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Malen, basteln, spielen oder kickern – Hauptsache Spaß!

Seit Anfang Januar bin ich nun wöchentlich einmal für 2-3 Stunden in der Unterkunft am Kaltenkricher Platz. Je nach Interesse der Kinder malen, basteln, spielen oder kickern wir zusammen.

Geduld und Verhandlungsgeschick sind gefragt

Da das Angebot während der Abendbrotzeit stattfindet, herrscht häufig ein ständiges Kommen und Gehen. Einerseits ist das schön, da eine ungezwungene Atmosphäre herrscht und wir uns sicher sein können, dass die Kinder zu uns kommen, weil sie Spaß an dem Angebot haben, andererseits sorgt das Ganze natürlich für starke Unruhe und es kommt immer wieder zu Diskussionen, weil das Essen nicht aufgegessen und stehen gelassen wurde, um zu uns zu kommen, oder weil Bastelsachen stehen und liegen gelassen wurden, um stattdessen lieber essen zu gehen. Hier ist manchmal viel Geduld und Verhandlungsgeschick gefragt. Mittlerweile konnte ich aber auch schon deutliche Verbesserungen der Situation feststellen, da wir alle zusammen Regeln aushandeln konnten, an denen sich jede_r orientieren kann. Das sind natürlich Prozesse, die Zeit brauchen.

Aufgrund dieser Gegebenheiten kommt es jedoch auch mal vor, dass nur zwei Kinder das Angebot nutzen und an anderen Tagen hingegen 18 Kinder vor uns stehen. Es muss demnach immer schnell spontan reagiert werden, was manchmal Bastel-Planungen über den Haufen werfen kann.

Kontinuität schafft Vertrauen

Mein Ziel, zu einigen der Kinder eine engere Bindung aufzubauen und zu einer Ansprechpartnerin für sie zu werden, habe ich auf jeden Fall erreicht. Das merke ich an Gesprächen und Anliegen, mit denen sie sich an mich wenden.

Vorgestern beim Busfahren habe ich zufällig eine Gruppe aus der Unterkunft getroffen, die gerade einen Ausflug gemacht hat, und da gab es ein lautes „Hallo“ und alle wollten, dass ich jetzt mit ihnen komme, um zu basteln. Solche Momente sind sehr schön.

Herausforderungen… Wutanfälle kommen häufiger vor

Herausfordernd an der Arbeit ist für mich gelegentlich, mit Situationen von Aggressivität umzugehen. Bei einigen Kindern führen kleinste Kleinigkeiten oder Missverständnisse zu großen Wutanfällen, bei denen es manchmal schwierig für mich ist, richtig zu reagieren. Situationen können bei ihnen in kürzester Zeit durch objektiv gesehene Nichtigkeiten kippen und dann sehen sie keinen anderen Ausweg als Gewalt oder Aggressivität. Hier würde ich mir manchmal wünschen, jemand Geschultes an meiner Seite zu haben, der mir zeigt, wie man in so einer Situation richtig auf das betroffene Kind eingeht. Da bin ich aber auch schon dran.

Alles in allem macht mir die Arbeit sehr viel Spaß und in der Regel wird auch sehr viel gelacht und einvernehmlich miteinander gespielt und gebastelt.

Das Ziel: die Bindungen zu den Kindern am Kaltenkricher Platz aufrechtzuerhalten

Leider wurde der Termin seitens der Unterkunft auf einen anderen Tag verlegt, sodass ich ab nächster Woche nicht mehr daran teilnehmen kann. Stattdessen werde ich montags in eine andere Unterkunft gehen. Doch ich hoffe derzeit darauf, schnell wieder in ein anderes Angebot am Kaltenkricher Platz wechseln zu können, um die bisher aufgebauten Bindungen dort aufrechterhalten zu können.

Endlich ist das Führungszeugnis da – es kann losgehen!

Juhu! Das Führungszeugnis ist da! Endlich ist es so weit und ich kann ab Januar 2018 regelmäßig im Kindertreff am Kaltenkircher Platz helfen.

Gerne hätte ich direkt dort angefangen, doch jetzt in der Vorweihnachtszeit stehen in allen Unterkünften die Weihnachtsfeiern an, die einerseits das Team von „kids welcome“ organisatorisch total auslasten und andererseits viele helfende Hände erfordern. Am 11.12. fand die erste Weihnachtsfeier statt, an der ich teilgenommen habe. Dafür ging es in eine Unterkunft in Wilhelmsburg. Hier haben wir zuerst die kahlen Aufenthaltsräume im Container festlich geschmückt, die Tische mit allerlei weihnachtlicher Deko sowie Plätzchen, Mandarinen, Nüssen, Saft und Tee eingedeckt, bevor die Bewohner_innen und Familien der Unterkunft langsam eintrudelten und sich anfangs noch etwas zögerlich hinsetzten. 

Nachdem die ersten Stücke vom Christstollen probiert worden waren (erst skeptisch, dann aber als lecker befunden), kam die Gruppe zunehmend miteinander ins Gespräch und die Kinder rätselten, ob der Weihnachtsmann auch vorbei kommen würde und Geschenke brächte oder nicht. Daher leuchteten alle Kinderaugen groß, als die Tür zur Küche aufging und der Weihnachtsmann mit zwei fleißig helfenden Engeln in der Tür stand und für jedes Kind eine Tüte voller Geschenke dabei hatte.

Das Team von „kids welcome“ hatte die letzten Monate fleißig Spenden gesammelt und Geschenktüten, nach Altersstufen gestaffelt, für die Kinder gepackt. Während der Geschenkeverteilung ging es etwas wuselig zu, aber weil sich alle daran hielten, dass die Tüten erst zuhause ausgepackt werden durften, legte sich der Trubel schnell.

Danach wurden fleißig weiter Plätzchen gegessen, die Erwachsenen unterhielten sich und ich ging mit ein paar Kindern, denen es etwas langweilig am Tisch wurde, in den Nebenraum und wir malten ein paar Bilder für die Mütter und Väter, damit diese auch noch mit einem Geschenk nach Hause gehen konnten.

Zu Beginn fühlte ich mich im Team ein bisschen überflüssig, weil alle eine klare Aufgabe beim Geschenke-Verteilen usw. hatten und ich nicht. Doch nachdem ich mich ein bisschen mit den Bewohner_innen unterhalten hatte und anfing, mit den Kindern zu malen, hatten wir schnell viel Spaß miteinander und ich merkte, dass diese Kommunikation Aufgabe genug war und es nicht schlimm war, dass ich nicht ins Geschenke-Verteilen involviert war und keine klar greifbare Aufgabe hatte. Einige kamen, bevor sie gingen, extra noch einmal zu mir und bedankten sich sehr für den netten Nachmittag und eines der Mädchen schenkte mir ein selbtgemaltes Bild. Das hat mich sehr gefreut.

Manchmal ist die Terminabstimmung mit den Verantwortlichen etwas schwierig, da meine Ansprechpartnerinnen immer wieder wechseln, sodass Einsätze, die ich geplant habe, doch nicht stattfinden, was manchmal ein bisschen frustrierend ist. Nun sieht es jedoch so aus, als ob ich ab Januar regelmäßig jede Woche in der ursprünglich geplanten Unterkunft zum Einsatz kommen kann und ein bisschen mehr Sicherheit und Regelmäßigkeit in den Terminen einkehrt, sodass ich zu den Kindern auch eine längerfristige Bindung eingehen kann.

 

Das Warten auf das Führungszeugnis

Der Start meines eigentlichen Projektes hat sich aufgrund des langen Wartens auf mein erweitertes Führungszeugnis leider etwas verzögert. Da ich ohne das Führungszeugnis nicht im Kindertreff am Kaltenkircher Platz eingesetzt werden kann, habe ich den Organisator_innen der Kinderprogramme meine Hilfe bei anderen Projekten angeboten und nebenbei schon eine Sammlung an Bastel- und Spieleideen erstellt, die ich, wenn ich endlich mein Zeugnis erhalten habe und im ursprünglichen Projekt arbeiten kann, hoffentlich mit einigen Kindern realisieren können werde.

„kids welcome“ organisiert, neben den wöchentlichen Kinderbetreuungen in verschiedenen Unterkünften im Hamburger Stadtraum, unter anderem auch eine mobile Kinderdisco, die am Wochenende je eine der Unterkünfte ansteuert und alle Kinder bis 14 Jahre, die Lust haben, zum gemeinsamen Tanzen animiert. In lockerer Atmosphäre wird hier zu Musik aus aller Welt zusammen getanzt, und die Kinder werden dazu ermuntert, sich, auch wenn andere Jungs oder Mädchen im Raum sind, tänzerisch frei auszudrücken und zu bewegen.

Derzeit warte ich auf die Bestätigung eines Termins, an dem ich dann teilnehmen kann. Des Weiteren hoffe ich natürlich, dass mein Führungszeugnis bald eintrifft und ich endlich mit meinem regulären Einsatz starten kann.

Basteln, spielen, toben – und dabei Deutsch lernen

Ich werde mich das kommende Semester in der Kinderbetreuung in der Erstaufnahmestelle am Kaltenkircher Platz engagieren. Bei dieser Unterkunft handelt es sich um eine Einrichtung speziell für geflüchtete Frauen und ihre Kinder, welche als besonders schutzbedürftig gelten. Sie sind in besonderer Weise von (sexueller) Gewalt, Zwangsehen, Prostitution und anderen sozialen Abhängigkeiten bedroht.

Um den Kindern ein bisschen Abwechslung in ihren Alltag zu bringen und einen Raum gezielt für Freizeit, Spiel und Spaß zu bieten, hat die Initiative „kids welcome“ Spielräume in den Erstaufnahmen eingerichtet, die zu regelmäßigen Zeiten in der Woche geöffnet sind. Ich werde mich in der Einrichtung am Kaltenkircher Platz an einem Nachmittag in der Woche engagieren. Der Kindertreff dient einerseits der Betreuung der Kinder, um den alleinstehenden Frauen mit Kindern Freizeit zu ermöglichen, in der sie Deutschkurse besuchen, Behördengänge erledigen oder einfach mal ein bisschen Zeit für sich haben können; andererseits aber auch und vor allem als Rückzugsort voller Spiel und Spaß für die Kinder. Hier wird gebastelt, gespielt, getobt oder vorgelesen. Ganz nebenbei und spielerisch kann die deutsche Sprache erlernt werden.

Ich wünsche mir, dass ich bis zum Ende des Semesters zu einer Bezugsperson für die Kinder geworden bin, statt eine fremde Person für sie zu sein. Außerdem erhoffe ich mir natürlich, eine freudebringende Zeit mit den Kindern zu erleben, ihnen eventuell beim Erlernen der deutschen Sprache helfen zu können und am Ende etwas Abwechslung in ihren Alltag gebracht zu haben.

Um in der Einrichtung beginnen zu können, muss ich nun ein erweitertes Führungszeugnis beantragen. Sobald ich das erhalten habe, werde ich mit einer anderen Freiwilligen das erste Mal in die Einrichtung gehen und mir alles von ihr zeigen lassen und hoffentlich die ersten Bekanntschaften unter den Kindern schließen.