Bei den Debatten um „Integration“ und „Leitkultur“ können wir nur den Kopf schütteln.

Das letzte halbe Jahr hat uns gezeigt, wie wichtig ehrenamtlicher Einsatz und „der Blick über den Tellerrand“ sein können. Die Begegnung auf Augenhöhe liefert sowohl Heimatgefühle und Verständnis für die eine, sowie neue Perspektiven und Einstellungen für die andere Seite.

Aus einem Aufeinandertreffen wird ein Miteinandertreffen. Dies verläuft so erstaunlich fließend, dass man bei den aktuellen Debatten um Begriffe wie „Integration“ und „Leitkultur“ nur den Kopf schütteln kann. Denn wer soll denn eigentlich in was integriert werden? Und wie fest sollten eigene Werte und Normen verankert sein?

„Start with a Friend“ ist so viel mehr als ein Willkommens-Projekt für Geflüchtete. Es liefert Einblicke in Welten, die bezaubernd und erstaunlich sein können. Es verändert die eigene Einstellung zum Leben, den Blick auf Probleme und Sorgen. Vor allem bestärkt es die eigene Position, dass geflüchtete Menschen nicht nur ankommen, sondern auch willkommen sein sollen.

Lena über ihr Tandem mit Said:

Mein Ziel, Said den Zugang zu deutschen Freund*innen zu ermöglichen ist geglückt. Auch wenn wir zurzeit durch Arbeits- und Unizeiten noch nicht oft an den Veranstaltung der Start with a Friend Community teilnehmen können, treffen wir uns regelmäßig und helfen uns gegenseitig. Sei es die Formulierung einer Bewerbung, das Übersetzen einer Rechnung oder die Vorbereitung auf die eigene Persisch-Klausur. Said und ich sind mehr als ein Tandem-Projekt, wir sind Freunde.

Jette über ihr Tandem mit Mostafa:

Meine Freundschaft mit Mostafa ist noch in den Anfängen. Ich bin mir aber sicher, dass noch genügend Stunden bleiben, in denen wir noch mehr zusammen unternehmen und uns mit jedem Mal besser kennenlernen können. Denn gerade, weil wir uns das ein oder andere Mal vielleicht noch missverstehen, da mein Persisch zu wünschen übriglässt und Mostafa bei meinem extremen Sprechtempo in Deutsch auch manchmal nicht hinterherkommt, müssen wir uns noch mehr Zeit nehmen. Trotzdem haben wir in der relativ kurzen Zeit, die wir uns kennen, schon einiges unternommen. Mal waren wir an der Alster eine Runde laufen, mal haben wir uns bei einer Sneak-Preview im Kino überraschen lassen. Ich habe Mostafas Zuhause kennengelernt und er meins. Besonders schön war, als sich an meinem Geburtstag endlich mal die Gelegenheit ergeben hat, Mostafa meinen Freunden vorzustellen. Leider ist es auch für uns aufgrund von Uni und Schule manchmal schwierig ein Zeitraum zu finden, der beiden passt. Da wir beide jedoch sehr spontan sind, bin ich optimistisch, dass wir uns weiterhin regelmäßig sehen können. Ich freue mich darauf, noch viel mehr über Mostafa zu erfahren und noch viel mehr mit ihm zu teilen und bin gespannt, was wir noch zusammen erleben werden.

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