Category Archives: Flüchtlingslotsen Diakonie Hamburg

Begleitungen: Arztbesuche, Termine beim Jobcenter oder im Bezirksamt, KiTa-Suche, Erledigungen in der Bank…

Seit der letzten Präsenation haben noch einige Begleitungen stattgefunden. Vor allem Samira und Abdo sind gefragte Begleiter, da sie über Sprachkenntnisse (Arabisch, Dari, Farsi) verfügen und sich somit besonders gut eignen und auch besonders gut helfen können.

https://www.bmi.bund.de/SharedDocs/bilder/DE/verteilerseite/gesellschaft-integration/gesellschaftlicher-zusammenhalt-verteilerkopf.jpg?__blob=wide&v=2

Abdo hat zwei Begleitungen gemacht, bei denen er als Übersetzer für Arabisch eingesprungen ist. Bei der ersten Begleitung war er mit einem Mann beim Anwalt. Seine Familie hatte einen Ablehnungsbescheid von Deutschland bekommen, da sie bereits einen Asylantrag in Lettland gestellt hatten. Dort wollten sie aber aufgrund von Diskriminierung und fehlender Hilfe nicht bleiben. Eigentlich hätte es noch einen zweiten Termin gegeben, bei dem der Mann aber leider nicht erschienen ist. Die zweite Begleitung war eine Unterstützung bei der Eröffnung eines Bankkontos.

Sam hatte ebenfalls zwei Begleitungen. Einmal hat er einen Mann bei einem Arztbesuch unterstützt. Dieser hat sich sehr darüber gefreut, dass er mit Sam in seiner Muttersprache reden konnte und erzählte deshalb sehr viel. Somit war die Begleitung sehr emotional und persönlich. Bei der zweiten Begleitung hat er eine ältere Frau zum Bezirksamt begleitet. Sie war sehr unsicher, weil sie nicht lesen und schreiben kann und sich deshalb nicht gut zurechtfindet. Sam fand beide Begleitungen sehr angenehm.

Anna sollte mit einer Frau und ihren drei Kindern Geld abholen und überweisen. Sie hat die vier an der Unterkunft abgeholt und ist mit ihnen mit dem Bus dorthin gefahren. Leider hat das Geldabheben dort nicht geklappt. Auf dem Rückweg haben sie noch beim Bäcker Halt gemacht und sind etwas einkaufen gegangen. Verständigen konnten sie sich halbwegs auf Deutsch.

Ronja sollte mit einem jungen Mann zum Amt gehen, um seine Aufenthaltserlaubnis zu verlängern. Da er schon länger in Deutschland lebt und auch arbeitet, konnten sie sich recht gut auf Deutsch verständigen. Obwohl er schon eine Stunde vor ihr zum Amt gegangen war, mussten sie gemeinsam noch 4 Stunden warten! Außerdem waren dort alle sehr unfreundlich. Als er insgesamt 5 Stunden gewartet hatte, wurde ihm mitgeteilt, dass seine zuständige Behörde gar nicht in Hamburg sei, obwohl er schon vor Längerem einen Antrag gestellt hatte, dass die Zuständigkeit nach Hamburg verlegt wird. Also konnten sie ihnen dort nicht helfen und wurden sehr unfreundlich abgewiesen. Ronja hat das Problem an die Flüchtlingslotsen weitergeleitet.

Aileen hat eine Frau bei ihren Terminen beim Jobcenter unterstützt. Sie brauchte Hilfestellung für die Suche nach einem Kindergartenplatz und einem Integrationskurs.

Merle hat leider noch keine Begleitung machen können, da es nicht so viele Anfragen wie erwartet gibt und es doch schwer ist die teils recht zeitaufwendigen Termine spontan mit den eigenen Terminen zu vereinbaren. Einmal wollte sie eine junge Frau zum Arzt begleiten. Als sie diese von der Unterkunft abholen wollte, war sie aber leider nicht aufzufinden.

Trotzdem wurde das Ziel, geflüchtete Menschen in ihrem Alltag zu unterstützen, von den meisten erreicht. Wie schon angemerkt, ist eine Herausforderung des Projekts, die spontanen Begleitanfragen auch wahrnehmen zu können. Eine weitere Hürde ist (außer bei Abdo und Sam) die Verständigung gewesen. Außerdem können sich bei den Begleitungen Probleme oder Fragen auftun, allerdings können zu dem Zweck ja die Ansprechpartnerinnen der Flüchtlingslotsen kontaktiert werden! Wir alle bleiben nach diesem Semester bei den Flüchtlingslotsen aktiv, um noch weitere Begleitungen machen zu können.

Da Merle noch keine Begleitung machen konnte, hat sie sich um ein Tandem bei ‚Start with a friend‘ bemüht. Ihr wurde nun eine junge Frau vermittelt, mit der sie sich letzte Woche auch schon einmal getroffen hat. Das erste Treffen war ein bisschen angespannt, weil beide etwas schüchtern sind und es so schwer war ein entspanntes Gespräch aufzubauen. Trotzdem wollen sie sich noch öfter treffen und auch mal etwas zusammen unternehmen.

(Bildquelle: https://www.bmi.bund.de/SharedDocs/bilder/DE/verteilerseite/gesellschaft-integration/gesellschaftlicher-zusammenhalt-verteilerkopf.jpg?__blob=wide&v=2)

Ein kurzer Zwischenstand

Weitere Begleitungen haben stattgefunden, aber noch nicht bei allen. Die meisten Begleitungen waren hauptsächlich zu Arztterminen. Bei einer anderen Begleitung war es die Aufgabe des Lotsen für eine Familie bei einem Termin beim Anwalt zu dolmetschen. Die größte Herausforderung war bisher die Terminfindung für eine Begleitung bzw. ob es Anfragen für eine Begleitung oder einen Dolmetscher gibt. Die nächsten zwei Wochen ist erstmal Weihnachtspause in der Diakonie.

Fragebogen, persönliches Gespräch und Führungszeugnis… alle Formalien erledigt – jetzt kann es losgehen!

Mittlerweile haben wir alle erfolgreich ein Kennenlerngespräch bei der Diakonie gehabt. Zusammen oder alleine haben wir uns mit Anja oder Nancy getroffen und durchgesprochen, was genau uns erwartet. Das heißt zum einen was genau von uns erwartet wird, wie zum Beispiel eine Schweigepflicht, als auch wie uns die Diakonie hilfreich zur Seite steht bei Problemen und Fragen.

Vor dem Gespräch haben wir alle Fragen über uns selbst beantwortet, welche dabei helfen sollen, uns leichter zu einer passenden Begleitung zuzuordnen. Nachdem alle Fragen beantwortet waren, haben wir den Vertrag unterschrieben. Im Weg standen einigen von uns ab dann nur noch die Beantragung und anschließend die Einreichung des Führungszeugnisses.

Nachdem all die Formalien erledigt sind, können wir nun endlich beginnen als Flüchtlingslotsen tätig zu werden. Für ein paar von uns wurde es sogar schon ernst. Einige wurden bereits für eine Begleitung angefragt und Aileen und Ronja konnten bereits erfolgreich gematcht werden. Bei beiden Begleitungen wurde bereits schnell klar, vor welchen Herausforderungen wir wahrscheinlich noch öfter stehen werden. Sprachbarrieren oder fehlerhafte Koordinierung sind nur einige der Probleme. Auch wenn man vor der Begleitung alle nötigen Informationen erhält, so weiß man doch nie ganz, was einen erwartet. Mit einer positiven Einstellung und Offenheit gegenüber neuen Situationen werden wir gespannt die nächsten Matches abwarten.

Was wir vorhaben… (Team 2)

Wir engagieren uns bei der Diakonie Hamburg, im Projekt „Flüchtlingslotsen”. Dabei begleiten wir Geflüchtete bei Behördengängen, Artztbesuchen sowie anderen wichtigen Terminen. Außer der Übersetzung sind wir zur Unterstützung, Orientierung, zum Austausch und als Ansprechpartner da. Auch Patenschaften werden von den „Flüchtlingslotsen” vermittelt.

Ziel ist es ein Ansprechpartner zu werden und darum selber auch etwas über rechtliche Grundlagen des Asylverfahrens zu lernen. (Die Flüchtlingslotsen bieten dazu Seminare an.) Außerdem ist es uns wichtig, dass wir es durch das Begleiten und Unterstützen schaffen, die Angst oder Unsicherheit vor solchen Terminen zu mindern. Wir hoffen ebenfalls den Dialog zwischen dem/der Geflüchteten und z.B. der Behörde anregen zu können und Berührungsängste zu verringern. Bisher haben wir Kontakt über E-Mail aufgenommen und die meisten warten noch auf eine Antwort.

Aileen hat am letzten Donnerstag einen Infoabend der Flüchtlingslotsen besucht und ist zu einem persönlichen Gespräch eingeladen. Sie muss außerdem schriftlich einige Fragen beantworten, ihre Sprachkenntnisse, den Wohnort und ihre freie Zeit betreffend. Auch wir anderen werden dies als nächsten Schritt zu tun haben. Danach werden wir durch die Flüchtlingslotsen- Koordinatorinnen Nancy Hochgraef und Anja Lenz kontaktiert, wenn ein Behördengang etc. ansteht, bei dem wir helfen können.

Was ich vorhabe… (Team 1)

Es ist Donnerstag, der 02.11.2017 und ich klopfe an der Tür des Büros „Flüchtlingslotsen“ an. Ich werde nett hereinreingebeten und bekomme ein Glas Wasser angeboten. Eine weitere Studentin ist auch schon da und uns beiden wird das Projekt „Flüchtlingslotsen“ vorgestellt.

Das Projekt wurde im Mai 2015 vom Diakonischen Werk Hamburg gegründet. Und zwar mit der Absicht ehrenamtliches Engagement zu fördern. Die ehrenamtlichen Helfer begleiten eine Person oder eine Familie zu unterschiedlichen Terminen, um einerseits zu übersetzen und um andererseits zu unterstützen, sodass Missverständnisse vermieden werden können und die Termine möglichst erfolgreich ablaufen können. Die verschiedenen Situationen, in denen sich Geflüchtete befinden, sind selbst für Einheimische nicht immer einfach zu verstehen und zu lösen. Viele Dinge stehen einem bevor, wie zum Beispiel Anträge auszufüllen, zu Behörden zu gehen, zum Arzt zu gehen, einen Kita Platz zu finden und so weiter.

Das Projekt „Flüchtlingslotsen“ bietet den Ehrenamtlichen Seminare und Weiterbildungen an, rund um die Themen Sozialrecht, Asylrecht, Zugang zum Arbeitsmarkt etc., zusätzlich lernt man die nötigen Behörden und Beratungseinrichtungen kennen. Sodass man gut vorbereitet ist und optimal helfen kann.

Ich höre interessiert zu, beantworte Fragen und stelle Fragen. Ich fülle einige Zettel aus und schon bald kann es losgehen. Ich gebe an, dass ich einmal die Woche bereit bin jemand zu einem Termin zu begleiten und dass ich am liebsten Frauen, Mädchen und Familien begleiten würde.

Alle Fragen sind nun beantwortet, die Formalien geklärt und wir verabschieden uns. Ich verlasse das Büro und anschließend das Gebäude der Diakonie. Ich gehe zum Bahnhof und versinke in meinen Gedanken, ich stell mir vor, was mich wohl erwarten wird und erfreue mich daran. Die angebotenen Weiterbildungen will ich unbedingt nutzen, ich bin so gespannt auf die Erlebnisse, ich freue mich diese zu teilen, ich würde gerne schauen, ob ich zeitlich noch mehr Kapazität habe für Projekte. Aber erstmal abwarten und schauen, wie es sich entwickeln wird.