituts (IWB). Sie ist Mitglied im Vorstand der SCHURA – Rat Islamischer Gemeinschaften in Hamburg, dort für den Bereich Bildung zuständig und Sprecherin des Bündnisses der Islamischen Gemeinden in Norddeutschland (BIG-Nord). Sie repräsentiert die Religionsgemeinschaft Islam in den Expertenforen des Integrationsbeirats der Stadt Hamburg. Sie ist Mitglied des European Council of  Religious Leaders (ECRL) und Mitbegründerin des Aktionsbündis Muslimischer Frauen in Deutschland sowie Mitbegründerin des Vereins SchlauFox e.V.

Sie ist Referentin für Lehrerfortbildungen am Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung Hamburg (LI) und Trainerin für interkulturelle Kommunikation mit dem Schwerpunkt Islam.

Sie hat Turkologie, Erziehungswissenschaft und Psychologie an der Universität Hamburg studiert und promoviert derzeit an der Uni Hamburg und der Akademie für Weltreligionen zur Religiösen Bildung muslimischer Jugendlicher in Schule und Gemeinde. Sie hat Publikationen mit dem Schwerpunkt auf Islam/Bildung/Integration verfasst und ist Gast in verschiedenen TV/Radio-Sendungen zum Thema Islam in Deutschland.

Weiterhin ist Özlem Nas Jurymitglied bei dem Schülerstipendium „grips gewinnt“ der Joachim Herz Stiftung und Robert Bosch Stiftung, bei dem Preis „Menschen verbinden – Zukunft stiften“ der Bürgerstiftung Hamburg und beim Ideenwettbewerb “Türen öffnen – Vielfalt leben vor Ort“  des Diakonischen Werks Hamburg.

Hier finden Sie Weitere Lektüre-Empfehlungen zu „Islam im Alltag“…

 … und einen Vortrag: „Grundwissen Islam“

von Ruth Hartmann, M.A. am 7. Juli 2016
im Rahmen des Regionalgruppen-Treffens von SIETAR Hamburg:

Islam_SIETAR

 Die muslimischen Verbände/ Religionsgemeinschaften in Hamburg (Deutschland)

(Quellen: Die folgenden Textauszüge sind jeweils, unverändert, den Websites der Verbände und Vereinigungen entnommen.)

SCHURA – Rat der Islamischen Gemeinschaften in Hamburg e.V.

SCHURA e.V. ist ein im Juli 1999 erfolgter Zusammenschluss islamischer Gemeinden in der Freien und Hansestadt Hamburg auf Grundlage eines gemeinsamen islamischen Glaubensverständnisses wie es in § 3 der Satzung definiert ist. Die unterschiedlichen Mitgliedsgemeinden spiegeln die Vielfalt des Hamburg bestehenden islamischen Lebens wieder.
Der Islam in Hamburg wie auch sonst in Deutschland ist wesentlich durch Arbeitsmigranten vor allem aus der Türkei und dem ehemaligen Jugoslawien geprägt. Die älteste und größte Gemeinde türkischer Muslime ist die der Centrum-Moschee in der Böckmannstraße. Im Laufe der Zeit sind seitens türkischer Muslime weitere Moscheegemeinden in den Stadtteilen hinzugekommen (Islamische Gemeinden Wilhelmsburg, Veddel, Harburg, Neugraben, Neuenfelde, Altona, Nobistor und Schnelsen-Eidelstedt wie auch die Ali-Pascha-Moschee in Barmbek).
In diese Entstehungsgeschichte gehören auch die Gemeinden der Albaner (Albanische Moschee am Kleinen Pulverteich) und Bosnier (Bosnische Moschee in Horn) sowie Kurden (Vahdet-Moschee am Steindamm und Said-i-Nursi-Moschee in Wilhelmsburg).Älteste Moschee Hamburg ist jedoch die schiitische Imam-Ali-Moschee (Islamisches Zentrum Hamburg) an der Alster, welche schon in den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts vorwiegend von schon seit der Nachkriegszeit und teilweise sogar schon davor in Hamburg ansässigen iranischen Geschäftsleuten und Studenten begründet und errichtet wurde. Heute gibt es mit der afghanischen Belal-Moschee in Wandsbek und der irakischen Huda-Moschee in Billbrook zwei weitere schiitische Moscheen.

İslamische Religionsgemeinschaft DITIB Hamburg und Schleswig-Holstein e.V.

Zweck und Ziele der DITIB sind die „Repräsentation des Islam und der Muslime, Koordination der religiösen Unterweisung und der Vereinstätigkeiten, Integration des Islam und der Muslime in Deutschland
„Aufgrund der großen Anzahl von Vereinen und MItgliedern wurde eine Restruktrurierung der DITIB nötig. Nach einer langen Vorbereitungsphase wurden Anfang 2009 Regionalverbände gegründet, welche als „DITIB Landesverband e.V.“ bezeichnet wurden. Die Landesverbände repräsentieren die Gemeinden auf Länderebene und sind Mitglied beim Dachverband. Mit dieser Struktur passt sich die DITIB dem Föderalen System in Deutschland an und steigert gleichzeitig die Effizienz in den Gemeinden.
In Hamburg wurden am 7. Februar 2009 der „DITIB Landesverband Hamburg e.V.“ dem 10 Moscheevereine mit ca. 2500 ordentlichen und etwa 20.000 außerordentlichen Mitgliedern angehören. Am gleichen Tag wurde bei der Gründungsversammlung in Neumünster der „DITIB Landesverband Schleswig-Holstein e.V.“ mit 22 Moscheevereinen, ca. 5000 ordentlichen und etwa 20.000 außerordentlichen Mitgliedern gegründet. Diesem trat später auch der Bildungsverein Rose aus Uetersen bei.“

Bündnis der islamischen Gemeinden in Norddeutschland e.V. (BIG)

Das BIG „ist ein Zusammenschluss von 17 Moscheevereinen in Hamburg, Niedersachen und Schleswig-Holstein, in denen wichtige religiöse und soziale Dienstleistungen stattfinden.
Das Bündnis unterstützt die islamischen Gemeinden nunmehr seit den siebziger Jahren bei ihrer Glaubensausübung und bietet für Kinder, Jugendliche und Erwachsene die Möglichkeit, neben den Angeboten für die tägliche religiöse Praxis und das religiöse Leben, an verschiedensten Angeboten in Bereichen wie z.B. Bildung, Kultur, interreligiöser Dialog etc. teilzunehmen.
[Die] 17 Gemeinden, Jugendhäuser, unser Islamisches Wissenschafts- und Bildungsinstitut und unsere Aus- und Weiterbildungszentren beteiligen sich an diversen Projekten, welche das friedliche Miteinander fördern und den Zusammenhalt stärken sollen.“

VIKZ – Verband der Islamischen Kulturzentren e.V.

„Der Verband der Islamischen Kulturzentren e.V. ist ein im sozialen und kulturellen Bereich tätiger gemeinnütziger Verein und eine islamische Religionsgemeinschaft im Sinne des Artikels 140 GG, der seine Aktivitäten nach geltendem Recht ausübt.
Gegründet wurde der Verband im September 1973 unter dem Namen „Islamisches Kulturzentrum e.V.“ in Köln, um die Bedürfnisse der damaligen muslimischen, vor allem der türkischen Gastarbeiter in Deutschland zu decken. Dem Verband sind bundesweit zirka 300 selbstständige Moschee- und Bildungsvereine angeschlossen. Ziel und Zweck der Verbandsarbeit ist die religiöse, soziale und kulturelle Betreuung von Muslimen in Deutschland.“
„Der Verband der Islamischen Kulturzentren gehört der sunnitisch-hanefitischen Ausrichtung des Islam an. Unter den Mitgliedern gibt es viele Muslime die auch eine mystische Ausrichtung des Islam praktizieren. Islamische Mystik wird auch als Sufismus (tasavvuf) bezeichnet. Sufis, Vertreter des Sufismus, setzen die absolute Liebe zum Schöpfer in den Mittelpunkt ihres Denkens und Handelns. Neben der Erfüllung der religiösen Pflichten sucht der Sufi das direkte Erleben Gottes (marifetullah).
Die mystische Ausrichtung des Verbandes ist geprägt durch die Elemente der Sufigemeinschaft der Naqschibandiyya. Die Naqschibandiyya ist eine „nüchterne“ Sufigemeinschaft des Islam, der im 14. Jahrhundert in Zentralasien entstand. In der Mitte des 20. Jahrhunderts entstand um den Gelehrten Süleyman Hilmi Tunahan (k.s.) eine Gemeinschaft in der Türkei, die in ihrer religiösen Ausrichtung auch  den Prinzipien der Naqschibandiyya folgte. Einige Schüler von Süleyman Efendi emigrierten in den 70er Jahren nach Deutschland und gründeten dort den Verband der Islamischen Kulturzentren.“

Ahmadiyya in Hamburg

„In der heutigen religiösen Welt spielt die Ahmadiyya Muslim Jamaat (AMJ) eine einzigartige Rolle. 1889 in Indien gegründet, stellt sie mit ihren vielen zehn Millionen Mitgliedern in über 204 Ländern weltweit die größte Gemeinschaft unter den organisierten Muslimen dar. In den einzelnen islamischen Staaten ist sie dennoch eine Minderheit.
Gleichzeitig ist die AMJ, die sich ausschließlich durch Spenden ihrer Mitglieder finanziert, die am schnellsten wachsende islamische Reformbewegung unserer Zeit. Ihr Hauptsitz befindet sich aktuell in London, Großbritannien.Sie ist die einzige islamische Bewegung, die mittlerweile seit mehr als 100 Jahren von einem rein spirituellen Khilafat geleitet wird. Der Kalif der AMJ, Seine Heiligkeit Hadhrat Mirza Masroor Ahmadatba, ist damit das weltweit wichtigste muslimische Oberhaupt. Unter dem Vorsitz ihres Kalifen, der auf demokratische Art gewählt wird, tritt sie ein für die ursprünglichen Werte des Islam: Barmherzigkeit gegenüber allen Menschen, absolute Gerechtigkeit, Gleichwertigkeit von Frau und Mann, Trennung von Religion und Staat, Beendigung gewalttätiger Aktionen im Namen der Religion sowie die Menschenrechte, wie sie im Koran festgelegt worden sind.

Tipp: Ausstellung „Was glaubst du denn?“ (Filme zur Ausstellung)

Die Ausstellung „Was glaubst du denn?! Muslime in Deutschland“ wurde im Auftrag des Bundesministeriums des Innern durch die Bundeszentrale für politische Bildung in den Jahren 2012 / 2013 erstellt. Sie richtet sich an Schülerinnern und Schüler der Sekundarstufe I unterschiedlicher Schulformen.

Film zur Ausstellung: Der Islam im Kreis der Religionen

(Quelle: www.wasglaubstdudenn.de)Gezeigt werden Facetten des Alltags von Muslimas und Muslimen in Deutschland. Deren Religiosität ist dabei nur einer von vielen Aspekten, die im Leben junger Menschen wichtig sind. Entsprechend versteht sich die Ausstellung nicht, beziehungsweise nicht in erster Linie, als Ausstellung über eine – ohnehin nicht fest abgrenzbare – gesellschaftliche Gruppe. Vielmehr geht es um individuelle Lebensgestaltung und gesellschaftliches Zusammenleben. Die Ausstellung lädt zum Nachdenken über Identitäten und Zuschreibungsprozesse ein. Debatten über Identitäten und gesellschaftliche Leitbilder werden als Kernelement politischer Auseinandersetzungen thematisiert, und es wird die Frage gestellt, wie sie sich auf unterschiedliche öffentliche Räume auswirken. Die Ausstellung ist daher weniger ein Format zur Wissensvermittlung als Anlass zu Reflexion, Gespräch und Auseinandersetzung.

20. Juni 2016 | Herkunftsregionen und Fluchtursachen | Sophia Wirsching, Referentin für Migration und Entwicklung im Referat Menschenrechte und Frieden bei Brot für die Welt in Berlin


… als PDF zum Download

Sophia Wirsching Präsi

 

Sophia Wirsching hat Politische Wissenschaften, Soziologie sowie Wirtschafts- und Sozialgeschichte studiert. Seit 2009 arbeitet sie als Referentin für Migration und Entwicklung im Referat Menschenrechte und Frieden bei Brot für die Welt in Berlin. Unter anderem führt sie dort einen eigenen Blog: www.info.brot-fuer-die-welt.de/blog/sophia-wirsching.

Auch lohnenswert: Vortrag von Dr. Christiane Fröhlich: Flucht als gewaltvolle Praxis: Fluchtursachen, Fluchtwege, Fluchtpraxis“ – am 5. April 2016 im Rahmen der Ringvorlesung „Flucht-Geschichte(n): kulturhistorische Perspektiven auf ein aktuelles Phänomen“

Hintergrundinformationen zum Thema

Brot für die Welt, Diakonie Katastrophenhilfe und Diakonie Deutschland haben ein umfangreiches Dossier zum Thema „Hilfe für Flüchtlinge“ erstellt. Dort finden sich fundierte Informationen zu Flucht und Vertreibung sowie Tipps für die Praxis – interaktiv und aktuell, für alle, die Geflüchtete unterstützen. Die jeweils aktuellste Fassung steht hier: brot-fuer-die-welt.de/flucht  

„Flüchtlinge, Binnenvertriebene, Rückkehrer, Asylsuchende und Staatenlose – Die wichtigsten Statistiken aus fast 150 Ländern finden sie auf dieser Seite. Sie haben sofort Zugriff auf alle Statistiken des UNHCR. Zudem finden Sie Jahres- und Halbjahresberichte, Länderinformationen und umfassende historische Datensammlungen.“

Hier finden Sie neueste UNHCR-Veröffentlichungen: Aktuelle Dokumente, Einsatzberichte, Stellungnahmen geordnet nach Datum.

Hier geht es zum interaktiven Datenportal von UNHCR und anderen UN-Organisationen zu aktuellen Einsätzen.

Weiterführende Leseempfehlungen

  • Menschenrechte kennen keine Grenze. (Das jährlich erscheinende Heft zum Tag des Flüchtlings bietet einen Überblick über die deutsche und europäische Flüchtlingspolitik und die Arbeit von PRO ASYL.)
  • Im Schatten der Zitadelle. Der Einfluss des europäischen Migrationsregimes auf „Drittstaaten“, hrsg. von Brot für die Welt, medico international und PRO ASYL; hier als PDF
  • Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ 8/2016): Syrien, Irak und Region; hier als PDF
27. Juni 2016 | Salafistische Einflussnahme unter Flüchtlingen in Deutschland
(Dieser Vortrag ist Teil 1 von: „Zwischen IS und Pegida. Islamismus und Rechtsextremismus im Kontext aktueller Debatten“ Teil 2 folgt im Wintersemester 2016/17) | Hazim Fouad, u.a. wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Senator für Inneres in der Abteilung Verfassungsschutz in Bremen

Die Folien des Vortrags finden Sie hier als PDF.

Dieser Vortrag bildet Teil 1 von: „Zwischen IS und Pegida. Islamismus und Rechtsextremismus im Kontext aktueller Debatten“. Teil 2 folgt im Wintersemester 2016/17.

Lektüre-Empfehlungen zum Thema finden Sie in der Bibliographie.

Hazim Fouad studierte Islamwissenschaften und Anglistik in Bochum, Kairo und London. Derzeit arbeitet er als wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Senator für Inneres in der Abteilung Verfassungsschutz in Bremen. Er ist Mitherausgeber des im Herder Verlag erschienen Sammelbandes Salafismus. Auf der Suche nach dem wahren Islam und promoviert nebenberuflich an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel zum Thema „Gegenwärtige muslimische Kritik am Salafismus“.

Hazim Fouad spricht im bpb-Workshop in Bonn über das Potential des Salafismus im arabischen Raum. (© Tobias Vollmer/bpb, Bildquelle)
04. Juli 2016 | Grundinformationen Trauma und traumasensibler Umgang mit Geflüchteten | Pia Heckel, Heilpraktikerin, Dozentin

Für Freiwillige, die mit Geflüchteten arbeiten, ist von Anfang an „Trauma“ und der sensible Umgang mit möglicherweise traumatisierten Menschen ein großes Thema. Beim Umgang mit dem Begriff ist allerdings Vorsicht geboten – die Verwendung ist mittlerweile zu sehr en vogue. Pia Heckel erläutert in ihrem Vortrag, was bei einem traumatischen Lebensereignis im Gehirn passiert. Sie zeigt auf, wann es zu einer Posttraumatischen Belastungsstörung kommen kann und welche Symptome auftreten. Dabei werden mögliche Auslöser und die besonderen Lebensbedingungen bei Migration und Flucht eigens diskutiert. Sie geht darauf ein, wie man als Außenstehende/r z.B. auf Flash-Backs reagieren und sich unterstützend einbringen kann. Genauso steht allerdings die Frage im Fokus, welche Reaktionen und welches Verhalten zu vermeiden sind – und welche Rolle freiwillige Untersützer/innen in diesem Kontext überhaupt einnehmen können und sollen.

Hier finden Sie die Präsentation zum Download als PDF (Agora CommSy, passwortgeschützt).

Empfehlungen zum Weiterlesen finden Sie in unserer Bibliographie.

Pia Heckel ist Heilpraktikerin und seit 1998 in ihrer eigenen Praxis mit dem Schwerpunkt Klassische Homöopathie (SHZ-zertifiziert) und Gesprächstherapie sowie am Institut für Psychotraumatologie (IfP) Hamburg tätig. Sie hat Psychologie studiert und am Zentrum für Psychotraumatologie in Kassel 2005 die Fortbildung zur Fachberaterin Psychotraumatologie absolviert. Sie hat lange Jahre als Dozentin für Neurologie und Psychiatrie an verschiedenen Hamburger Heilpraktikschulen vorgetragen. Seit 2005 gibt sie Fortbildungen in Psychotraumatologie und organisiert seit 2006 in Kooperation mit dem Zentrum für Psychotraumatologie Kassel die Fachfortbildung zum/r Fachberater/in Psychotraumatologie in Hamburg. Sie hält regelmäßig Vorträge zu verschiedenen Aspekten der Psychotraumatologie, mit Schwerpunkt Neurobiologie und Trauma.

Zum Institut für Psychotraumatologie (IfP) Hamburg: Das Institut hat es sich zur Aufgabe gesetzt, die Kompetenzen für Traumaberatung und -therapie in Hamburg zu erweitern. Dies geschieht, was die Ausbildung zur FachberaterIn Psychotraumatologie angeht, in Kooperation mit dem Zentrum für Psychotraumatologie Kassel.

11. Juli 2016 | kein Vortrag - Abschlussveranstaltung

Vielen Dank!

… für Ihre aktive Teilnahme im Sommersemester 2016! Verfolgen Sie gerne den Blog weiter, seien Sie auch im Wintersemester 2016/17 dabei (Flyer) und melden Sie sich gerne für weiteren Erfahrungs- und fachlichen Austausch (cornelia.springer@uni-hamburg.de).

Im Folgenden finden Sie …

  1. die Kurzpräsentation zum Semesterabschluss mit…

… Informationen zu Fortbildungsangeboten für Flüchtlingsunterstützer/innen in Hamburg
… einer Übersicht von Möglichkeiten des Freiwilligenengagements für Geflüchtete in Hamburg
… Tipps zum eigenständigen Weiterlesen

Abschlusssitzung_Präsentation

2. den Fragebogen für die Evaluation des Sommersemesters zum Ausfüllen