Category Archives: Interkultureller Austausch (ikA) in Barmbek, WiSe 2017/18

Wir haben viel vor: Infoblätter für Kirchenasyl und Unterstützung bei der Wohnungssuche

Nach einer Weihnachtspause hat unsere Unterstützungsarbeit beim IkA wieder angefangen. Wir helfen Geflüchteten weiterhin zweimal pro Woche (Montags 10-12 und Donnerstags 15:30-18:30) mit dem Erklären und der Beantwortung offizieller Briefe, unterstützen beim Asylverfahren, begleiten zu Behörden und Rechtsberatung…

Außerdem haben wir am 21.01 eine spannende Team-Sitzung gehalten, wo wir über die zukünftige Strategie des IkAs, sowohl kurz- als auch langfristig, gesprochen haben. Wir haben entschieden, bis Ende März Infoblätter über das Kirchenasyl zu recherchieren und zu schreiben, da wir bemerkt haben, dass es viel mehr Nachfrage dafür als Möglichkeiten gibt. Deswegen möchten wir mehr Informationen darüber teilen, sodass Geflüchtete selbst besser einschätzen können, wie die Chancen und Vorgehensweisen sind. Es bedeutet aber für uns ziemlich viele Recherchen und es ist nicht einfach, das Thema ausführlich und trotzdem zusammengefasst zu erklären.

Da wir auch bemerkt haben, dass immer mehr Geflüchtete zu uns auf der Suche nach Hilfe bei der Wohnungssuche kommen, werden wir auch dazu überlegen, was für eine Hilfe wir anbieten können. Leider haben wir nicht genug Zeit, um innerhalb des IkAs Geflüchtete persönlich damit zu beraten und zu unterstützen. Deswegen möchten wir schon existierende Angebote in Hamburg recherchieren und Kontakte mit ihnen knüpfen, um eventuell zusammen zu arbeiten und vielleicht ein passendes Angebot auf Tigrinya entwickeln zu können.

Es gibt auch Momente, die sehr belastend sind. Momentan unterstützen wir Frauen, die sehr schreckliche Dinge erlebt haben und unter schlimmen posttraumatischen Störungen leiden. So etwas können wir ohne psychologische Ausbildung natürlich nicht packen und kontaktieren in so einem Fall andere Organisationen, die mehr Erfahrung in dieser Richtung haben. Eine von uns hat auch die Chance gehabt, eine Geflüchtete zu der Anhörung beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge zu begleiten. Es war sehr interessant zu sehen, was für Fragen gestellt wurden, wie die Übersetzer*innen bei der Anhörung arbeiten, wie die Angestellten beim BAMF sich mit der Geflüchteten verhalten, usw. Es wird uns in jedem Fall bei der Vorbereitung solcher Anhörungen mit den Geflüchteten helfen!

Wir fühlen uns langsam immer selbstständiger bei der Unterstützung der Geflüchteten, und die anderen Ehrenamtlichen und Angestellten des Projektes sind immer dabei, um uns zu helfen! Es macht immer Spaß und wir werden im nächsten Semester als Ehrenamtliche bei der Projekt dabei bleiben!

Wir lernen jedes Mal etwas Neues (Team 1)

In den letzten Wochen haben wir weiter an den Beratungsterminen teilgenommen und das Team unterstützt. Außerdem gab es weitere Begleitungen, beispielsweise zur Ausländerbehörde oder zur Rechtsberatung. Teilweise ist es frustrierend, wenn trotz großen Aufwands geringe Ergebnisse erzielt werden. Teils gibt es Erfolge, etwa wenn bei Personen, die wir schon in den Wochen davor begleitet hatten, Fortschritte gemacht werden. Die Atmosphäre im Team und mit den Geflüchteten ist weiterhin sehr gut und wir lernen jedes Mal etwas Neues. Zum Ende des Jahres wird ein Jahresbericht angefertigt, an dem wir mitgearbeitet haben. Es war interessant, etwas über die Anzahl an Beratungen, die Art der erfragten Hilfe zu erfahren, insbesondere im Vergleich zum Vorjahr.
(Während zuvor Asylfragen überwogen hatten, gab es in diesem Jahr vermehrt Unterstützungsbedarf bei der Job- und Wohnungssuche und vielen weiteren Anliegen.) Wir sind nicht immer alle zur gleichen Zeit bei der Beratung des IKA, sodass unsere Erfahrungen auch unterschiedlich waren. Es gab Tage, an denen sehr wenig zu tun war und andere, an denen sehr viele Menschen Beratungsbedarf hatten.

Zuletzt haben wir uns noch einmal über unsere Eindrücke ausgetauscht. Unser Ziel, uns besser in die Beratungstätigkeit einzuarbeiten, ist dadurch noch einmal deutlich geworden. Um auf lange Sicht mehr Aufgaben eigenständig erledigen zu können, würden uns Informationen zur Organisation der Beratungstätigkeit, Ansprechpartner*innen, rechtlichen Möglichkeiten und auch Formalia wie dem Verfassen von Briefen sehr helfen. Da die anderen Berater*innen schon zahlreiche Erfahrung auf diesen Gebieten haben, können wir in diesen Bereichen sicher viel von ihnen erfahren. Darüber hinaus werden die Beratungen und Begleitungen bis auf eine Weihnachtspause weiter stattfinden.

Die Arbeit macht Spaß! Manchmal hapert es im Ablauf an der Informationsweitergabe (Team 1)

Seit dem letzten Bericht haben wir uns gut in die Arbeit der Beratungsstelle des Interkulturellen Austauschs (ikA) in der Welcome Lounge in Barmbek eingearbeitet. Wir haben bereits jede_r Geflüchtete entweder zur Behörde oder zu anderen Terminen begleitet und konnten in der Beratungszeit viel von den anderen Berater_innen dazu lernen und sie in ihrer Arbeit unterstützen. Alle verstehen sich gut und es ist ein angenehmes Arbeitsumfeld.

Die Geflüchteten, die mit ihren Anliegen zu uns kommen, sind auch alle sehr freundlich und geduldig, sodass die Arbeit im ikA Spaß macht. Schwierigkeiten treten manchmal auf, wenn Geflüchtete nicht alle ihre Unterlagen mitbringen, oder einige Geschehnisse nicht berichten, und wir uns dann um etwas kümmern, was aber andere Informationen gebraucht hätte, um es ordentlich zu erledigen. So kann es vorkommen, dass man mal umsonst einen Anruf macht oder zur Behörde geht.

Wir haben auch gemeinsam mit den anderen Mitarbeiter_innen bemerkt, dass es manchmal an Organisatorischem unsererseits hapert. Zum Beispiel ist uns aufgefallen, dass wir keinen guten Überblick über die Unterlagen der Geflüchteten haben und dass wir manchmal zu einer anderen Beratungsstelle gehen, um Informationen zu bekommen, die diese leider nicht haben. Beides ist ein Mangel an Informationsweitergabe.

In Zusammenarbeit mit dem Rest des Teams beim ikA haben wir zusammen überlegt, wie wir solche Probleme lösen können bzw. wie wir unsere Online-Cloud besser nutzen können. Wir haben bereits angefangen, unsere Datenbanken zu überarbeiten und fehlende Dinge hochzuladen und zu sortieren, sodass wir in Zukunft effizienter arbeiten können.

Unser Ziel, uns weiter einzuarbeiten und besser über Asylrecht informiert zu sein, besteht weiterhin und wir sind alle auf einem guten Weg selbstständig Arbeiten zu übernehmen und hoffentlich auch irgendwann komplett selbstständig Fälle bearbeiten zu können.

Was ich vorhabe… (Team 2)

Bei dem Projekt von Welcome to Barmbek wird Unterstützung in verschiedenen Bereichen gesucht. Konkret möchte ich mich bei den Gesuchen nach Begleitungen zu Freizeitaktivitäten erkundigen, wer, wann, wo was machen möchte. Auch bei der Erstellung von Bewerbungen im Wifi Café möchte ich anfragen, wann Untersützungsbedarf ist.

Beteiligt sind Ansprechpersonen der Initiative Welcome to Barmbek, Geflüchtete und weitere Ehrenamtliche. Es gibt Kontaktmöglichkeiten sowohl über die Homepage als auch gezielt projektbezogen über die Seite www.helphere.de Ziel ist, sich nachbarschaftlich solidarisch zu zeigen und geflüchtete Menschen bei alltäglichen Herausforderungen zu unterstützen, sodass die Teilhabe und Repräsentation gefördert werden, die zu einem gleichberechtigten Leben in unserer Gesellschaft gehören.

Bislang habe ich mich über die Inititative informiert, deren Termine, Projekte, Standorte und Kontaktmöglichkeiten recherchiert. Die nächsten Schritte sind, die Welcome Lounge aufzusuchen und per Email in Erfahrung zu bringen, wie der Stand in den angedachten Projekten ist (Fragen s.o.).

Was wir vorhaben… (Team 1)

Wir arbeiten in einem bereits bestehenden Beratungsangebot in der Welcome Lounge in Barmbek, in dem Geflüchtete mit Hilfe von zwei Übersetzern zu ihren Asylanträgen beraten werden, ihnen die Bedeutung von Briefen von Behörden erklärt wird und nächste Schritte zum Vorgehen der Anträge erarbeitet werden. Darüber hinaus werden Geflüchtete bei Bedarf zu Behörden, Arztterminen etc. begleitet. Momentan arbeiten wir uns gerade in diese Arbeit ein und lernen viel zum Funktionieren von deutschen Behörden und zum Asylrecht. Dabei unterstützen uns die anderen ehrenamtlichen Mitarbeiter_innen, die schon viel Erfahrung zu den eben genannten Themen haben.

Die Beratung findet innerhalb der Zeit des interkulturellen Austausches statt, so dass wir in dieser Zeit die Menschen besser kennenlernen können und sich die Geflüchteten untereinander austauschen können.

Bis zum Ende des Semesters wollen wir in der Lage sein, selbstständig Geflüchtete zu beraten und mehr über die Herausforderungen der Eritreer_innen verstanden haben. Darüber hinaus ist ein Hauptziel der Welcome Lounge in Barmbek die Geflüchteten bei einem selbständigen Leben zu unterstützen und ihnen Zugang zu vorhandenen Einrichtungen zu ermöglichen.

Bisher hat Hannah sich meistens mit dem Fall einer jungen Dame befasst, deren Asylantrag in einem anderen Land abgelehnt wurde und die jetzt irregulär in Deutschland ist. Zusammen sind sie zweimal zur Refugee Law Clinic an der Uni Hamburg gegangen, um dort Beratung zu finden. Während der Öffnungszeiten des interkulturellen Austausches hat Hannah auch eine Familie mit einem KITA-Antrag geholfen.

Neben der allgemeinen Einarbeitung in die Abläufe, hat Jessy eine Frau mit gesundheitlichen Beschwerden zum Arzt und anschließend ins Krankenhaus begleitet und eine Woche später einen Mann zur Ausländerbehörde begleitet, um herauszufinden, welche weiteren Dokumente er für seinen Antrag benötigt. Darüber hinaus hat Jessy sich in den Fall einer psychisch belasteten Geflüchteten eingearbeitet und sie unterstützt eine Petition zu schreiben, um ihre Abschiebung zu verhindern.

Nola war letzte Woche Donnerstag zum ersten Mal in der Welcome Lounge bei der Beratungsstelle und wurde dort vom Team gut an die Hand genommen. Zunächst hat sie bei den Anliegen und der Beratung der Geflüchteten zugehört, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie bei verschiedenen Problemen im Asylverfahren reagiert werden kann. Sie konnte auch schon beim Formulieren verschiedener Anträge unterstützen und Begleitung einer Geflüchteten zum Petitionsausschuss übernehmen.