Fahrradkurs von Frauen für Frauen (Zwischenstand, 10. Juni 2017)

Safety first!

Um sich für das Fahrrad-Projekt sicher und vorbereitet zu fühlen, hatten wir als Gruppe ausgemacht uns mit Frau Keller zusammen zu setzen. Frau Keller arbeitet als Verkehrspolizistin in Hamburg-Bahrenfeld und stand uns schon im letzten Semester mit Tipps und Tricks zur Verfügung. Als wir ihr von unserem Vorhaben berichteten, bot sie auch in diesem Semester ihre Hilfe an, die wir dankend annahmen. So haben wir telefonisch abgemacht, uns am Mittwoch, 24.05.17 in ihrem Polizeikommissariat zu treffen.

Frau Keller selbst arbeitet gewöhnlicherweise nur mit Grundschulkindern zusammen und hatte demnach selbst keine bzw. wenige Erfahrungen mit geflüchteten Frauen. Doch Frau Keller munterte uns auf, dass die Grundsätze der allgemeinen Regeln für das Fahrradfahren sich nicht ändern, egal mit welchen Menschen man zusammenarbeitet.

Die erste Regel, die sie nannte und wohlmöglich auch die wichtigste ist, dass man als Fahrradfahrer/-in sich immer rechts ordnen muss, da in Deutschland das Rechtsfahrgebot gilt. Was uns die Sache erleichtert hatte, war der Vergleich mit Autofahrer/-innen, da für beide immer die gleichen Regeln gelten. Weiterhin erklärte uns Frau Keller die Vorfahrtsregeln bei Kreuzungen und Einmündungen, die nach Priorität geordnet sind: zuerst gelten die Handzeichen der Polizei, dann die Farben der Ampel, die Vorfahrtsschilder und schließlich die Regel „rechts vor links“. Frau Keller zeigte uns die verschiedenen Regeln pantomimisch und spielerisch, die wir uns aufgemalt haben, um sie genauso den geflüchteten Frauen präsentieren zu können.

Auch Regeln, die für uns vielleicht selbstverständlich und banal erscheinen, wurden nochmal aufgegriffen wie z.B. das genaue Anhalten auf der Haltelinie bei einer Ampel oder einer Überquerung. Auch wichtig zu erwähnen ist, dass in Deutschland das Gesetz besteht, ab 10 Jahren nicht mehr auf dem Gehweg zu fahren, da man als Fahrradfahrer bei einem möglichen Unfall immer die Schuld mit sich trägt.

Was wir auf alle Fälle für die geflüchteten Frauen zusammen mit Frau Keller geplant haben ist das spielerische Lernen des einhändigen Fahrens. Einhändig fahren ist notwendig, um zu signalisieren, in welche Richtung man abbiegt oder wenn man ein Hindernis umgehen möchte.

Wir haben uns überlegt beispielsweise Bretter oder Hüte aufzustellen, um Slalomfahren zu üben oder dass wir uns in einer Reihe aufstellen und die Frauen jedes Mal, wenn sie an uns vorbeifahren, abklatschen müssen. Weiterhin haben wir geplant das Bremsen zu üben.

Frau Keller wies darauf hin, die Versicherung der geflüchteten Frauen abzuklären. Außerdem nannte sie uns eine Spendenorganisation namens „Nutzmüll“, die Fahrräder zum kostenlosen Verleih zur Verfügung stellen, wo wir Kontakt aufnehmen wollen. Sie gab uns noch Flyer über die Grundregeln des Fahrradfahrens, die jeweils auf Farsi und Persisch, die wir verteilen wollen.

Alles in allem war es ein sehr nettes, gemütliches Treffen mit Frau Keller, die auch uns persönlich im Straßenverkehr weitergeholfen hat und uns bei unserem Projekt sehr unterstützt hat.

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