Maraba – Willkommen! (Zwischenstand, Juni 2017)

Immer noch bringt mir die Arbeit an der Deutschschule in der Sternenschanze sehr viel Spaß. Das Team der Lehrer hat mich von Beginn an mit offenen Armen empfangen. Mittlerweile wurde mir sogar ein Schlüssel für die Räumlichkeiten der „Schwarzen Schule“ überlassen und ich habe mich sehr über das schnelle Vertrauen und die Verantwortung gefreut. Die Lehrer sind alle sehr engagiert. Zweimal die Woche findet, neben dem normalen Unterricht, ein Alphabetisierungskurs an der Kontinentenschule statt.

Einmal die Woche wird zusammen gekocht, was sehr viel Spaß bringt, und es entwickelte sich schnell eine freundschaftliche Basis zwischen Lehrenden und Teilnehmenden der Kontinentenschule. Das Kochen wird mittels Spenden realisiert.  Da in einer Lerngruppe meistens auch nur bis zu zehn Teilnehmende sind, lernt man sich schnell gut kennen. In der Gruppe A2, die ich derzeitig regelmäßig unterrichte, sind acht Schüler, mal mehr, mal weniger. Im letzten Monat waren es jedoch oft nur drei Schüler. Viele der muslimischen Schüler sind während des Ramadan nicht zur Schule gekommen.

Der Kontinentenschule fehlt es, durch die wachsende Nachfrage, mittlerweile an Räumlichkeiten und ein Teil der Schule musste in ein anderes Gebäude verlegt werden. Leider mangelt es derzeitig auch an Lehrkräften. Aus diesem Grund können in der Schule momentan nicht alle Unterrichtseinheiten stattfinden. Trotzdem wird von allen Helfern und Schülern das Möglichste versucht, um den Unterricht stattfinden zu lassen und bei schönem Wetter wird der Unterricht ganz einfach ins Freie verlegt. Ich habe, auf Grund des Lehrermangels, derzeitig eine zweite Gruppe am Freitagvormittag übernommen. Zu dieser Zeit unterrichte ich die Gruppe der Fortgeschrittenen. Dies fällt mir nicht immer leicht, denn bei Themen wie Bewerbungen und Lebensläufe formulieren bin ich mir selbst oft unsicher. Besonders schwer fällt es mir aber, die deutsche Grammatik zu erklären. Oft fällt mir keine bessere Antwort ein, als „das ist einfach so“. Auch sprachlich ergeben sich oft Schwierigkeiten. Manche der Schüler sprechen kein Englisch und ihnen die deutsche Grammatik auf Deutsch verständlich zu machen, stellt für mich oft eine Herausforderung dar.

Da ich im Nebenfach Hausa studiere, treffe ich mich auch neben dem Schulunterricht mit einigen der Schüler aus der Kontinentenschule. Die meisten Teilnehmer der Schule sprechen Hausa. Oft reden wir dann einfach über alltägliche Dinge wie das Wetter oder unsere Familien in Deutsch und Hausa. Nach dem Ende des Ramadan wollen sich noch mehr Schüler dieser Tandem-Gruppe anschließen und auch einige meiner Kommilitonen wollen mitmachen. Diese Tandems bestehen schon länger und wurden von meiner Hausa-Lehrerin organisiert. Da es aber nie genug Hausa-Sprecher gab, habe ich beschlossen, dies mit Hilfe der Schüler aus der Kontinentenschule etwas zu erweitern. Ich hoffe, dass ich dieses Vorhaben in die Tat umsetzten kann.

Am Sonntag, den 25.6.2017 findet im Centro Sociale das „Umsonstfest“ statt. Hier wird die Kontinentenschule durch einen Stand vertreten sein, Kuchen verkaufen, Spenden sammeln und auch hoffentlich neue Lehrer und Helfer anwerben.

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