Maraba – Willkommen! (Abschlussbericht, September 2017)

Straßenfest in Bernstorff

Der letzte Monat in der Kontinentenschule verlief sehr gut. Am 25.6.2017 haben wir auf dem Bernstorffstraßenfest eine Spendensammelaktion veranstaltet. Wir haben Getränke und Kuchen verkauft und versucht neue Lehrer für das Projekt zu begeistern. Die Aktion verlief sehr gut und wir konnten etwas Geld einnehmen, um die Schule zu unterstützen.

Größte Herausforderung: Mangel an SprachtrainerInnen

Dennoch mangelt es der Schule weiterhin an Lehrkräften. Viele der Freiwilligen arbeiten mehrmals die Woche, um das Projekt aufrecht zu erhalten. Dies stellte im Laufe meiner Projektarbeit immer mehr ein Problem dar und entwickelte sich zu der größten Herausforderung in meiner Arbeit. So habe ich zum Ende des Semesters dreimal wöchentlich unterrichtet und das Projekt nahm einen sehr großen Teil meiner Zeit in Anspruch. Trotz des großen Engagements der beteiligten Freiwilligen kam es immer öfter zu Unterrichtsausfällen, was dazu führte, dass der Unterricht teilweise nur langsam voranschreiten konnte. Ich finde es wirklich schade, dass das Projekt mit so großen Schwierigkeiten zu kämpfen hat und würde mir wünschen, neue LehrerInnen für das Konzept begeistern zu können. Die Nachfrage ist sehr groß und trotz des Lehrermangels und beengten Räumlichkeiten kamen jede Woche viele Geflüchtete in den Unterricht.

Rückblick

Ich hatte immer große Freude am Unterrichten. Die Atmosphäre im Team und in der Arbeit mit den SchülerInnen war durchweg positiv. Jedem, der in die Schule kam, wurde geholfen, auch wenn das viele der Freiwilligen vor große Herausforderungen stellte, da das Lernniveau sich innerhalb der einzelnen Gruppen weit auseinander bewegte, doch niemand wurde weggeschickt. Die Atmosphäre auch innerhalb der Lerngruppen war sehr gut. Neue TeilnehmerInnen wurden immer ohne Probleme integriert und man hat einander unterstützt und über anfängliche Sprachbarrieren hinweggeholfen. Als Ziel habe ich mir am Semesteranfang gesetzt, die Geflüchteten auf ihre Sprachprüfungen vorzubereiten, und zu meiner Freude haben bereits einige der SchülerInnen aus dem A2-Kurs ihre Prüfung erfolgreich bestanden.

Ausblick: Weiterlernen im Tandem

Leider wird es mir im nächsten Semester nicht möglich sein, die Kontinentenschule weiterhin zu unterstützen, da ich umgezogen bin, doch das Sprachtandem, welches ich mit einigen der SchülerInnen immer noch veranstalte, werde ich weiterführen. Die Nachfrage nach einem Tandempartner ist sowohl von Seiten der Geflüchteten als auch von Seiten der Hausa-StudentInnen an der Universität Hamburg groß. Viele der Geflüchteten haben sich sehr gefreut durch dieses Konstrukt enge Kontakte und Freundschaften mit Hamburgern knüpfen zu können. Mir wurde vermehrt von SchülerInnen der Kontinentenschule berichtet, dass sie kaum mit Menschen befreundet sind, die nicht aus ihrem Heimatland stammen und dass sie gerne die Möglichkeit hätten, mehr mit Menschen aus Hamburg in Kontakt zu treten. Ich sehe das Tandem dafür als sehr gute Möglichkeit, da man sich in lockerer und ungezwungener Atmosphäre über jegliche Themen unterhalten kann, die einen interessieren. Der Spracherwerb ist hierbei zunächst nebensächlich, entwickelt sich jedoch mit der Zeit von ganz alleine. Man kann sich in Kaffees oder Bars treffen und so über den Unterrichtskontext hinaus Freundschaften knüpfen. Ich hoffe, dass es mir im nächsten Semester gelingt, dieses Tandem weiter auszubauen und eventuell Tandems für andere Sprachen zu initiieren.

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