Geschlechtsspezifische Argumentationslinien rechtsorientierter Frauen gegen Geflüchtete (Zwischenstand, Juni 2017)

Was ist unser Forschungsansatz?

Die Grundidee unserer Forschungsarbeit ist es eine geschlechtsspezifische Perspektive bezüglich rechter Szenen zu eröffnen. Das Ziel hierbei stellt die Herausarbeitung von Strukturen und identitätsstiftenden Momenten rechter Szenen für Frauen dar.

Unsere Forschung bildete sich im Kontext des Seminars „Rechtsextremismus und -populismus in Europa“ und fungiert unter anderem als Vorüberlegung der Fragestellung „Welche geschlechtsspezifischen Argumentationslinien rechtsorientierter Frauen gegen Geflüchtete ergeben sich in Bezug auf den aktuellen Kontext von Flucht, Migration und Zuwanderung?“. Somit stellt diese erweiterte Fragestellung eine Spezifizierung unserer Forschung dar und ermöglicht nochmal einen weiteren Fokus, den wir in dem Seminar „Refugees Welcome, aber wie“ als Ergänzung zu unserer vorangegangenen Arbeit bearbeiten.

Wir bedienten uns der qualitativen Forschung, um Experteninterviews durchführen zu können. Dies erscheint uns wichtig, um Theorien zu Rechtsextremismus mit der praktischen Erfahrung von Expert/innen zusammen zu bringen und zu vergleichen. Die Interviews sind in Form eines Leitfadenkonzeptes: dies beinhaltet, dass die Forschungsfrage durch 10 weitere Fragen spezifiziert wird. Der letzte Frageblock bezieht sich vor allem auf die derzeitige Situation und stellt einen klaren Bezug zur Geflüchtetenthematik dar.

Auf der theoretischen Grundlage bedienen wir uns den Überlegungen Heitmeyers zu rechtsextremistischen Orientierungsmustern, sowie Sillers zu Rechtsextremismus bei Frauen und Gieseckes Ideen zur rechten Szene als Identitätsanbieter und weiteren ergänzenden Denkarbeiten.

Unsere Interviews haben wir mit Menschen durchgeführt, die innerhalb des Feldes praktisch arbeiten. Zum einen mit einem Sozialarbeiter, der in Ausstiegs- und Distanzierungsarbeit tätig ist und zum anderen mit ExpertInnen der antirassistischen und präventiven Kinder- und Jugendbildung mit dem Schwerpunkt Rechtsextremismus. Dieses Vorhaben begründet sich darin, dass wir uns zunächst eine Grundexpertise aneignen möchten, um in einem möglichen nächsten Forschungsprojekt Interviews mit Aussteigerinnen bzw. rechtsorientierten Frauen durchzuführen.

Was ist unser momentaner Forschungsstand?

Zurzeit werten wir die zwei durchgeführten Interviews aus. Dazu bilden wir Analysekategorien, um jene im nächsten Schritt mit unserer Theoriearbeit zu vergleichen. Hierfür befinden wir uns in einer intensiven Auseinandersetzung mit dem jetzigen Forschungsstand. In der nächsten Phase möchten wir diese Vorarbeiten schriftlich ausformulieren, um zu einer systematischen Analyse zu kommen.  

Einen gesonderten Analyseaspekt stellt der Bezug zur gegenwärtigen Geflüchtetenthematik dar. Hierfür haben wir zwei Zusatzfragen formuliert:

  1. Welche geschlechtsspezifischen Argumentationslinien rechtsorientierter Frauen gegen Geflüchtete ergeben sich in Bezug auf den aktuellen Kontext von Flucht, Migration und Zuwanderung?
  2. Inwiefern verändert und beeinflusst der derzeitige Diskurs/ der aktuelle Kontext von Flucht, Migration und Zuwanderung die Gesinnung und Orientierung rechtsorientierter Frauen?

Wir sind dabei, anhand dieser Fragen, aus unseren Interviews Antwortansätze zu analysieren. Unsere nächste Aufgabe wird es sein diese Informationen zu clustern und für den Blog so aufzuarbeiten, dass zum einen unsere geschlechtsspezifische Forschung als Grundfundament verstanden und die Geflüchteten-Spezifizierung als Ergänzung und als ein denkbarer Ansatz für weitere Forschung wahrgenommen wird. Wünschenswert wäre es, dass dadurch die Forschung vielschichtig weitergetragen wird. Wir sind dabei eine Art Mind-Map-Cluster zu entwickeln, um unsere Fragestellung mit Zitaten aus unseren Interviews in Zusammenhang zu bringen. Ganz vereinfacht und exemplarisch könnte eine Darstellung so aussehen:

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