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Besuch beim Shisha-Café

Zum ersten gemeinsamen Ausflug erschienen zwei Menschen aus der Einrichtung. Einen von beiden kannte ich durch das Training sowie von anderen Begegnungen schon etwas besser, der andere war mir neu. Die Stimmung zwischen uns war sehr locker und schon auf dem Weg zum Café sprachen wir über sehr viele unterschiedliche interessante Themen. Vor allem sprachen wir über die Lebensrealität der beiden in Deutschland. Der Einblick in ihre individuelle Perspektive auf die jeweiligen Verhältnisse waren für mich sehr bereichernd.

Im Café bestellten wir zwei Shishas und Getränke und führten unsere Gespräche fort. Am Ende aßen wir noch gemeinsam etwas beim iranischen Imbiss von nebenan. Wir beschlossen vielleicht bald gemeinsam bei der Einrichtung zu grillen. Einer der beiden erzählte mir, dass er ein Bankkonto braucht, um einen Vertrag bei McFit abzuschließen. Dies teilte ich am Abend direkt Sonja mit.

Der Abend war schön und hat die Überlegungen gemeinsamer gezielter Treffen bestätigt. Wir werden versuchen durch diese Treffen mehr Menschen zu einem Netzwerk zu verbinden sowie auch auf persönliche Bedarfe besser eingehen zu können. Der individuelle Bedarf der Menschen hat im Vordergrund zu stehen, daher ist eine flexiblere Ausrichtung meines Angebots sehr sinnvoll. Ich freue mich auf den weiteren Verlauf meines Projekts.

Der weitere Verlauf

Bei den kommenden Terminen für mein Sportangebot erschien leider niemand. Dem einen meiner beiden Teilnehmer war es aufgrund körperlicher Beschwerden nicht möglich erneut zu trainieren. Der andere hatte vermutlich keine große Lust auf diesen Kampfsport. Ob es an dem Wetter lag, an dem Zeitpunkt des Termins oder anderen Gründen, war und ist schwer zu sagen.

Sonja und ich trafen uns erneut, um einige Flyer zu verteilen und Werbung für mein Angebot zu machen. Außerdem erschien ich erneut bei dem Beratungs-Café am Donnerstag zwecks Kennenlernen und Werben. Sonja hatte außerdem einen Bowling-Abend organisiert, den ich begleitete. Bei dem Bowling-Abend waren neben Sonja, ihrem Kollegen und mir sechs junge erwachsene Menschen der Unterkunft am Mattkamp. Diese sechs Menschen kannte ich vom Café und meinem einen Training schon besser. Aus unseren Gesprächen ergab sich ein größeres Interesse an Fußball anstelle von Kampfsport.

Außerdem setzten Sonja und ich uns erneut zusammen und besprachen, wie wir mehr Menschen für mein Angebot motivieren können. Da zu den Sportterminen nie wirklich jemand erschien, der Bowling-Abend jedoch gut besucht war, entschieden wir uns das Angebot zu verändern. Sonja hatte die Idee zu jeweils verschiedenen, bestimmten Aktivitäten einzuladen. Die erste Aktivität soll der gemeinsame Besuch eines Shisha-Cafés sein.

Ein Ausflug zur Ostsee oder in den Wildpark Schwarze Berge, Tretbootfahren und vieles mehr soll folgen. Ich denke, durch diese gemeinsamen Aktivitäten in und rund um Hamburg wird es uns auf Dauer gelingen eine Gruppe aufzubauen. Auch verspreche ich mir vom dann verstärkten Kontakt, mehr über den Bedarf und die konkreten Wünsche bezüglich meines Angebots von den betreffenden Menschen vom Mattkamp zu erfahren.

Das erste Mal Sport mit Shah

Zum Auftakt meines Angebots traf ich mich mit Sonja am 12.02.2018 am Gemeinschaftsraum der Einrichtung. Auf dem Weg traf ich zwei Bewohner, welche ich schon von meinen vorherigen Besuchen kannte. Sie zeigten Interesse an meinem Sportangebot und sagten mir, dass sie gleich vorbeischauen würden. Sonja zeigte mir die Matten, und um 18 Uhr erschienen meine beiden ersten Teilnehmer. Ich fragte sie erst einmal, ob sie generell Lust auf Kampfsport hätten oder lieber etwas anderes machen wollten, doch sie zeigten sich interessiert.

Zusammen schoben wir Tische und Stühle im Gemeinschaftsraum beiseite und legten die Matten aus. Währenddessen gesellten sich 3 Kinder und ein etwas älterer Erwachsener als Zuschauer zu uns. Ich gab ein einstündiges Basis Brazilian Jiu Jitsu Training, und wir hatten viel Spaß zusammen. Wir dehnten uns, räumten die Matten weg und richteten den Raum wieder so her, wie wir in vorgefunden hatten. Die beiden Teilnehmer luden mich anschließend noch in ihr Zimmer ein. Wir redeten noch fast eine Stunde, und dann fuhr ich nach Hause. Es sind zwar nur zwei Teilnehmer erschienen, aber es war für mich trotzdem ein sehr guter Start meines Angebots.

Planung eines Angebots „Sport mit Shah“

Sonja und ich trafen uns an einem Montag in der Unterkunft in Billstedt, im Gemeinschaftsraum der Einrichtung. Dort waren ebenfalls zwei junge Männer und ein Arabisch sprechender Kollege von Sonja. Sonja und ihr Kollege unterstützten die beiden Männer bei Problemen mit Behördenangelegenheiten.

Im Anschluss daran begleitete ich Sonja bei einem Rundgang durch die Einrichtung, in welcher sie gezielt junge Erwachsene zwischen 18 und 27 auf die Angebote von basis & woge aufmerksam machen wollte. Zum Beispiel gibt es jeden Donnerstag ein Kennlern-Café.

Die größte Gruppe Geflüchteter in der Einrichtung bilden junge Erwachsene. Deshalb erschien es Sonja sinnvoll für diese Freizeitangebote zu schaffen. Mit dem Format „Sport mit Shah“ knüpften wir an diesen Überlegungen an. Der Rundgang ermöglichte mir schon einen ersten Kontakt zu potentiellen TeilnehmerInnen meines geplanten Sportangebots.

Anschließend besprachen Sonja und ich uns, wie genau dieses aussehen sollte und welche Materialien, beziehungsweise Räumlichkeiten ich dafür benötige. Da ich seit 4,5 Jahren den Kampfsport Brazilian Jiu Jitsu betreibe, lag es für mich nahe, diesen Sport anzubieten. Optional hatte ich auch die Idee ein Ganzkörper-Workout anzubieten. Sonja und ich kamen jedoch ebenfalls zu dem Schluss, dass es wichtig ist, welchen Sport sich die potentiellen TeilnehmerInnen wünschen und diese in die Planung miteinzubeziehen. Denn auch wenn die Idee eines Brazilian Jiu Jitsu Trainings oder Workouts mir noch so toll vorkommt – wenn niemand darauf Lust hat, macht es keinen Sinn.

Vorerst entschieden wir uns für den Gemeinschaftsraum der Einrichtung als Trainingsort und Sonja fand heraus, dass es ein paar für den Sport benötigte Matten in der Einrichtung gibt. Ebenfalls teilte sie mir mit, dass sie mir gegebenfalls benötigte Sportgerätschaften bereitstellen könnte.

Wir legten noch fest, dass mein Angebot jeden Montag von 18-20 Uhr stattfinden sollte und erstellten einen Flyer. In der folgenden Woche machte ich einen Rundgang in der Unterkunft und klebte meinen Flyer an die Eingangstüren von jedem Haus. Sonja händigte mir einen Schlüssel für den Gemeinschaftsraum der Unterkunft aus. Nun konnte mein Angebot starten.

Erstes Kennenlernen mit Sonja

Bevor ich auf mein eigenes Projekt stieß, wollte ich mich bei dem Projekt Flüchtlingslotsen der Diakonie Hamburg engagieren. Aus persönlichen Gründen war mir dies, wie sich leider herausstellte, dann aber nicht möglich. Glücklicherweise stellte Cornelia für mich Kontakt zu Sonja vom Verein basis&woge her. Dieser Verein ist ein staatlich anerkannter, gemeinnütziger Träger für soziale Dienstleistungen in Hamburg. Ein Arbeitsbereich dieses Trägers ist die Arbeit mit jungen Geflüchteten.

Sonja arbeitet mit den jungen Erwachsenen mit Fluchterfahrung in der Einrichtung von fördern und wohnen (f&w) in Hamburg Billstedt am Mattkamp 10. Um für diese jungen Erwachsenen zwischen 18 und 27 Jahren  Angebote zu schaffen, suchte Sonja Unterstützung. Ich kontaktierte Sonja und traf mich mit ihr in ihrem Büro in Billstedt. Da ich in Billstedt wohne, passte dies vom Ort her schon einmal sehr gut. Wir stellten uns gegenseitig näher vor und überlegten, wie ich mich in ihrem Projekt einbringen könnte. Da ich seit 4,5 Jahren Kampfsport trainiere, kam mir die Idee ein Sportangebot zu machen. Sonja fand die Idee gut und klärte mich darüber auf, dass sie ein erweitertes Führungszeugniss von mir benötigte. Wir verabredeten uns auf ein nächstes Treffen direkt in der Unterkunft am Mattkamp 10 in Billstedt.