Sie gelten als Versager

Ghana ist ein Land, das in seiner Geschichte, besonders während der Kolonialzeit, besonders wegen seines hohen Vorkommens an Gold, bekriegt wurde und Schauplatz für viele blutige Kriege der Kolonialmächte war. Alle wollten die ehemalige Goldküste für sich gewinnen. Und so entwickelte sie sich schon nach kurzer Zeit zum größten Sklavenumschlagplatz der Welt. Auch heute noch ist Ghana einer der größten Goldexporteure der Welt. Zudem produziert es über 40% des weltweiten Kakaobedarfs. Doch durch die große Abhängigkeit vom Weltmarkt brauch die Ghanaische Wirtschaft Ende 2015 vollends zusammen. Kein Strom mehr, keine Entwicklung und kaum Arbeit. Ghana konnte kein Erdgas mehr aus Nigeria importieren und die Wirtschaft kam zum Erliegen und das Stromnetz brach zusammen. Yazu machte sich auf den Weg über Nigeria nach Libyen und mit dem Schiff nach Italien. Dort sitzt er seitdem in einem Erstaufnahmelager ohne Papiere. Er arbeitet schwarz auf einer Baustelle jeden Tag acht Stunden und bekommt dafür 10 Euro am Tag. Das Geld schickt er an seine kranke Mutter. Er lebt von den knapp 70 Euro, die er pro Monat von der italienischen Regierung bekommt, plus einer warmen Mahlzeit am Tag. Doch was hätte er in Ghana schon machen können, fragt er. Es gibt keine Ausbildungsmöglichkeiten. An den neun Universitäten des Landes kostet ein Semester 10.000 US-Dollar. Im Durchschnitt verdient ein Ghanaer 1.500 US-Dollar pro Jahr. Wer kann sich die Universität also leisten? Richtig lesen und schreiben kann er nicht. Er ist auf eine öffentliche Schule gegangen, mit 90 anderen in einer Klasse, und er hatte keinen Stift und kein Buch. Seine einzige Möglichkeit wäre, den Hof seiner Mutter zu übernehmen. Sie hat ein kleines Stück Land und drei Hühner, aber das ist seine einzige Perspektive.

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