Kinderbetreuung in Harvestehude (Zwischenstand, Juni 2017)

In der ersten Sitzung unseres Seminars tauschten wir uns zunächst darüber aus, aus welchen Gründen wir uns für geflüchtete Menschen engagieren wollten. Wir stellten fest, dass die Frage nach unseren Beweggründen gar nicht so einfach zu beantworten war, wie wir im ersten Moment dachten. Wir wollen benachteiligten Menschen helfen, Ungerechtigkeit entgegenwirken, wir empfinden es als richtig – da waren wir uns einig. Aber so ganz zufrieden waren wir mit diesen schwer greifbaren Antworten nicht. Sich für geflüchtete Menschen zu engagieren heißt, ein politisches Statement abzugeben – das war schon mal etwas konkreter, mit dieser Antwort waren wir zumindest ein bisschen zufrieden.

In der folgenden Sitzung stellten Kommilitonen bereits bestehende Projekte vor. Die Kinderbetreuung der Flüchtlingshilfe-Harvestehude e.V. sagte uns am ehesten zu. Einige von uns hatten bereits Erfahrungen mit Kinder- und Jugendarbeit und zudem hielten wir es für sinnvoll, uns einem bereits bestehenden Projekt, welches noch Freiwillige sucht, anzuschließen. So konnten wir möglichst schnell und ohne viel Planungsarbeit tätig werden. Per E-Mail nahmen wir Kontakt zum Flüchtlingshilfe-Harvestehude e.V. auf. Wir vereinbarten einen Termin, um uns vorzustellen.

Bei dem Treffen wurden wir grob eingewiesen, unterschrieben eine Vereinbarung und bekamen vorläufige Namensschilder. Wir beantragten beim Amt ein erweitertes Führungszeugnis und kontaktierten Frau E., die zuständig für die Koordination der Freiwilligenarbeit ist, telefonisch oder per Mail.

Angeboten wird montags bis freitags zum einen Kinderbetreuung für Kinder im Alter von null bis sechs Jahren, zum anderen eine Hausaufgabenbetreuung für Kinder im Grundschulalter. Auch gibt es Beratungs- und Sprachförderungsangebote, an Freiwilligen mangelt es jedoch vor allem in der Kinder- und Hausaufgabenbetreuung. Wir teilten uns auf, zwei aus unserer Gruppe arbeiten nun in der Kinderbetreuung und zwei in der Hausaufgabenbetreuung. Für die Termine, an denen wir Zeit haben, tragen wir uns online in eine Liste ein. Im Moment sind wir einmal pro Woche dort. In die Arbeit mit den Kindern wurden wir von anderen Freiwilligen eingeführt.

Bezüglich der anfänglichen Schwierigkeiten, wie die teilweise erheblichen Sprachbarrieren und die Verunsicherung der Kinder dadurch, dass wir die einzigen männlichen Freiwilligen in der gesamten Kinderbetreuung sind, glauben wir auf einem guten Weg zu sein.

Auch wenn wir möglicherweise immer noch keine klar formulierte Antwort auf die Frage nach unseren Gründen, geflüchteten Menschen zu helfen gefunden haben, haben wir inzwischen dennoch das Gefühl, die Antwort zu kennen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.