Berichterstattung Deutschland

DEUTSCHLAND KW 27

 

Bund zahlt Integrationspauschale an Länder
Erneute Vertagung der Abstimmung über sichere Herkunftsstaaten
Aktuelle Zahlen zu Asyl


Bund zahlt Integrationspauschale an Länder

Die Zahl an in Deutschland Asylsuchenden stellt Länder und Kommunen vor große Ausgaben unter anderem für sozialen Wohnungsbau. Deshalb wurden Forderungen nach einer Übernahme der Kosten durch den Bund laut.

Bund und Länder haben sich nun auf einen Kompromiss bezüglich der Übernahme von Integrationskosten durch den Bund geeinigt. Demnach werden den Ländern verteilt auf die nächsten drei Jahre 6 Milliarden Euro ausgezahlt, hinzu kommt eine Milliarde für den Wohnungsbau.

Die Reaktionen sind gemischt – während die einen zufrieden mit dieser „stabilen Finanzierungsgrundlage für die Länder“ sind (Thüringens Ministerpräsident Ramelow von den Linken) oder gar von einem „sensationellen Ergebnis“ sprechen (Horst Seehofer, CSU), kritisieren andere, dass der Großteil der Kosten weiterhin von Kommunen und Ländern zu stemmen ist.

Quellen: FAZ online (07.07.2016); MiGAZIN (11.07.2016)


Erneute Vertagung der Abstimmung über sichere Herkunftsstaaten

Die geplante Abstimmung des Bundesrats über die Einstufung der Maghreb-Staaten als sichere Herkunftsländer am 8. Juli ist erneut verschoben worden. Grund dafür ist, dass immer noch keine Einigung zwischen Bundesregierung und Grünen in Aussicht ist. Damit das Gesetz die nötige Mehrheit im Bundesrat bekommen kann, müssen jedoch drei von den Grünen mitregierte Bundesländer zustimmen.

Die Entscheidung wird damit frühestens im September nach Ende der Sommerpause fallen.

Quelle: FAZ online (08.07.2016)


Aktuelle Zahlen zu Asyl

Bundesinnenminister de Maizière hat die Entwicklungen der Asylbewerber-zahlen im ersten Halbjahr 2016 vorgestellt.

Demnach wurden im EASY-System rund 222.000 Neuzugänge registriert. Dies stellt einen deutlichen Rückgang im Vergleich zum „Rekordjahr 2015“ dar, in dem diese Zahl allein im November erreicht wurde.

Die Zahl der Asylanträge beläuft sich auf knapp 400.000. Das BAMF hat in diesem Jahr bereits ca. 283.000 Anträge bearbeitet, was eine deutlichere Steigerung darstellt. Der Hälfte der AsylbewerberInnen wurde Flüchtlings-schutz gewährt, 8 Prozent erhielten subsidiären Schutz.

Die meisten AsylbewerberInnen stammen aus Syrien, Afghanistan und dem Irak.

Quelle: Bundesamt für Migration und Flüchtlinge – Aktuelle Zahlen zu Asyl, Ausgabe Juni 2016

Die Zahlen der Neuankömmlinge in Deutschland ist also gesunken, zusätzlich konnte die Bearbeitungsdauer von Asylanträgen verkürzt werden. Das BAMF geht deshalb davon aus, die noch zu bearbeitenden Verfahren aus diesem und letztem Jahr bis Ende des Sommers  abgebaut zu haben.

„Die Flüchtlingskrise ist nicht gelöst, aber die Lösung kommt in Europa gut und in Deutschland sehr gut voran“

lautet das Fazit des Innenministers.

Pro Asyl fürchtet hingegen, dass die schnellere Bearbeitung der Anträge auf Kosten ihrer Qualität gehe. Außerdem betonen sie die Dringlichkeit einer besseren Verteilung der Geflüchteten in Europa mit dem Verweis auf Griechenland, wo die Lage weiterhin prekär ist, während sich in Deutschland die Unterkünfte schon wieder leeren.

Quellen:
FAZ online (08.07.2016); MiGAZIN (11.07.2016); www.bamf.de (Aktuelle Meldung vom 08.07.2016)

Links: 
Details zu den Entscheidungen über gestellte Asylanträge im Juni
Details zu den aktuellen Asylzahlen des BAMF

 

DEUTSCHLAND KW 26

 

„Fast and Fair“ – Grüne erstellen Aktionsplan als Alternative zur Einstufung der Maghreb-Staaten als sichere Herkunftsstaaten

Die Grünen wollen bei der ausstehenden Abstimmung des Bundesrats die Einstufung Algeriens, Marokkos und Tunesiens als sichere Herkunftsländer ablehnen (mit Ausnahme von Baden-Württembergs Ministerpräsident Kretschmann). Stattdessen haben sie einen alternativen „Aktionsplan“ entworfen.

Der Aktionsplan soll den gleichen Effekt haben wie die Einstufung als sichere Herkunftsstaaten – nämlich verringerte Asylbewerberzahlen aus diesen Ländern und schnellere Asylverfahren.

Die Kritik der Grünen an der Einstufung als sichere Herkunftsstaaten sind zum Einen die Schaffung von unfairen Verfahren, die alle Anträge als „offensichtlich unbegründet“ annehmen. Schutzansprüche von verfolgten Gruppen wie Oppositionellen, Journalisten oder LGBTI können dadurch erschwert geltend gemacht werden. Die Stellungnahme der Grünen dazu lautet:

„Die Herkunftsländer dürfen sich nicht darauf verlassen können, dass Verfolgung und Diskriminierung faktisch akzeptiert sind.“

Zum Anderen kann die Einstufung das derzeitige Problem nicht lösen, dass die Rückführung abgelehnter Asylbewerber besser vonstatten geht. Derzeit gibt es Schwierigkeiten, da die Herkunftsstaaten deren Wiederaufnahme verweigern.

Der Aktionsplan soll hingegen schnelle, aber gleichzeitig faire Verfahren ermöglichen und die Rückführung verbessern. Gleichzeitig sollen Anreize, nach Deutschland zu flüchten, gemindert werden.

Der Aktionsplan umfasst im Einzelnen folgende Maßnahmen:

  1. Eine Altfallregelung für den Stau an Asylanträgen: Asylbewerber, deren Antrag schon länger als ein Jahr in Bearbeitung ist, sollen eine Aufenthaltserlaubnis erhalten.
  2. Die Beschleunigung der Asylverfahren: Anträge von Personen aus Ländern mit niedriger Anerkennungsquote sollen priorisiert und damit schneller bearbeitet werden. Außerdem soll ihnen eine unabhängige Rechtsberatung zur Verfügung stehen.
  3. Informationskampagnen in den Herkunftsländern, die die Menschen über die geringen Aussichten auf Asyl in Deutschland aufklären sollen. Gefährdeten Gruppen wie LGBTI oder Oppositionellen soll hingegen die Aussicht auf Schutz vermittelt werden.
  4. Eine Verbesserung der Rückführung: diese umfasst unter anderem Rückkehrhilfen in den Herkunftsländern für freiwillige Rückkehrer_innen und weitere Rücknahmeabkommen mit den Herkunftsstaaten.

Quelle: FAZ online (03.07.2016), Website von Simone Peter (http://simone-peter.eu/gruener-aktionsplan-maghreb-alternativen-zur-gesetzlichen-einstufung-der-maghreb-staaten-als-sichere-herkunftsstaaten/)

Der Aktionsplan vom 27. Juni zum Durchlesen: http://simone-peter.eu/wp-content/uploads/2016/07/27-06-24-Fast-and-Fair_-Aktionsplan-Maghreb.pdf

 

DEUTSCHLAND KW 24

 

Verhandlungen über sichere Herkunftsländer vertagt

Zwischen Bund und Ländern herrscht Uneinigkeit über die Einstufung der Maghrebstaaten als sichere Herkunftsländer. Deutliche Bedenken kommen dabei seitens der Grünen.

Im Bundesrat war deshalb keine Mehrheit für den Gesetzesentwurf der Bundesregierung abzusehen.

Nun könnte ein Kompromiss die Streitigkeiten beilegen. Dieser würde weiterhin ein besonderes Asylverfahren für schutzbedürftige Gruppen wie etwa Homosexuelle, religiöse Minderheiten, Journalisten oder Politikakteure vorsehen. Baden-Württembergs grüner Ministerpräsident Winfried Kretschmann versicherte unter diesen Bedingungen bereits seine Zustimmung.

Mit den anderen grünregierten Bundesländern muss der Bund nun weitere Verhandlungen führen. Bei der letzten Bundesratssitzung vor der Sommerpause am 8. Juli könnte dann über den Gesetzesentwurf abgestimmt werden.

Quelle: FAZ online (17.06.2016)

 

DEUTSCHLAND KW 21

 

Bundeskabinett bringt Integrationsgesetz auf den Weg

Am Mittwoch hat das Bundeskabinett das umstrittene Integrationsgesetz auf den Weg gebracht, von dem bereits berichtet wurde (siehe Deutschland KW 15).

Zu den sogenannten „Flüchtlingsintegrationsmaßnahmen“ gehören verschiedene Aspekte. Sie haben gemeinsam, dass bei Ausschlagung der Maßnahmen Kürzungen der Sozialleistungen drohen.

Das Arbeitsmarktprogramm soll 100 000 Ein-Euro-Jobs schaffen mit dem Ziel einer niedrigschwelligen Heranführung Geflüchteter an den deutschen Arbeitsmarkt. Die Bundesagentur für Arbeit soll Geflüchtete außerdem zur Wahrnehmung zumutbarer Jobs verpflichten können.

Die Vorrangprüfung wird in Regionen mit unterdurchschnittlicher Arbeitslosigkeit für die nächsten 3 Jahre ausgesetzt.

Flüchtlinge mit guter Bleibeperspektive sollen außerdem eine Ausbildungs-förderung erhalten, erste Maßnahmen greifen bereits nach 3 Monaten. Auszubildende erhalten für die Dauer der Ausbildung einen sicheren Aufenthaltsstatus.

Integrationskurse sollen bereits zu einem früheren Zeitpunkt nach der Ankunft in Deutschland angeboten werden, zur Teilnahme kann verpflichtet werden.

Die Bedingungen für Geflüchtete eine Niederlassungserlaubnis (also dauerhafte Aufenthaltserlaubnis) zu erhalten, wurden erschwert. In Zukunft kann diese nach 5 Jahren erteilt werden, in sofern ein Sprachniveau von mindestens A2 und ein gesicherter Lebensunterhalt nachgewiesen werden können. Alternativ kann sie nach 3 Jahren erteilt werden, wenn schon ein Sprachniveau von C1 erreicht wurde (und der Lebensunterhalt gesichert ist).

Die Wohnsitzzuweisung soll ebenfalls durchgesetzt werden, mit einer Befristung von 3 Jahren. Sie darf außerdem nicht erfolgen, wenn der oder die Betroffene in einem bestimmten Ort arbeitet, studiert oder eine Ausbildung macht.

Quelle: MiGAZIN (27.05.2016)

 

DEUTSCHLAND KW 20

 

Bundestag stimmt für die Deklarierung der Maghreb-Staaten als „sichere Herkunftsländer“
Deutschlehrer für Integrationskurse sollen besser bezahlt werden


Bundestag stimmt für die Deklarierung der Maghreb-Staaten als „sichere Herkunftsländer“

Am Freitag, den 12. Mai stimmte der Bundestag mit großer Mehrheit (CDU und SPD dafür, Linke und Grüne dagegen) dem Gesetzesentwurf der Bundesregierung zu, der Tunesien, Marokko und Algerien in die Liste der „sicheren Herkunftsländer“ aufnehmen soll. Diese besteht zurzeit aus Senegal, Ghana, den Balkanstaaten Bosnien-Herzegowina, Albanien, Serbien, Montenegro, Kosovo sowie den EU-Staaten.

Asylanträge von BewerberInnen aus diesen Ländern können im Schnellverfahren bearbeitet werden und im Falle einer Ablehnung steht eine schnellere Abschiebung in das Heimatland in Aussicht.

Die meisten Anträge werden demnach abgelehnt, da die Regelvermutung lautet, es liege keine Verfolgung vor.

Mit den Asylpaketen I und II wurden zudem weitere Verschärfungen eingeführt. So haben AsylbewerberInnen aus „sicheren Herkunftsstaaten“ z. B. weniger Bewegungsfreiheit und kürzere Klagefristen gegen einen Ablehnungsbescheid. 1

Scharfe Kritik kam von der Opposition und Menschenrechtsorganisationen. In den Maghreb-Staaten gäbe es unter anderem Folter, Verfolgung von Homosexuellen und eingeschränkte Meinungs- und Pressefreiheit, was gegen die Einstufung als „sicher“ spricht. Ein weiterer Einwand ist, dass durch die Vorvermutung, das Herkunftsland sei sicher, eine tatsächliche Verfolgung im Individualfall schwieriger glaubhaft zu machen sei.

Bevor das Gesetz verabschiedet werden kann, muss der Bundesrat noch abstimmen. Nach den veränderten Verhältnissen durch die Landtagswahlen bleibt jedoch noch offen, ob die erforderliche Mehrheit zustimmen wird.

1 Zum Nachlesen: die genaue Rechtslage für AsylbewerberInnen aus „sicheren Herkunftsländern“: 

https://mediendienst-integration.de/artikel/sichere-herkunftsstaaten-auswirkungen-der-asylpakete-auf-asylbewerber-aus-marokko-algerien-tunesien.html

Quellen: MiGAZIN (17.05.2016), Mediendienst Integration (12.05.2016)


Deutschlehrer für Integrationskurse sollen besser bezahlt werden

Der Großteil der zugelassenen Deutschlehrer für Integrationskurse unterrichten aufgrund der schlechten Bezahlung nicht, wie die Welt am Sonntag berichtet. Derzeit liegt die minimale Vergütung für eine Unterrichtseinheit bei 23 Euro. Das Bundesinnenministerium möchte diese nun auf mindestens 35 Euro anheben.

Es wird erwartet, dass 2016 dreimal so viele Geflüchtete wie im Vorjahr einen Integrationskurs belegen werden.

Quelle: MiGAZIN (17.05.2016)


Deutschlehrer für Integrationskurse sollen besser bezahlt werden
Bundestag stimmt für die Deklarierung der Maghreb-Staaten als „sichere Herkunftsländer“

Am Freitag, den 12. Mai stimmte der Bundestag mit großer Mehrheit (CDU und SPD dafür, Linke und Grüne dagegen) dem Gesetzesentwurf der Bundesregierung zu, der Tunesien, Marokko und Algerien in die Liste der „sicheren Herkunftsländer“ aufnehmen soll. Diese besteht zurzeit aus Senegal, Ghana, den Balkanstaaten Bosnien-Herzegowina, Albanien, Serbien, Montenegro, Kosovo sowie den EU-Staaten.

Asylanträge von BewerberInnen aus diesen Ländern können im Schnellverfahren bearbeitet werden und im Falle einer Ablehnung steht eine schnellere Abschiebung in das Heimatland in Aussicht.

Die meisten Anträge werden demnach abgelehnt, da die Regelvermutung lautet, es liege keine Verfolgung vor.

Mit den Asylpaketen I und II wurden zudem weitere Verschärfungen eingeführt. So haben AsylbewerberInnen aus „sicheren Herkunftsstaaten“ z. B. weniger Bewegungsfreiheit und kürzere Klagefristen gegen einen Ablehnungsbescheid. 1

Scharfe Kritik kam von der Opposition und Menschenrechtsorganisationen. In den Maghreb-Staaten gäbe es unter anderem Folter, Verfolgung von Homosexuellen und eingeschränkte Meinungs- und Pressefreiheit, was gegen die Einstufung als „sicher“ spricht. Ein weiterer Einwand ist, dass durch die Vorvermutung, das Herkunftsland sei sicher, eine tatsächliche Verfolgung im Individualfall schwieriger glaubhaft zu machen sei.

Bevor das Gesetz verabschiedet werden kann, muss der Bundesrat noch abstimmen. Nach den veränderten Verhältnissen durch die Landtagswahlen bleibt jedoch noch offen, ob die erforderliche Mehrheit zustimmen wird.

1 Zum Nachlesen: die genaue Rechtslage für AsylbewerberInnen aus „sicheren Herkunftsländern“: 

https://mediendienst-integration.de/artikel/sichere-herkunftsstaaten-auswirkungen-der-asylpakete-auf-asylbewerber-aus-marokko-algerien-tunesien.html

Quellen: MiGAZIN (17.05.2016), Mediendienst Integration (12.05.2016)


Deutschlehrer für Integrationskurse sollen besser bezahlt werden

Der Großteil der zugelassenen Deutschlehrer für Integrationskurse unterrichten aufgrund der schlechten Bezahlung nicht, wie die Welt am Sonntag berichtet. Derzeit liegt die minimale Vergütung für eine Unterrichtseinheit bei 23 Euro. Das Bundesinnenministerium möchte diese nun auf mindestens 35 Euro anheben.

Es wird erwartet, dass 2016 dreimal so viele Geflüchtete wie im Vorjahr einen Integrationskurs belegen werden.

Quelle: MiGAZIN (17.05.2016)

 

DEUTSCHLAND KW 17

 

Brand in Berliner Flüchtlingsunterkunft
Seehofer zu Merkels Flüchtlingspolitik


Brand in Berliner Flüchtlingsunterkunft

Am Donnerstag ist in einer Berliner Flüchtlingsunterkunft ein Feuer ausgebrochen. 800 dort untergebrachte Menschen wurden evakuiert, zwei mussten wegen Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus gebracht werden. Wie es zu dem Brand kam, ist noch ungeklärt. Auch die Frage, ob die Unterkunft wieder benutzt werden kann, steht noch offen.

Bis einschließlich April gab es in Deutschland laut BKA bereits 368 Straftaten gegen Asylbewerberheime. Letztes Jahr waren es insgesamt 1031, das sind fünfmal mehr als 2014.

Quelle: MiGAZIN (29.04.2016), ZEIT online (28.04.2016)


Seehofer zu Merkels Flüchtlingspolitik

Im Januar hatte Ministerpräsident Horst Seehofer der Bundesregierung mit einer Verfassungsklage gegen die Flüchtlingspolitik gedroht und eine striktere Regelung der Zuwanderung gefordert. Nun antwortete Angela Merkel in einem Brief, in dem sie die Vorwürfe zurückwies.

Nun will Bayern vorerst nicht mehr klagen. Dies könnte auch unter anderem daran liegen, dass die Zahl der ankommenden Flüchtlinge in Deutschland mittlerweile stark gesunken ist. Laut der Süddeutschen Zeitung online soll aber nur auf die Klage verzichtet werden, wenn Merkel der Forderung, die Grenzkontrollen an der bayrisch-österreichischen Grenze auszubauen, zustimmt.

Quelle: Süddeutsche Zeitung online (29.04.2016), FAZ online (02.05.2016)

 

DEUTSCHLAND KW15

 

Fast 6000 minderjährige unbegleitete Flüchtlinge verschwunden
Koalition einigt sich auf Integrationsgesetz


Fast 6000 minderjährige unbegleitete Flüchtlinge verschwunden

In Deutschland sind im vergangenen Jahr 8000 minderjährige Flüchtlinge als vermisst gemeldet worden, von denen fast 6000 weiterhin verschwunden bleiben. Die Gründe für das Verschwinden sind unklar. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Parlamentsanfrage der Grünen hervor.

Die verschwundenen Kinder und Jugendlichen kämen überwiegend aus Afghanistan, Syrien, Eritrea, Marokko und Algerien.

Schon Ende März hatten EU-Abgeordnete in einem Brief darauf hingewiesen, dass minderjährige Flüchtlinge in der Gefahr schwebten, kriminellen paneuropäischen Banden in die Hände zu fallen und Opfer von Prostitution, Sklaverei und Organhandel zu werden.

Die Bundesregierung sieht sich nun der Kritik seitens der Grünen ausgesetzt, das Thema nicht ernst zu nehmen und wird aufgefordert, endlich etwas dagegen zu unternehmen.

Quelle: Süddeutsche Zeitung online (11.04.2016)

Zum Nachlesen der kompletten Antwort der Bundesregierung:  http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/18/080/1808087.pdf


Koalition einigt sich auf Integrationsgesetz

Im Streit um das geplante Integrationsgesetz hat sich die Koalition nun geeinigt. Unter dem Motto „Fördern und Fordern“ soll den Asylbewerbern unter anderem der Einstieg in die Arbeitswelt erleichtert werden, gleichzeitig werden von diesen aber auch einige Integrationsleistungen gefordert.

Mit einem Arbeitsmarktprogramm sollen 100 000 niedrigschwellige Jobs geschaffen werden, um Asylbewerber (mit guter Bleibeperspektive) niedrigschwellig an den deutschen Arbeitsmarkt heranzuführen. Auch eine Ausbildungsförderung ist geplant.

Zu den Integrationspflichten gehört zum Beispiel die Teilnahme an Integrationskursen. Bei Nichteinhaltung dieser Pflichten droht Kürzung der Sozialleistungen.

Die Gestattung eines dauerhaften Bleiberechts in Deutschland soll wie bei Arbeitsmigranten zukünftig ebenfalls an mehr Bedingungen geknüpft sein; die Details sind aber noch offen.

Außerdem soll anerkannten Flüchtlingen solange sie noch Sozialleistungen erhalten, der Wohnsitz zugewiesen werden. Mit dieser Wohnsitzauflage sollen der massive Zuzug in Großstädte und die Entstehung sozialer Brennpunkte verhindert werden.

Das Integrationsgesetz stößt weiterhin auf viel Kritik. So wird unter anderem befürchtet, dass die Wohnsitzauflage der Integration entgegenwirkt und die Flüchtlinge in soziale Abhängigkeit treibt (wenn man zum Beispiel in einem kleinen Ort wohnen muss, wo es keine guten Arbeits- und Ausbildungsmöglichkeiten gibt).

Ein solches Gesetz fördere außerdem das Vorurteil, die Flüchtlinge wollen sich nicht integrieren.

Quellen: Süddeutsche Zeitung online, MiGAZIN

 

DEUTSCHLAND KW14

 

Aktuelle Anzahl der in Deutschland ankommenden Flüchtlinge
Streit über neues Integrationsgesetz in Deutschland
Reformvorschläge zur Verbesserung der Flüchtlingspolitik


Aktuelle Anzahl der in Deutschland ankommenden Flüchtlinge

Die Zahl der in Deutschland ankommenden Flüchtlinge ist im Vergleich zu Jahresanfang stark gesunken. Während es im Januar täglich noch über 2000 Menschen waren, sind es jetzt noch 200. Die Abnahme des Flüchtlingsstroms liegt unter anderem am Abkommen zwischen EU und Türkei, das die EU-Außengrenzen abdichtet, sowie an der immer stärkeren Blockierung der Balkanroute. Experten gehen davon aus, dass bald neue (gefährlichere) Fluchtrouten entstehen werden, etwa über Italien oder auch nach Nordafrika.


Streit über neues Integrationsgesetz in Deutschland

In Deutschland streitet die Koalition über ein neues Integrationsgesetz. Innenminister de Maizière möchte die die Erteilung des dauerhaften Aufenthaltsrechts für Flüchtlinge nach 3 Jahren an mehr Bedingungen knüpfen, so wie dies bei Arbeitsmigranten der Fall ist. Diese müssen unter anderem „Integrationswillen“ zeigen, also z.B. Deutschkenntnisse besitzen sowie nachweisen, dass ihr Lebensunterhalt gesichert ist. Kritik kommt unter anderem von der Opposition. Die Ausgangslage von Geflüchteten und Arbeitsmigranten sei nicht vergleichbar, z.B. können letztere ihre Einreise nach Deutschland besser vorbereiten, etwa indem sie schon vorher Deutsch lernen. Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass einerseits die Teilnahme an Integrationskursen gefordert wird, von diesen aber andererseits nicht genug angeboten werden.


Reformvorschläge zur Verbesserung der Flüchtlingspolitik

Eine Kommission im Auftrag der Robert-Bosch-Stiftung hat am 7. April Reformvorschläge zur Verbesserung der Flüchtlingspolitik vorgestellt. Im Bereich Arbeit schlugen die Experten vor, die Vorrangprüfung zukünftig auf den konkreten Fall durchzuführen oder ganz abzuschaffen. Die Schulpflicht solle für Flüchtlingskinder schon nach 3 Monaten gelten. Des Weiteren wurde vorgeschlagen, Vorbereitungsklassen einzuführen und gefordert, das Angebot an Integrationskursen auszuweiten. Außerdem sei mehr sozialer Wohnungsbau dringend vonnöten. Auch das Gesundheitssystem solle zukünftig mehr Leistungen für Geflüchtete, etwa im Bereich der Vorsorge, anbieten.

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.