Was ich vorhabe

Plietsch! ist ein Mentor_innen Projekt für Auszubildende mit Fluchterfahrung von basis&woge e.V. Studierende der Sozialen Arbeit (an der HAW Hamburg) sind ehrenamtliche Mentor_innen für geflüchtete Auszubildende. Im Rahmen des Mentorings treffen sich Mentor (Student_in) und Mentee (Azubi) circa 2,5 Stunden pro Woche, bestenfalls für die Dauer der Ausbildung. Das Ziel des Mentorings ist  die Mentees bei der Bewältigung ihres Alltags zu unterstützen sowie der erfolgreiche Abschluss der Ausbildung. Plietsch! ist ein Teilprojekt des Netzwerks FLUCHTort Hamburg 5.0., in dem ich derzeit das Praxissemester meines Soziale Arbeit Studiums an der HAW Hamburg absolviere. Im Rahmen dieses Praxissemesters werde ich Erfahrungen in verschiedenen Teilprojekten des Netzwerkes sammeln. Für das Seminar „Refugees welcome – aber wie?“ werde ich auf dem Blog anonymisiert von dem Verlauf des Mentorings berichten.

Mein Mentee hat im August 2017 eine Friseurausbildung begonnen. Die Ausbildung gefällt ihm gut. Mit dem Mentoring haben wir im September 2017 begonnen. Seit dem treffen wir uns wöchentlich, meist in der Gemeinschaftsunterkunft, in der er lebt. Bisherige Themen waren seine prekäre Wohnsituation, mögliche Freizeitgestaltung, seine finanzielle Situation, das laufende Asylverfahren, Gesundheit, Mobilfunkvertrag, Deutsch lernen, seine psychische Situation und einiges mehr. Ich bin dabei, seine verschiedenen Kontaktpersonen (Sozialarbeiter_innen in der Unterkunft, Ausbildungsbetrieb, Privatkontakte) kennenzulernen.

In den ersten zwei Monaten des Mentorings wurde bereits deutlich, wie das lange Warten auf die Entscheidung im Asylverfahren zum einen psychisch extrem aufreibend ist und zum anderen auch formell Hindernisse im Alltag mit sich führt. So war die neueingeführte SIM-Karten Registrierung im Regelverfahren nicht mit einer Aufenthaltsgestattung (dem Ausweis, den Menschen im Asylverfahren haben) möglich. In diesem Fall bekamen wir schließlich über die Hotline des Mobilfunkanbieters den Hinweis, wo der (einzige!) Ort in Hamburg ist, an dem dies möglich ist. Doch bei dem Versuch vom Basisgirokonto zum deutlich günstigeren Azubi-Konto zu wechseln, führen interne Bestimmungen der Bank dazu, dass Menschen mit Gestattung diese Möglichkeit verwehrt wird. Die Bank gewichtet also den Aufenthaltsstatus höher als die Tatsache, dass mein Mentee Auszubildender ist.

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