Author Archives: corneliaspringer

Slammen gegen Rechts – Slammen gegen Rassismus

Im Wintersemester 2018/19 gibt es endlich wieder eine Lehrveranstaltung im Programm „Engagementförderung durch universitäre Lehre“! Das Projektseminar Slammen gegen Rechts – Slammen gegen Rassismus startet im Oktober 2018 im Studium Generale.

Im begleitenden Workshop-Programm sind auch einige Plätze für Interessierte reserviert, die nicht regulär am Seminar teilnehmen. Schaut gerne schon mal auf dem Blog vorbei:

Über die Demo STOPPT DAS STERBEN AUF DEM MITTELMEER

Am 1. September 2018 hat eine Gruppe Studierender und anderer Freiwilliger in Hamburg auf dem Rathausmarkt mit einer großen Aktion an die über 1500 ertrunkenen Geflüchteten der letzten Monate erinnert.

Für jede/n wurde ein ORANGENES PAPIERBOOT gefaltet und aufgestellt. Unglaublich viele Menschen haben sich beteiligt, nachgefragt, sich ausgetauscht. Sie haben Gesicht gezeigt und deutlich gemacht #wirsindmehr – Hamburg soll ein sicherer Hafen sein!

 

Parallel wurde eine POSTKARTENWELLE gestartet. Hunderte Menschen haben direkt vor Ort eine Karte ausgefüllt und unsere FORDERUNGEN AN DIE POLITIK unterzeichnet:

  • Stoppt das Sterben auf dem Mittelmeer!
  • Freies An- und Ablegen für alle Rettungsschiffe! Seenotrettung ist kein Verbrechen!
  • Setzt ein Zeichen und macht Hamburg zum sicheren Hafen!

 

 

Danke an alle, die dabei waren! Tausend Dank auch an alle, die Geld gespendet haben! SOS Mediterranée und Jugend Rettet IUVENTA freuen sich!!

WIR ALLE SIND DIE SEEBRÜCKE!

 

STOPPT DAS STERBEN AUF DEM MITTELMEER – SCHAFFT SICHERE HÄFEN!

Täglich sterben Menschen auf der Flucht über das Mittelmeer. Zivile Seenotrettung wird massiv behindert – die EU setzt weiter auf Abschottung statt Solidarität.

Am 1. September 2018 erinnern wir in Hamburg auf dem Rathausmarkt an die über 1500 ertrunkenen Geflüchteten der letzten Monate und stellen für jede/n ein ORANGENES PAPIERBOOT auf. Kommt zwischen 11 und 17 Uhr zum Rathausmarkt! Zeigt Gesicht und helft mit beim Falten der Papierboote.

Parallel starten wir eine POSTKARTENWELLE. Füllt direkt vor Ort eine Karte aus und unterzeichnet unsere FORDERUNGEN AN DIE POLITIK:

  • Stoppt das Sterben auf dem Mittelmeer!
  • Freies An- und Ablegen für alle Rettungsschiffe! Seenotrettung ist kein Verbrechen!
  • Setzt ein Zeichen und macht Hamburg zum sicheren Hafen!

Die Aktion lebt von EUCH! Tragt ORANGE, ladet Freundinnen und Freunde zu der Veranstaltung ein. WIR ALLE SIND DIE SEEBRÜCKE!

Diese Seebrücke Hamburg-Aktion wurde von Studierenden von „Refugees welcome – aber wie?“ initiiert und geplant.

#Seebrücke #Solidarität #Menschenrechte #Seenotrettung #RefugeesWelcome #Hamburg

 

Eritrea und Äthiopien: Politische Situation und Fluchtursachen

Donnerstag, 21. Juni 2018
18:00 bis 21:00 Uhr
Universität Hamburg, Edmund-Siemers-Allee 1
Westflügel (ESA W), Raum 221

Referenten:
Zekarias Kebraeb, Botschafter der Deutschlandstiftung Integration, Autor
und 
Addis Mulugeta, Journalist und Autor 

Moderation:
Dr. Charlotte Joppien, Universität Hamburg, Co-Geschäftsführerin Türkei-Europa-Zentrum 

Nach wie vor fliehen viele Menschen aus Eritrea und Äthiopien wegen Menschenrechtsverletzungen, Hunger und Perspektivlosigkeit aus ihrer Heimat Richtung Europa. Insbesondere die Regierung von Eritrea begeht, laut dem Bericht der Eritrea-Untersuchungskommission der Vereinten Nationen, massive Verletzungen der Menschenrechte. Weite Teile der rund sechs Millionen Bevölkerung seien zudem Zwangsarbeit, einem zeitlich unbefristetem Militärdienst sowie willkürlichen Inhaftierungen und religiöser Verfolgung ausgesetzt. Die Situation in den Anrainerstaaten Sudan und Somalia ist kaum besser.

Im Jahr 1993 führte bereits ein dreißig Jahre dauernder Bürgerkrieg zur Abspaltung und Unabhängigkeit Eritreas von Äthiopien. Die Region konnte sich aber erst nach der Beendigung des Grenzkriegs im Jahr 2000 beruhigen. Zuvor wurden Hunderttausende Äthiopier und Eritreer in die Flucht getrieben. In Hamburg und Umgebung leben inzwischen mehrere Tausend Menschen eritreischer und äthiopischer Herkunft. Sie sind in Vereinen und Gemeinden organisiert. Über die gegenwärtige politische Situation am Horn von Afrika ist jedoch wenig bekannt. 

Zekerias Kebraeb wird auf dieser Veranstaltung zunächst anhand eines Vortrags die politische Situation in Eritrea näher erläutern. Im weiteren Vortrag geht Addis Mulugeta den Fragen nach Fluchtursachen, der sozialen Position der jeweiligen Communitys in Deutschland nach. Dr. Charlotte Joppien von der Universität Hamburg moderiert und führt durch den Abend. Mulugeta Andetsen begleitet die Veranstaltung musikalisch mit Kirar, einem eritreisch-äthiopischen Saiteninstrument.

Zekarias Kebraeb wurde 1985 in Eritrea geboren. 2002 ist er aus seiner Heimat geflohen, um dem Regime der Militärdiktatur zu entgehen. Aufgrund seines Buches „Hoffnung im Herzen, Freiheit im Sinn. Vier Jahre auf der Flucht nach Deutschland“ wurde er 2006 als politischer Flüchtling anerkannt. 

Addis Mulugeta, geboren 1983 in Addis Abeba, Äthiopien, ist Journalist und in der Betreuung von Asylsuchenden tätig. Er ist Mitbegründer der Zeitschrift „Heimfocus“. 2011 wurde er mit dem Friedenspreis der Stadt Würzburg geehrt. Zugleich ist er Mitverfasser des 2016 von der Bundezentrale für politische Bildung veröffentlichten Buches „Neu in Deutschland“. 

In Kooperation mit:

  • Abteilung für Afrikanistik und Äthiopistik, Asien-Afrika-Institut der Universität Hamburg
  • RAI- Vision e.V. – Verein von Geflüchteten für Geflüchteten aus Eritrea 

Für Rückfragen:

Landeszentrale für politische Bildung
Abut Can
Telefon: 040 42823 4812
abut.can@bsb.hamburg.de 

Besuch beim Shisha-Café

Zum ersten gemeinsamen Ausflug erschienen zwei Menschen aus der Einrichtung. Einen von beiden kannte ich durch das Training sowie von anderen Begegnungen schon etwas besser, der andere war mir neu. Die Stimmung zwischen uns war sehr locker und schon auf dem Weg zum Café sprachen wir über sehr viele unterschiedliche interessante Themen. Vor allem sprachen wir über die Lebensrealität der beiden in Deutschland. Der Einblick in ihre individuelle Perspektive auf die jeweiligen Verhältnisse waren für mich sehr bereichernd.

Im Café bestellten wir zwei Shishas und Getränke und führten unsere Gespräche fort. Am Ende aßen wir noch gemeinsam etwas beim iranischen Imbiss von nebenan. Wir beschlossen vielleicht bald gemeinsam bei der Einrichtung zu grillen. Einer der beiden erzählte mir, dass er ein Bankkonto braucht, um einen Vertrag bei McFit abzuschließen. Dies teilte ich am Abend direkt Sonja mit.

Der Abend war schön und hat die Überlegungen gemeinsamer gezielter Treffen bestätigt. Wir werden versuchen durch diese Treffen mehr Menschen zu einem Netzwerk zu verbinden sowie auch auf persönliche Bedarfe besser eingehen zu können. Der individuelle Bedarf der Menschen hat im Vordergrund zu stehen, daher ist eine flexiblere Ausrichtung meines Angebots sehr sinnvoll. Ich freue mich auf den weiteren Verlauf meines Projekts.

Der weitere Verlauf

Bei den kommenden Terminen für mein Sportangebot erschien leider niemand. Dem einen meiner beiden Teilnehmer war es aufgrund körperlicher Beschwerden nicht möglich erneut zu trainieren. Der andere hatte vermutlich keine große Lust auf diesen Kampfsport. Ob es an dem Wetter lag, an dem Zeitpunkt des Termins oder anderen Gründen, war und ist schwer zu sagen.

Sonja und ich trafen uns erneut, um einige Flyer zu verteilen und Werbung für mein Angebot zu machen. Außerdem erschien ich erneut bei dem Beratungs-Café am Donnerstag zwecks Kennenlernen und Werben. Sonja hatte außerdem einen Bowling-Abend organisiert, den ich begleitete. Bei dem Bowling-Abend waren neben Sonja, ihrem Kollegen und mir sechs junge erwachsene Menschen der Unterkunft am Mattkamp. Diese sechs Menschen kannte ich vom Café und meinem einen Training schon besser. Aus unseren Gesprächen ergab sich ein größeres Interesse an Fußball anstelle von Kampfsport.

Außerdem setzten Sonja und ich uns erneut zusammen und besprachen, wie wir mehr Menschen für mein Angebot motivieren können. Da zu den Sportterminen nie wirklich jemand erschien, der Bowling-Abend jedoch gut besucht war, entschieden wir uns das Angebot zu verändern. Sonja hatte die Idee zu jeweils verschiedenen, bestimmten Aktivitäten einzuladen. Die erste Aktivität soll der gemeinsame Besuch eines Shisha-Cafés sein.

Ein Ausflug zur Ostsee oder in den Wildpark Schwarze Berge, Tretbootfahren und vieles mehr soll folgen. Ich denke, durch diese gemeinsamen Aktivitäten in und rund um Hamburg wird es uns auf Dauer gelingen eine Gruppe aufzubauen. Auch verspreche ich mir vom dann verstärkten Kontakt, mehr über den Bedarf und die konkreten Wünsche bezüglich meines Angebots von den betreffenden Menschen vom Mattkamp zu erfahren.

Das erste Mal Sport mit Shah

Zum Auftakt meines Angebots traf ich mich mit Sonja am 12.02.2018 am Gemeinschaftsraum der Einrichtung. Auf dem Weg traf ich zwei Bewohner, welche ich schon von meinen vorherigen Besuchen kannte. Sie zeigten Interesse an meinem Sportangebot und sagten mir, dass sie gleich vorbeischauen würden. Sonja zeigte mir die Matten, und um 18 Uhr erschienen meine beiden ersten Teilnehmer. Ich fragte sie erst einmal, ob sie generell Lust auf Kampfsport hätten oder lieber etwas anderes machen wollten, doch sie zeigten sich interessiert.

Zusammen schoben wir Tische und Stühle im Gemeinschaftsraum beiseite und legten die Matten aus. Währenddessen gesellten sich 3 Kinder und ein etwas älterer Erwachsener als Zuschauer zu uns. Ich gab ein einstündiges Basis Brazilian Jiu Jitsu Training, und wir hatten viel Spaß zusammen. Wir dehnten uns, räumten die Matten weg und richteten den Raum wieder so her, wie wir in vorgefunden hatten. Die beiden Teilnehmer luden mich anschließend noch in ihr Zimmer ein. Wir redeten noch fast eine Stunde, und dann fuhr ich nach Hause. Es sind zwar nur zwei Teilnehmer erschienen, aber es war für mich trotzdem ein sehr guter Start meines Angebots.

Planung eines Angebots „Sport mit Shah“

Sonja und ich trafen uns an einem Montag in der Unterkunft in Billstedt, im Gemeinschaftsraum der Einrichtung. Dort waren ebenfalls zwei junge Männer und ein Arabisch sprechender Kollege von Sonja. Sonja und ihr Kollege unterstützten die beiden Männer bei Problemen mit Behördenangelegenheiten.

Im Anschluss daran begleitete ich Sonja bei einem Rundgang durch die Einrichtung, in welcher sie gezielt junge Erwachsene zwischen 18 und 27 auf die Angebote von basis & woge aufmerksam machen wollte. Zum Beispiel gibt es jeden Donnerstag ein Kennlern-Café.

Die größte Gruppe Geflüchteter in der Einrichtung bilden junge Erwachsene. Deshalb erschien es Sonja sinnvoll für diese Freizeitangebote zu schaffen. Mit dem Format „Sport mit Shah“ knüpften wir an diesen Überlegungen an. Der Rundgang ermöglichte mir schon einen ersten Kontakt zu potentiellen TeilnehmerInnen meines geplanten Sportangebots.

Anschließend besprachen Sonja und ich uns, wie genau dieses aussehen sollte und welche Materialien, beziehungsweise Räumlichkeiten ich dafür benötige. Da ich seit 4,5 Jahren den Kampfsport Brazilian Jiu Jitsu betreibe, lag es für mich nahe, diesen Sport anzubieten. Optional hatte ich auch die Idee ein Ganzkörper-Workout anzubieten. Sonja und ich kamen jedoch ebenfalls zu dem Schluss, dass es wichtig ist, welchen Sport sich die potentiellen TeilnehmerInnen wünschen und diese in die Planung miteinzubeziehen. Denn auch wenn die Idee eines Brazilian Jiu Jitsu Trainings oder Workouts mir noch so toll vorkommt – wenn niemand darauf Lust hat, macht es keinen Sinn.

Vorerst entschieden wir uns für den Gemeinschaftsraum der Einrichtung als Trainingsort und Sonja fand heraus, dass es ein paar für den Sport benötigte Matten in der Einrichtung gibt. Ebenfalls teilte sie mir mit, dass sie mir gegebenfalls benötigte Sportgerätschaften bereitstellen könnte.

Wir legten noch fest, dass mein Angebot jeden Montag von 18-20 Uhr stattfinden sollte und erstellten einen Flyer. In der folgenden Woche machte ich einen Rundgang in der Unterkunft und klebte meinen Flyer an die Eingangstüren von jedem Haus. Sonja händigte mir einen Schlüssel für den Gemeinschaftsraum der Unterkunft aus. Nun konnte mein Angebot starten.

Erstes Kennenlernen mit Sonja

Bevor ich auf mein eigenes Projekt stieß, wollte ich mich bei dem Projekt Flüchtlingslotsen der Diakonie Hamburg engagieren. Aus persönlichen Gründen war mir dies, wie sich leider herausstellte, dann aber nicht möglich. Glücklicherweise stellte Cornelia für mich Kontakt zu Sonja vom Verein basis&woge her. Dieser Verein ist ein staatlich anerkannter, gemeinnütziger Träger für soziale Dienstleistungen in Hamburg. Ein Arbeitsbereich dieses Trägers ist die Arbeit mit jungen Geflüchteten.

Sonja arbeitet mit den jungen Erwachsenen mit Fluchterfahrung in der Einrichtung von fördern und wohnen (f&w) in Hamburg Billstedt am Mattkamp 10. Um für diese jungen Erwachsenen zwischen 18 und 27 Jahren  Angebote zu schaffen, suchte Sonja Unterstützung. Ich kontaktierte Sonja und traf mich mit ihr in ihrem Büro in Billstedt. Da ich in Billstedt wohne, passte dies vom Ort her schon einmal sehr gut. Wir stellten uns gegenseitig näher vor und überlegten, wie ich mich in ihrem Projekt einbringen könnte. Da ich seit 4,5 Jahren Kampfsport trainiere, kam mir die Idee ein Sportangebot zu machen. Sonja fand die Idee gut und klärte mich darüber auf, dass sie ein erweitertes Führungszeugniss von mir benötigte. Wir verabredeten uns auf ein nächstes Treffen direkt in der Unterkunft am Mattkamp 10 in Billstedt.

Abschlussveranstaltung Lehrlabor Universitätskolleg

Insgesamt wurden 15 Projekte der Fakultät für Geisteswissenschaften und der Fakultät für Mathematik, lnformatik und Naturwissenschaften wurden 2017/18 im Lehrlabor Universitätskolleg gefördert und haben erfolgreich innovative Lehrkonzepte entwickelt, umgesetzt, dokumentiert und evaluiert.

Am 30. Mai 2018, 14-18 Uhr stellen die geförderten Lehrproiekte ihre Ergebnisse im schönen Warburghaus (Heilwigstraße 116, 20249 Hamburg) vor.

Auch wir sind dabei und präsentieren die Ergebnisse aus unserem Projekt „Engagementförderung durch universitäre Lehre“ (EngföLe): & Hamburg für alle – aber wie?

Ab Mai 2018 haben wir einen neuen Standort für unser Mobil!

Seit unserem letzten Blogeintrag gibt es ein paar gute und ein paar weniger gute Neuigkeiten. Sehr schön ist, dass wir pünktlich zum Ende des Semesters ein Ziel, das wir uns gesetzt hatten, erreicht und einen neuen Standort für unser Mobil gefunden haben. Es müssen noch ein paar Kleinigkeiten organisiert werden, aber ab Mai werden wir voraussichtlich zusammen mit dem Arzt-Mobil der Caritas jeden zweiten Donnerstag von 18-20 Uhr auf dem Hansa Platz stehen.

Unsere Sprechstunde in der Erstaufnahme Schmiedekoppel bleibt auch in Zukunft bestehen, wir werden allerdings auf Grund unseres immer kleiner werdenden Teams unsere Sprechstunden nur noch alle zwei Wochen anbieten können. Das ist sehr schade, da dort immer ein großer Andrang in unseren Sprechstunden herrscht, aber die Anzeigen in den Fachzeitschriften haben uns leider keine neuen Teammitglieder beschert.

Bald erscheint ein Portrait über Wibke und eine Gynäkologin aus unserem Team in der Zeitschrift des Dr. med. Mabuse Verlags (einem Verlag für Medizin) und vielleicht findet sich ja dadurch noch jemand der Lust hat unser Team zu unterstützen.

Wir bleiben also positiv und hoffen, dass wir unsere Arbeit noch lange weiterführen können und sind gespannt, wie sich die Zusammenarbeit mit dem Caritas Mobil entwickelt und welche neuen Herausforderungen der neuen Stellplatz am Hansa Platz mit sich bringt. Unser Team gibt es ja nun schon seit ca. 2 ½ Jahren und gerade im Laufe des letzten Semesters haben wir gemerkt, dass es immer anstrengender wird unsere hauptamtliche Arbeit, sowie Studium und das Ehrenamt unter einen Hut zu bekommen.

Dies ist auch der Hauptgrund, warum unser Team immer kleiner wird und es immer schwieriger wird die Sprechstunden zu besetzen. Nichtdesdestotrotz merken wir, dass unsere Arbeit weiterhin gebraucht wird und es in Hamburg noch zu wenige Angebote dieser Art für Frauen ohne Zugang zum regulären Gesundheitssystem gibt. Deshalb werden wir unsere Arbeit, in dem Rahmen der für uns möglich ist, weiterführen und hoffen, dass wir noch vielen Frauen damit helfen können.

Ein bisschen Verschnaufen dank UPW – eine Zwei-Zimmer-Wohnung für den Übergang

Unser Alltag mit der Wohnungssuche ist ziemlich zäh und langweilig. Die Euphorie hat nachgelassen. Ich versuche einen Termin bei der Behörde für Wohnungsnotfälle zu bekommen. Aber schon am Telefon wird mir gesagt, dass es bei dieser Behörde keinerlei Unterstützung gibt. Bis auf den Dringlichkeitsschein, den wir bereits haben. Wir hatten den Tipp bekommen, dass wir dort Hilfe bekommen können. Leider arbeiten die Behörden je nach Bezirk unterschiedlich und in der Behörde für Wohnungsnotfälle in Bergedorf werden für Geflüchtete nur die Scheine ausgestellt. Da die Familie in Bergedorf gemeldet ist, macht es auch keinen Sinn sich in den Behörden anderer Bezirke zu erkundigen. Wieder eine Sackgasse.

Es hilft also alles nichts, wir lesen brav weiter alle Anzeigen im Internet, bewerben uns auf unzählige Wohnungen, bekommen ab und zu einen Termin zur Besichtigung und immer wieder Absagen. Mit einem Bürgen wäre es weniger ein Problem, aber den haben wir leider nicht. Auf eine Anzeige bei Ebay Kleinanzeigen kommen viele Anschreiben, leider aber keine, die zu einer Wohnung führen. Das große Problem der Wohnungen, die im Internet angeboten werden, ist der Preis. Sie sind oft um einiges teurer als bei den Genossenschaften. Viele von den angebotenen Wohnungen könnte die Familie sich jetzt noch leisten, da das Jobcenter sie übernehmen würde. Aber die Familie sucht nach einer Wohnung, in der sie auch langfristig bleiben kann. Wir schauen also auch, ob die Wohnung auch dann bezahlbar ist, wenn die Eltern arbeiten. In den meisten Fällen erscheint uns das allerdings unrealistisch.

In der Zwischenzeit darf die Familie umziehen, in die so genannten Unterkünfte mit der Perspektive Wohnen (UPW). Die neue Unterkunft besteht nicht aus Containern mit Gemeinschaftsbad und Küche, sondern es handelt sich um ganz normale Mehrfamilienhäuser mit separaten Wohneinheiten. Eine ganze Siedlung ist gerade im Entstehen. Sie sind eine der ersten Familien, die dort einziehen. Die Wohnungen gefallen allen sehr. Endlich ein eigenes Bad, eine eigene Küche. Die Familie bekommt eine Zwei-Zimmer-Wohnung. Uns wurde gesagt, die Stadt Hamburg baut mehrere Siedlungen dieser Art. Die ersten 10 Jahre dienen sie als Notunterkünfte für Geflüchtete und anschließend werden sie auf dem freien Wohnungsmarkt vermietet. Wir sind in jedem Fall glücklich über den Umzug. Und der Druck, so schnell wie möglich eine Wohnung zu finden, lässt nach.

Nicht nur Boxen – auch die Themen Schule, Ausbildung und Aufenthaltsstatus stehen auf der Tagesordnung

Das neue Jahr haben wir mit einer weiteren Newcomer-Veranstaltung auf Hamburger Boden begonnen. Einer unserer Stipendiaten gab sein Mixed Martial Arts Debut bei der Haus-Gala des Central Fight Clubs. Der einzige verfügbare Gegner hatte hierbei einen Gewichtsvorteil von stolzen acht Kilo. Unser tschetschenischer Wettkämpfer wollte jedoch unbedingt antreten und gewann die Begegnung auch technisch überlegen durch Armhebel in der zweiten Runde (hier ein großes Dankeschön an Homburg-Fotografie für das tolle Foto des Aufgabegriffes!). Die Freude beim Team war riesig!

Alles in allem ist der Zeitraum des letzten Semesters als absolut positiv zu bezeichnen. Das Wettkampf-Team ist regelmäßig auf diversen Veranstaltungen vertreten. Besonders erfreulich ist die gegenseitige Unterstützung aller Wettkämpfer in der Vorbereitung, gänzlich unabhängig davon ob Geflüchteter oder nicht.

Ein weiterer riesiger Erfolg ist, dass die Betreiberin des Gyms seit kurzem offiziell als betrieblich ausbildungsbefugt anerkannt ist. Dadurch konnte es einem unserer Schützlinge ermöglicht werden eine Ausbildung zum Sportkaufmann zu beginnen. Dies gibt einen immensen Zusatz an Sicherheit in der Frage des Bleiberechts und ermöglicht es ihm nun auch den Grundstein für eine handfeste Karriere und und eine Zukunft in diesem Land zu legen.

Eine besondere Herausforderung neben den Trainings war oftmals das Thema Schule/ Ausbildung sowie Aufenthaltsstatus, da eine ungewisse Zukunft gerade für junge Menschen sehr belastend sein kann. Umso mehr freuen wir uns darüber, dass immer mehr unserer Stipendiaten auf dem Weg zu Schulabschlüssen und Ausbildungsstellen sind.

Wir werden natürlich weitermachen. Es stehen über das Jahr 2018 viele Wettkämpfe an und auch an der Gruppendynamik soll weiter gearbeitet werden. So befinden wir uns aktuell in der Planung eines gemeinsamen Kochabends mit allen Wettkämpfern, Stipendiaten, Trainern und Betreuern in einer Mietküche.

Fußballspielen, Ausflüge und gemeinsames Essen – nicht nur Büffeln am Schreibtisch (Team 1)

Die Schülerpatenschaften verfestigen sich und durch die regelmäßigen Treffen mit unseren Schülern hat sich inzwischen ein vertrautes Verhältnis aufgebaut. Natürlich ist es nicht immer mit Spaß verbunden den schwierigen Schulstoff durchzugehen. Manchmal kommen da auch wir Paten mit unserem Wissen an die Grenzen. Zum Glück gibt es aber das Internet und Lernmaterial, was hilfreiche und kreative Tipps enthält.

Auch der Austausch untereinander oder mit dem Team von Schülerpaten hilft, wenn wir manchmal unsicher sind, wie wir die Nachhilfe am besten gestalten sollen. Nicht zuletzt haben einige von uns auch Kontakt zu den Lehrern unserer Schüler aufgenommen, damit wir passend zum Unterricht unsere Hilfe gestalten können.

Natürlich sitzen wir aber nicht nur am Schreibtisch zusammen. Manche von uns treffen sich auch mal so mit ihren Paten und es wird etwas zusammen unternommen: Gemeinsame Spaziergänge, Fußball spielen etc.. Oder man trifft sich einfach zum quatschen verbunden mit etwas Leckerem zu essen und trinken.

Ende Januar hat das Team von Schülerpaten auch ein Tag im „Rabatzz“, Hamburgs größtem Indoor-Spielplatz für alle Schüler und Paten organisiert. Einige aus unserer Gruppe waren auch dabei und es hat total Spaß gemacht zusammen zu klettern, zu toben, Trampolin zu springen etc. Danach sind alle, die Lust hatten, noch zusammen Essen gegangen.

Das Semester ist zu Ende, aber alle von uns sind inzwischen in ihrer Patenschaft gut angekommen und wollen auch Paten bleiben und die Freundschaft zu ihren Schülern weiterentwickeln.

Bei den Debatten um „Integration“ und „Leitkultur“ können wir nur den Kopf schütteln.

Das letzte halbe Jahr hat uns gezeigt, wie wichtig ehrenamtlicher Einsatz und „der Blick über den Tellerrand“ sein können. Die Begegnung auf Augenhöhe liefert sowohl Heimatgefühle und Verständnis für die eine, sowie neue Perspektiven und Einstellungen für die andere Seite.

Aus einem Aufeinandertreffen wird ein Miteinandertreffen. Dies verläuft so erstaunlich fließend, dass man bei den aktuellen Debatten um Begriffe wie „Integration“ und „Leitkultur“ nur den Kopf schütteln kann. Denn wer soll denn eigentlich in was integriert werden? Und wie fest sollten eigene Werte und Normen verankert sein?

„Start with a Friend“ ist so viel mehr als ein Willkommens-Projekt für Geflüchtete. Es liefert Einblicke in Welten, die bezaubernd und erstaunlich sein können. Es verändert die eigene Einstellung zum Leben, den Blick auf Probleme und Sorgen. Vor allem bestärkt es die eigene Position, dass geflüchtete Menschen nicht nur ankommen, sondern auch willkommen sein sollen.

Lena über ihr Tandem mit Said:

Mein Ziel, Said den Zugang zu deutschen Freund*innen zu ermöglichen ist geglückt. Auch wenn wir zurzeit durch Arbeits- und Unizeiten noch nicht oft an den Veranstaltung der Start with a Friend Community teilnehmen können, treffen wir uns regelmäßig und helfen uns gegenseitig. Sei es die Formulierung einer Bewerbung, das Übersetzen einer Rechnung oder die Vorbereitung auf die eigene Persisch-Klausur. Said und ich sind mehr als ein Tandem-Projekt, wir sind Freunde.

Jette über ihr Tandem mit Mostafa:

Meine Freundschaft mit Mostafa ist noch in den Anfängen. Ich bin mir aber sicher, dass noch genügend Stunden bleiben, in denen wir noch mehr zusammen unternehmen und uns mit jedem Mal besser kennenlernen können. Denn gerade, weil wir uns das ein oder andere Mal vielleicht noch missverstehen, da mein Persisch zu wünschen übriglässt und Mostafa bei meinem extremen Sprechtempo in Deutsch auch manchmal nicht hinterherkommt, müssen wir uns noch mehr Zeit nehmen. Trotzdem haben wir in der relativ kurzen Zeit, die wir uns kennen, schon einiges unternommen. Mal waren wir an der Alster eine Runde laufen, mal haben wir uns bei einer Sneak-Preview im Kino überraschen lassen. Ich habe Mostafas Zuhause kennengelernt und er meins. Besonders schön war, als sich an meinem Geburtstag endlich mal die Gelegenheit ergeben hat, Mostafa meinen Freunden vorzustellen. Leider ist es auch für uns aufgrund von Uni und Schule manchmal schwierig ein Zeitraum zu finden, der beiden passt. Da wir beide jedoch sehr spontan sind, bin ich optimistisch, dass wir uns weiterhin regelmäßig sehen können. Ich freue mich darauf, noch viel mehr über Mostafa zu erfahren und noch viel mehr mit ihm zu teilen und bin gespannt, was wir noch zusammen erleben werden.

Das langfristige Ziel: die Gesellschaft für die Intersektionalität von Sexualität, Gender/ Queerness und Geographie zu sensibilisieren

Mit meinem Projekt „Support queerer Refugees“ bin ich abschließend sehr zufrieden. Die Einblicke in die offene Initiativgruppe waren und sind sehr aufschlussreich und haben meine anfänglichen Erwartungen erfüllt.

Neben dem Support queerer Refugees, dem Eröffnen eines ‚safer spaces’ und dem persönlichen Austausch auf Augenhöhe, hatte ich die Möglichkeit, mich intensiv mit der speziellen Thematik auseinanderzusetzen. Bewusst wurde mir hierbei, wie wichtig es ist, geflüchteten queeren Menschen, die in den Unterkünften weiterhin Diskriminierungen aufgrund ihrer nicht-­heteronormativen Lebensweisen ausgesetzt sind, einen Raum zu schaffen, in dem sie gänzlich ‚sie selbst sein können’.

Herausfordernd bei dem Projekt waren anfangs die offenen Strukturen der Initiativgruppe, in die es erst einige Zeit der Einfindung brauchte. So gab es keinen festen Plan oder To-­Do-­Listen ‚abzuarbeitender’ Punkte, sondern spontan entstehende Partizipationsmöglichkeiten. Dies hat allerdings auch den Vorteil, dass der persönliche Austausch im Zentrum des Programms steht, wodurch mir die anfängliche Eingewöhnungsphase viel leichter fiel.

Diesen persönlichen Austausch würde ich auch als Highlight der Projektarbeit betrachten, da ich gesehen habe, wie wichtig er für die Betroffenen ist und einen Mehrwert für alle Beteiligten mit sich bringt.

Das Projekt hat mir die gesellschaftliche Relevanz von Engagement hinsichtlich der Intersektionalität von Sexualität, Gender (Queerness) und Geographie (Flucht, Migration) verdeutlicht; davon ableitend Solidarität mit und Einsatz für Menschen, die nicht die gleichen Ressourcen und Teilhabe in der Gesellschaft haben bzw. nicht bekommen. Dies konnte ich auf individueller (Engagement in meinem Projekt), sowie auf ‚gesellschaftlicher’ Ebene (Gesprächen mit Mitmenschen) erreichen.

Zukünftig werde ich weiterhin Teil der offenen Initiativgruppe sein. Darüber hinaus möchte ich mich intensiver wissenschaftlich mit dieser Thematik auseinandersetzen, um langfristig die Gesamtgesellschaft in dem Bereich zu sensibilisieren.

Rückblick auf das Wintersemester 2017/18

Zusammenfassung unserer Arbeit:

Unsere Arbeit im Filmprojekt lässt sich in vier Schritte aufteilen, die Planung und Einteilung der Arbeitsschritte, die Erstellung des Fragebogens, die Organisation der Interviews inklusive Akquirierung der Interviewpartner und das Schneiden und Zusammenstellen des Films. Im Folgenden beschreiben wir unsere Arbeit detaillierter.

 1) Planung

In den ersten Sitzungen haben wir uns gemeinsam überlegt wie der Film aussehen soll, welches Konzept dahinterstehen soll (Dokument angehängt) und wie wir die Umsetzung planen. Wir entschieden uns für einen Film auf Interviewbasis. Es sollte die Menschlichkeit und die Einzigartigkeit der Menschen in den Vordergrund gestellt werden. Die Fragen sollten keine biografischen Daten beinhalten um die Anonymität zu bewahren. Ziel des Films ist es die Werte und Gedanken der Menschen zu zeigen ohne dabei einen Unterschied erkennbar zu machen wer einen Fluchthintergrund hat und wer nicht. Das soll Vorurteile abbauen und den Menschen das Attribut „Flüchtling“ nehmen, welches leider schon ein vorgefertigtes Bild in vielen Köpfen hervorruft.  Während des Interviews entschieden wir uns für die festen Rollen von: Kamera & Tontechnik: Carl und Tronje; Interviewdurchführung: Estefania und Janine, Regie: Tjark. Für die Planung war in den ersten Wochen ein wöchentliches Treffen je einen ganzen Nachmittag angesetzt in der wir das weitre Vorgehen, sowie die Fragen des Fragenkatalogs festlegten.

2) Erstellung des Fragenkatalogs

Der Fragenkatalog bestand aus ein paar Aufwärmfragen über ihr Befinden, ihre Beschäftigung am Vorabend und einige kurze Fragen über persönliche Präferenzen, um die Interviewpartner in ein angenehmes Gespräch zu verwickeln. Darauf folgten die richtigen Fragen:

  • Was macht Menschen aus?
  • Was bedeutet Freundschaft für dich?
  • Hast du Spaß am Tanzen?
  • Was erwartets du vom Leben?
  • Hast du Angst zu sterben?
  • Wovor läufst du davon?
  • Was bedeutet Freiheit für dich?
  • Was hälst du von Deutschland?
  • Wen vermisst du?
  • Fühlst du dich von den Medien beeinflusst?
  • Bist du verliebt?
  • Was ist dir im Leben wichtig?
  • Was treibt Menschen auseinander?
  • Was unterscheidet dich von anderen Menschen?
  • Kannst du gut Witze erzählen? (Wenn ja, dann erzähl uns einen)

3) Interviewpartner akquirieren & interviewen

Nachdem der Fragebogen feststand, machten wir uns auf die Suche nach Menschen, die bereit waren sich interviewen zu lassen. Nicht-geflüchtete Menschen die sich interviewen ließen fanden wir unter unseren Kommiliton_innen und Freund_innen. Um eine große Diversität im Faktor Alter hineinzubringen interviewten wir auch einige ältere Menschen, welche wir aus der Ringvorlesung der Veranstaltung gewinnen konnten. Um geflüchtete Menschen zu interviewen gingen wir in Unterkünfte, Refugee- Austausch- Cafés und Organisationen die Unterstützung für Geflüchtete anbieten. Interviewt wurde an vier Samstagen, an denen wir von 10:00 bis 18:00 Uhr einen Raum in der Uni buchten und die Interviewpartner hintereinander zu ihrem persönlichen Interviewtermin einluden. Wir bereiteten das Setting mit Tisch, Stuhl und schwarzem Hintergrund vor um alle Interviewpartner vor einem gleichen Hintergrund zu filmen. Die Kamera haben wir mit Hilfe eines wissenschaftlichen Mitarbeiters der Uni aus dem Rechenzentrum ausgeliehen.

4) Schneiden und Zurechtlegen des Films

Nachdem genügend Material gesammelt wurde muss der Film zusamengestellt werden. Das bedeutet, dass die „besten“ Antworten ausgewählt werden müssen und zu einem lückenlosen Film zusammengeschnitten werden.  Dieser Schritt steht noch aus.

5) Erste Vorführung

Für die Veröffentlichung des Films ist eine Vorführung im Alsterhaus geplant. Die Kooperation mit den zuständigen Mitarbeitern läuft.

Malen, basteln, spielen oder kickern – Hauptsache Spaß!

Seit Anfang Januar bin ich nun wöchentlich einmal für 2-3 Stunden in der Unterkunft am Kaltenkricher Platz. Je nach Interesse der Kinder malen, basteln, spielen oder kickern wir zusammen.

Geduld und Verhandlungsgeschick sind gefragt

Da das Angebot während der Abendbrotzeit stattfindet, herrscht häufig ein ständiges Kommen und Gehen. Einerseits ist das schön, da eine ungezwungene Atmosphäre herrscht und wir uns sicher sein können, dass die Kinder zu uns kommen, weil sie Spaß an dem Angebot haben, andererseits sorgt das Ganze natürlich für starke Unruhe und es kommt immer wieder zu Diskussionen, weil das Essen nicht aufgegessen und stehen gelassen wurde, um zu uns zu kommen, oder weil Bastelsachen stehen und liegen gelassen wurden, um stattdessen lieber essen zu gehen. Hier ist manchmal viel Geduld und Verhandlungsgeschick gefragt. Mittlerweile konnte ich aber auch schon deutliche Verbesserungen der Situation feststellen, da wir alle zusammen Regeln aushandeln konnten, an denen sich jede_r orientieren kann. Das sind natürlich Prozesse, die Zeit brauchen.

Aufgrund dieser Gegebenheiten kommt es jedoch auch mal vor, dass nur zwei Kinder das Angebot nutzen und an anderen Tagen hingegen 18 Kinder vor uns stehen. Es muss demnach immer schnell spontan reagiert werden, was manchmal Bastel-Planungen über den Haufen werfen kann.

Kontinuität schafft Vertrauen

Mein Ziel, zu einigen der Kinder eine engere Bindung aufzubauen und zu einer Ansprechpartnerin für sie zu werden, habe ich auf jeden Fall erreicht. Das merke ich an Gesprächen und Anliegen, mit denen sie sich an mich wenden.

Vorgestern beim Busfahren habe ich zufällig eine Gruppe aus der Unterkunft getroffen, die gerade einen Ausflug gemacht hat, und da gab es ein lautes „Hallo“ und alle wollten, dass ich jetzt mit ihnen komme, um zu basteln. Solche Momente sind sehr schön.

Herausforderungen… Wutanfälle kommen häufiger vor

Herausfordernd an der Arbeit ist für mich gelegentlich, mit Situationen von Aggressivität umzugehen. Bei einigen Kindern führen kleinste Kleinigkeiten oder Missverständnisse zu großen Wutanfällen, bei denen es manchmal schwierig für mich ist, richtig zu reagieren. Situationen können bei ihnen in kürzester Zeit durch objektiv gesehene Nichtigkeiten kippen und dann sehen sie keinen anderen Ausweg als Gewalt oder Aggressivität. Hier würde ich mir manchmal wünschen, jemand Geschultes an meiner Seite zu haben, der mir zeigt, wie man in so einer Situation richtig auf das betroffene Kind eingeht. Da bin ich aber auch schon dran.

Alles in allem macht mir die Arbeit sehr viel Spaß und in der Regel wird auch sehr viel gelacht und einvernehmlich miteinander gespielt und gebastelt.

Das Ziel: die Bindungen zu den Kindern am Kaltenkricher Platz aufrechtzuerhalten

Leider wurde der Termin seitens der Unterkunft auf einen anderen Tag verlegt, sodass ich ab nächster Woche nicht mehr daran teilnehmen kann. Stattdessen werde ich montags in eine andere Unterkunft gehen. Doch ich hoffe derzeit darauf, schnell wieder in ein anderes Angebot am Kaltenkricher Platz wechseln zu können, um die bisher aufgebauten Bindungen dort aufrechterhalten zu können.

Institutioneller Rassismus: Racial Profiling

Die Aktivist*innen von KOP setzen sich für Opfer rassistischer Polizeigewalt ein. Racial Profiling ist eine diskriminierende Praxis, wird gemeinhin geächtet und ist in Deutschland verboten. Dennoch gibt es keine explizite juristische Regelung zu Racial Profiling. Artikel 3 Absatz 3 des Grundgesetzes besagt zwar: „Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat, seiner Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden.“ Dass solche Kontrollen stattfinden, belegen zahlreiche Berichte von Betroffenen. Recherchieren Sie einen Fall für institutionellen Rassismus (z.B. den Polizei in der Silvesternacht in Köln) oder beschreiben Sie ein Beispiel aus Ihrer eigenen Erfahrung – und diskutieren Sie diesen, indem Sie Argumente für beide Seiten finden und gegenüberstellen.

(vgl. Vortrag am 06.12.2017: Institutioneller Rassismus: Racial Profiling als zulässige Polizeipraxis? Vertreter/innen der Kampagne für Opfer rassistischer Polizeigewalt (KOP) und http://www.deutschlandfunkkultur.de/racial-profiling-rassismus-per-gesetz.976.de.html?dram:article_id=395051)

Studierendenbeiträge:

2014 soll ein Polizist in einer Polizeidienststelle in Hannover zwei Flüchtlinge misshandelt haben. Einer war Marokkaner Continue reading

Begleitungen: Arztbesuche, Termine beim Jobcenter oder im Bezirksamt, KiTa-Suche, Erledigungen in der Bank…

Seit der letzten Präsenation haben noch einige Begleitungen stattgefunden. Vor allem Samira und Abdo sind gefragte Begleiter, da sie über Sprachkenntnisse (Arabisch, Dari, Farsi) verfügen und sich somit besonders gut eignen und auch besonders gut helfen können.

https://www.bmi.bund.de/SharedDocs/bilder/DE/verteilerseite/gesellschaft-integration/gesellschaftlicher-zusammenhalt-verteilerkopf.jpg?__blob=wide&v=2

Abdo hat zwei Begleitungen gemacht, bei denen er als Übersetzer für Arabisch eingesprungen ist. Bei der ersten Begleitung war er mit einem Mann beim Anwalt. Seine Familie hatte einen Ablehnungsbescheid von Deutschland bekommen, da sie bereits einen Asylantrag in Lettland gestellt hatten. Dort wollten sie aber aufgrund von Diskriminierung und fehlender Hilfe nicht bleiben. Eigentlich hätte es noch einen zweiten Termin gegeben, bei dem der Mann aber leider nicht erschienen ist. Die zweite Begleitung war eine Unterstützung bei der Eröffnung eines Bankkontos.

Sam hatte ebenfalls zwei Begleitungen. Einmal hat er einen Mann bei einem Arztbesuch unterstützt. Dieser hat sich sehr darüber gefreut, dass er mit Sam in seiner Muttersprache reden konnte und erzählte deshalb sehr viel. Somit war die Begleitung sehr emotional und persönlich. Bei der zweiten Begleitung hat er eine ältere Frau zum Bezirksamt begleitet. Sie war sehr unsicher, weil sie nicht lesen und schreiben kann und sich deshalb nicht gut zurechtfindet. Sam fand beide Begleitungen sehr angenehm.

Anna sollte mit einer Frau und ihren drei Kindern Geld abholen und überweisen. Sie hat die vier an der Unterkunft abgeholt und ist mit ihnen mit dem Bus dorthin gefahren. Leider hat das Geldabheben dort nicht geklappt. Auf dem Rückweg haben sie noch beim Bäcker Halt gemacht und sind etwas einkaufen gegangen. Verständigen konnten sie sich halbwegs auf Deutsch.

Ronja sollte mit einem jungen Mann zum Amt gehen, um seine Aufenthaltserlaubnis zu verlängern. Da er schon länger in Deutschland lebt und auch arbeitet, konnten sie sich recht gut auf Deutsch verständigen. Obwohl er schon eine Stunde vor ihr zum Amt gegangen war, mussten sie gemeinsam noch 4 Stunden warten! Außerdem waren dort alle sehr unfreundlich. Als er insgesamt 5 Stunden gewartet hatte, wurde ihm mitgeteilt, dass seine zuständige Behörde gar nicht in Hamburg sei, obwohl er schon vor Längerem einen Antrag gestellt hatte, dass die Zuständigkeit nach Hamburg verlegt wird. Also konnten sie ihnen dort nicht helfen und wurden sehr unfreundlich abgewiesen. Ronja hat das Problem an die Flüchtlingslotsen weitergeleitet.

Aileen hat eine Frau bei ihren Terminen beim Jobcenter unterstützt. Sie brauchte Hilfestellung für die Suche nach einem Kindergartenplatz und einem Integrationskurs.

Merle hat leider noch keine Begleitung machen können, da es nicht so viele Anfragen wie erwartet gibt und es doch schwer ist die teils recht zeitaufwendigen Termine spontan mit den eigenen Terminen zu vereinbaren. Einmal wollte sie eine junge Frau zum Arzt begleiten. Als sie diese von der Unterkunft abholen wollte, war sie aber leider nicht aufzufinden.

Trotzdem wurde das Ziel, geflüchtete Menschen in ihrem Alltag zu unterstützen, von den meisten erreicht. Wie schon angemerkt, ist eine Herausforderung des Projekts, die spontanen Begleitanfragen auch wahrnehmen zu können. Eine weitere Hürde ist (außer bei Abdo und Sam) die Verständigung gewesen. Außerdem können sich bei den Begleitungen Probleme oder Fragen auftun, allerdings können zu dem Zweck ja die Ansprechpartnerinnen der Flüchtlingslotsen kontaktiert werden! Wir alle bleiben nach diesem Semester bei den Flüchtlingslotsen aktiv, um noch weitere Begleitungen machen zu können.

Da Merle noch keine Begleitung machen konnte, hat sie sich um ein Tandem bei ‚Start with a friend‘ bemüht. Ihr wurde nun eine junge Frau vermittelt, mit der sie sich letzte Woche auch schon einmal getroffen hat. Das erste Treffen war ein bisschen angespannt, weil beide etwas schüchtern sind und es so schwer war ein entspanntes Gespräch aufzubauen. Trotzdem wollen sie sich noch öfter treffen und auch mal etwas zusammen unternehmen.

(Bildquelle: https://www.bmi.bund.de/SharedDocs/bilder/DE/verteilerseite/gesellschaft-integration/gesellschaftlicher-zusammenhalt-verteilerkopf.jpg?__blob=wide&v=2)

Kekshäuschen-Basteln, PlayMais-Figuren formen und Schlittschuhlaufen – jede Menge Spaß :)

Einige Zeit ist vergangen seit dem letzten Eintrag. Weihnachten stand an, das neue Jahr wurde gefeiert und jetzt steht schon Ostern vor der Tür. Auch bei der Spielevormittag-Gruppe hat sich in der Zeit einiges getan. Kurz vor Weihnachten stand endlich das große Kekshäuschen-Basteln mit den Kindern an. Das wollte sich natürlich keiner von den Betreuern entgehen lassen und auch die Kinder kamen mit riesiger Vorfreude am Samstagvormittag in die Wohnung der Einrichtung von fördern & wohnen.

Wir hatten Kekse, Puderzucker und Zitronensaft für den Zuckerguss und eine große Auswahl an Süßigkeiten für die Kinder dabei. Um nicht im Chaos zu versinken, haben wir versucht die Kinder in Gruppen zu unterteilen, welche dann durch die verschiedenen Räume und somit Tätigkeiten rotieren.

Während eine kleine Gruppe Kekshäuschen verzierte, beschäftigten sich die anderen mit Spielen oder Basteln. Zu unserer Verwunderung klappte dies unerwartet gut! Die Kinder geduldeten sich, bis sie an der Reihe waren und erst wenn alle ein Kekshäuschen fertig hatten, fingen wir eine neue Runde an. Zu diesem besonderen Ereignis haben sich auch einige neue Gesichter hinreißen lassen, welche wir herzlich willkommen hießen.

Zum Schluss wurde wieder gemeinsam aufgeräumt und jeder durfte natürlich seine Kekshäuschen mit nach Hause nehmen und den Eltern stolz präsentieren. Dies wurde teilweise zu einer großen Herausforderung, da einige Häuschen mehr aus Gummibärchen, Schokolinsen & Co bestanden als aus Keks. (Die Häuschen könnt ihr auf den Fotos bewundern. 😊)

Über die Neujahreswende fand kein Spielevormittag statt und so trafen wir uns zum ersten Mal im neuen Jahr am 13. Januar. Es war ein reguläres Treffen mit Spielen und Basteln, doch auch im neuen Jahr kamen wieder viele Kinder zum Toben und Spaßhaben.

Da sich leider zu Anfang des Jahres zwei lang dabei gewesene Mitglieder von der Spielegruppe aus Zeitgründen verabschiedet haben, wurde erneut ein Besprechungstermin mit dem Sozialarbeiter Simon einberufen. Dieser fand am 27. Januar nach dem Spielevormittag in der Unterkunft statt. Es wurde festgelegt, dass der Spielevormittag wieder nur alle 2 Wochen stattfindet und Kinder unter 4 Jahren in Begleitung von Erwachsenen zum Spielevormittag kommen müssen. Diese Veränderungen nehmen wir an und machen das Beste daraus!

Das nächste Treffen war dann Samstag der 10. Februar. Hierfür hatte eine Betreuerin 2 riesige Eimer PlayMais zum Basteln mitgebracht, welches bei den Kindern sehr gut ankam. Anfangs wussten einige nicht wirklich was damit anzufangen, doch mit der Zeit wurden sie kreativ und kreierten tolle Figuren. (Diese könnt ihr ebenfalls auf den Fotos sehen.)

Es war also wieder ein sehr erfolgreicher Spielevormittag mit viel Spaß. Auf das nächste Treffen freuen sich alle schon sehr, denn da geht es zum allerersten Mal aus der Unterkunft hinaus zum Schlittschuhlaufen. 😊

Julia, Hayat, Jasmin, Karsten, Miriam

… einfach ein tolles Projekt mit sehr tollen Menschen!

Ein ziemlich vollgepacktes Semester geht langsam dem Ende zu. Viele schöne Abende haben wir im Refugees-Welcome-Café verbracht, neue Freunde kennengelernt und vor allem auch mal in die Zusammenarbeit mit Geflüchteten reingeschnuppert. Unsere Ziele waren genau diese. Einen Freiraum, in dem sich Menschen verschiedenster Herkunft begegnen und sich gegenseitig unterstützen. Wir haben also genau unsere persönlichen Ziele in diesem Projekt erreicht.

Herausfordernd war es teilweise mit der Zeitplanung, zu Beginn einen Termin für die Orga-Treffen zu finden, und im Semesterverlauf war es teilweise schwer neben dem Lernen für anstehende Klausuren, noch zu den Café-Abenden zu gehen. Unser Highlight war eindeutig die Geburtstagsfeier des Cafés. Wir hatten sehr viel tolles, internationales Essen und es kamen viele Gäste. Wir werden uns auch nach Ende des Semesters noch im Refugees-Welcome-Café engagieren, da es einfach ein tolles Projekt mit sehr tollen Menschen ist.

Critical Whiteness

Tsepo Bollwinkel hat sich in seinem Workshop auf das Phänomen des Voluntourism bezogen. Inwiefern ist dieser kritisch zu sehen – und welche Chancen bietet er aber dennoch? Gehen Sie in Ihrer Reflexion auf den White Savior Complex ein.

(vgl. Workshop vom 20.01.2018: Critical Whiteness – Weißsein erleben. Kritische Begegnung mit einem Privileg. Tsepo Bollwinkel)

Studierendenbeiträge:

Ich selbst war als weltwärts-Freiwillige im Ausland. Höchst kritisch ist beim weltwärts-Programm, dass es aus Entwicklungszusammenarbeitsgeldern finanziert wird. Continue reading

Wir und die anderen

Jannik Veenhuis zitiert in seinem Vortrag Edward Said: „Indeed, my real argument is that Orientalism is – and does not simply represent – a considerable dimension of modern political-intellectual culture, and as such has less to do with the Orient than it does with ‚our‘ world.“

Positionieren Sie sich zum Kerngedanken dieses Zitats und erörtern Sie dessen Stellenwert im Kontext der (freiwilligen) Flüchtlingsarbeit.

(vgl. Vortrag am 15.11.2017: „Einführung in den Islam“, Jannik Veenhuis)

Studierendenbeiträge:

Edward Said wandte das Prinzip des „Othering“, also die Selbstdefinition durch Abgrenzung vom vermeintlich Anderen, als einer der Ersten in postkolonialen Kontexten an. Darauf bezogen, wie auch das oben genannte Zitat verdeutlicht, prägte Said den Begriff des Orientalismus, Continue reading

Kooperation zwischen Staat und Zivilgesellschaft

Beschreiben Sie, möglichst anhand eines prägnanten Beispiels, die Zusammenarbeit und die Rollenverteilung zwischen staatlichen Einrichtungen und Nichtregierungsorganisationen (NGOs) im Hamburger Unterstützungssystem für Geflüchtete. Wo sehen Sie Verbesserungsbedarf, um die Situation der Menschen nachhaltig zu verbessern? Welche Herausforderungen gäbe es bei der Umsetzung?

Studierendenbeiträge:

Bei dieser Frage muss ich direkt an den Sommer 2015 denken – 1300 geflüchtete Menschen waren in den Messehallen untergebracht und durch das Engagement motivierter Nachbarn Continue reading

Schon 11 Interviews sind auf Video aufgezeichnet!

Am Samstag, den 13. Januar 2018 haben wir das erste Mal Interviews geführt. Von 10 bis 18 Uhr haben wir in einem Raum der Uni die Interviews mit insgesamt 11 Leuten geführt. Die nächsten zwei Samstage sind auch komplett für das Aufnehmen / Durchführen der Interviews geblockt.

In der Zwischenzeit steht noch die weitere Akquise von Interviewees an. Ab Februar werden dann die besten Antworten geschnitten und mit ein paar Extraszenen und Untertiteln in Arabisch zu einem Film zusammengeschnitten.

MSO Simret – Vereinsgründung erfolgreich!

Die ereignisreiche letzte Zeit: Seit dem letzten Eintrag hat sich in meinem Projekt viel getan. Noch vor Weihnachten bekamen wir die auf Tigrinya übersetzte Satzung des Vereins wieder. Die Übersetzung dieses Schriftstücks erschien uns als ein weiterer wichtiger Schritt, um die grundlegenden Zielsetzungen und Strukturen des Vereins für alle Mitglieder vollkommen transparent zu machen.

Um mir weitere Ratschläge und Hilfestellungen für die Vereinsgründung zu holen, suchte ich am 14.12.2017 ein eritreisches Netzwerktreffen auf. Erstaunlicherweise stellte sich heraus, dass die Veranstalterin und ich die einzigen Teilnehmerinnen waren. In dieser Konstellation bestand jedoch mehr Raum für eigene Anliegen und Fragen. So erfuhr ich vieles über den dortigen Verein sowie Hintergrundinformationen zur eritreischen Kultur und Politik. Auch wurde ich über viele eritreische Restaurants, Treffpunkte, sowie andere Vereine informiert. Ich bin mir sicher, dass diese Anlaufstellen für unseren Verein in Zukunft hilfreich sein werden.

Ich erfuhr, dass mindestens ein weiterer Verein in Hamburg ähnliche Ziele verfolgte und sich somit als ein sinnvoller Kontaktpartner erweisen könnte. Am 13.01.2018 gelang es uns dann endlich den Verein ins Leben zu rufen. Nachdem einige Minuten vergingen, waren alle benötigten sieben Teilnehmer vor Ort. Während Ulli die Sitzung leitete, half Al-amin bei der Übersetzung wichtiger Themen. Ich hatte den Job das Protokoll zu führen und notierte somit, wer das Amt des Vorstandes, des Kassenwarts und des Schriftführers übernahm.

Es war eine schöne Erfahrung zu sehen, wie glücklich auch die Teilnehmer über diesen Fortschritt waren. Als nächsten Schritt haben wir uns nun vorgenommen eine Veranstaltung zu organisieren, bei der zum einen Spenden an den Verein „hiwam“ gesammelt werden sollen und zum anderen der neu gegründete Verein „Simret“ vorgestellt werden soll.

Insgesamt bin ich mit dem Fortschritt meines Projektes durchaus zufrieden. Ab und an zweifelte ich daran, dass die Gründung des Vereins vollzogen werden würde. Umso schöner ist es, diesen Schritt nun getan zu haben. Meine Ziele konnte ich aus diesem Grund nicht alle erreichen. Aber ich bin mir sicher, dass wir in den nächsten Monaten bereits die ein oder andere Veranstaltung zusammen organisieren können.

Läuft! Wir bleiben als Patinnen aktiv :) (Team 2)

Nachdem am Anfang noch etwas Schüchternheit und Unsicherheit bei uns allen da war, haben wir nun tolle Freundschaften gefunden und uns in unsere Rolle als Patinnen eingelebt.

Die Nachhilfestunden laufen soweit gut, auch wenn es teilweise Schwierigkeiten gibt Lücken im Schulstoff nachzuholen. Das nimmt z.T. viel Zeit in Anspruch und dabei kommen einige andere Fächer und Hausaufgaben zu kurz. Hier ist es natürlich nochmal wichtig ein gutes Mittelmaß zu finden und wichtige Sachen nicht außer Acht zu lassen.

Ende Januar hatten wir ein Winterfest mit allen Patinnen und Schülern zusammen. Leider konnten nicht alle von uns teilnehmen, aber trotzdem ist dies eine tolle Möglichkeit sich auszutauschen und zusammen auch mal Spaß zu haben und nicht nur zu lernen.

Wir werden alle das Projekt weitermachen und auch im nächsten Semester weiterhin bei Schüler&Paten aktiv bleiben.

Die Menschen freuen sich über die neue Mobilität.

Ich habe an einigen weiteren Überganben teilgenommen. Es ist immer wieder schön zu sehen, wie die Menschen sich über die neue Mobilität freuen und zum Westwind-Container kommen, egal welches Wetter gerade herrscht.

Auch wenn gerade einmal keine Menschen vorbei kommen, um ein Fahhrad abzuholen, gibt es sehr viel zu tun. Es werden immer wieder neue Fahrräder gespendet, die durchgecheckt und repariert werden müssen. Auch in diesem Bereich habe ich über die Wochen immer wieder neue Dinge kennengelernt und konnte von der Kompetenz der anderen Freiwilligen profitieren.

Leider habe ich immer wieder terminliche Probleme und werde es auch in der Folge nicht mehr so oft zu den Treffen schaffen. Aber das Projekt Westwind war eine großartige Erfahrung für mich. Es hat mir großen Spaß gemacht, die Fahrräder wieder aufzubauen, und an die Menschen auszugeben und ihre Geschichten zu hören. Auch die Weswind-Kollegen sind alle super nett und engagiert. Sie haben mich als Teil ihres Projekts sehr sehr nett und mit offenen Armen aufgenommen, auch wenn ich eine sehr regelmäßige Teilnahme nicht realisieren konnte.

Wir haben viel vor: Infoblätter für Kirchenasyl und Unterstützung bei der Wohnungssuche

Nach einer Weihnachtspause hat unsere Unterstützungsarbeit beim IkA wieder angefangen. Wir helfen Geflüchteten weiterhin zweimal pro Woche (Montags 10-12 und Donnerstags 15:30-18:30) mit dem Erklären und der Beantwortung offizieller Briefe, unterstützen beim Asylverfahren, begleiten zu Behörden und Rechtsberatung…

Außerdem haben wir am 21.01 eine spannende Team-Sitzung gehalten, wo wir über die zukünftige Strategie des IkAs, sowohl kurz- als auch langfristig, gesprochen haben. Wir haben entschieden, bis Ende März Infoblätter über das Kirchenasyl zu recherchieren und zu schreiben, da wir bemerkt haben, dass es viel mehr Nachfrage dafür als Möglichkeiten gibt. Deswegen möchten wir mehr Informationen darüber teilen, sodass Geflüchtete selbst besser einschätzen können, wie die Chancen und Vorgehensweisen sind. Es bedeutet aber für uns ziemlich viele Recherchen und es ist nicht einfach, das Thema ausführlich und trotzdem zusammengefasst zu erklären.

Da wir auch bemerkt haben, dass immer mehr Geflüchtete zu uns auf der Suche nach Hilfe bei der Wohnungssuche kommen, werden wir auch dazu überlegen, was für eine Hilfe wir anbieten können. Leider haben wir nicht genug Zeit, um innerhalb des IkAs Geflüchtete persönlich damit zu beraten und zu unterstützen. Deswegen möchten wir schon existierende Angebote in Hamburg recherchieren und Kontakte mit ihnen knüpfen, um eventuell zusammen zu arbeiten und vielleicht ein passendes Angebot auf Tigrinya entwickeln zu können.

Es gibt auch Momente, die sehr belastend sind. Momentan unterstützen wir Frauen, die sehr schreckliche Dinge erlebt haben und unter schlimmen posttraumatischen Störungen leiden. So etwas können wir ohne psychologische Ausbildung natürlich nicht packen und kontaktieren in so einem Fall andere Organisationen, die mehr Erfahrung in dieser Richtung haben. Eine von uns hat auch die Chance gehabt, eine Geflüchtete zu der Anhörung beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge zu begleiten. Es war sehr interessant zu sehen, was für Fragen gestellt wurden, wie die Übersetzer*innen bei der Anhörung arbeiten, wie die Angestellten beim BAMF sich mit der Geflüchteten verhalten, usw. Es wird uns in jedem Fall bei der Vorbereitung solcher Anhörungen mit den Geflüchteten helfen!

Wir fühlen uns langsam immer selbstständiger bei der Unterstützung der Geflüchteten, und die anderen Ehrenamtlichen und Angestellten des Projektes sind immer dabei, um uns zu helfen! Es macht immer Spaß und wir werden im nächsten Semester als Ehrenamtliche bei der Projekt dabei bleiben!

Die Reportage soll eine ehrliche und kritische, aber nicht pessimistische Darstellung werden

Momentan befinde ich mich mitten im Schreibprozess der Reportage. Ich habe mich dazu entschieden, weniger auf wissenschaftliche Aspekte und empirische Arbeit einzugehen, sondern den Fokus mehr auf meine persönlichen Erfahrungen und Einschätzungen zu lenken.

Ich habe mir viel Zeit für eine gründliche Recherche genommen und diese Ergebnisse mit meinen persönlichen Eindrücken verglichen. Es soll eine ehrliche, kritische, aber nicht pessimistische Darstellung der Situation in Uganda werden. Ich musste feststellen, dass sich dadurch der Schreibprozess herausfordernder gestaltet, als ich ihn eingeschätzt habe. Es muss eine gute Mischung aus recherchierten Fakten, eigenen Beobachtungen und angemessen wiedergegebenen Meinungen meiner Interview-Partner werden. Und schön anhören muss es sich auch noch. Gar nicht so einfach.

Ich habe mich außerdem dazu entschieden den Text auf Englisch zu verfassen, damit ihn auch meine ugandischen Freundinnen und Freunde verstehen können. Ich habe einen hohen Anspruch an dieses Projekt und möchte mir ausreichend Zeit nehmen, um ein zufriedenstellendes Ergebnis zu erzielen. Es wird noch ein bisschen dauern, aber dafür wird die Reportage um so besser. Vielleicht ergibt sich auch die Zusammenarbeit mit einem Online-Magazin. We will see!

Die BewohnerInnen kommen, wenn sie Hilfe brauchen

Mein Wunsch für den weiteren Verlauf hat sich erfüllt. Es kommen nun einige TeilnehmerInnen regelmäßig und man kommt jedes Mal einen Schritt weiter. Es passiert auch oft, dass wir bei Steuerangelegenheiten und der Übersetzung von offiziellen Briefen helfen.

Die BewohnerInnen wissen nun, dass es uns gibt und dass sie zu uns kommen können, wenn sie bei irgendwas Hilfe brauchen. Zur Not vermitteln wir sie weiter. Die Entwicklung freut mich sehr 🙂 Ich bin gespannt auf weitere Deutschstunden.

Weitermachen lautet die Devise!

Das Ziel der Projektarbeit wurde bereits im Dezember 2017 vollkommen erreicht. Im Ergebnis konnten wir feststellen, dass der Bedarf nach Projekten mit dieser Thematik enorm ist, sodass wir vom Verein fair_bock(t) beschlossen haben, diese auch im Jahr 2018 weiterhin durchzuführen. Die besondere Herausforderung und gleichzeitig das Highlight war die Intensität der Thematik, welche bereits im vorangegangen Beitrag beschrieben wurde.

Rückblick auf ein erfolgreiches halbes Jahr – die Suche nach eigenem Wohnraum geht weiter

Zum Jahreswechsel wurden die Gebühren für das Wohnen in einer öffentlich-rechtlichen Unterkunft (örU) von 141 € auf 587 € pro Person und Monat angehoben. Mein Mentee teilt sich ein ca. 15m² großes Zimmer mit einem Mitbewohner. Küche und Bad teilt er sich mit dem ganzen Flur.

Zum Vergleich: Für mein Zimmer in einer 2er-WG mit großer Küche, Bad und Balkon zahle ich 370 € monatlich. Wie absurd die Höhe der Gebühren in den örU ist und wie es dazu gekommen ist, wurde ausführlich in den Medien diskutiert (siehe zum Beispiel: Die ZEIT: Ein halbes Zimmer für 587 €, online unter: http://www.zeit.de/2018/03/unterkuenfte-fluechtlinge-kosten-sozialarbeit-wachdienst, 09.02.2018). Das Foto von einem Raum in einer örU in Hamburg, das den Artikel in der ZEIT schmückt, ist übrigens deutlich schöner als die Räumlichkeiten der Unterkunft, in der mein Mentee wohnt.

Meinem Mentee stehen monatlich 650€ (Ausbildungsvergütung + Berufsausbildungsförderung (BAB)) zur Verfügung. Momentan ringen wir auf Grund von bürokratischen Hürden darum, dass mein Mentee „nur“ die ermäßigte Gebühr von 210 € monatlich bezahlen muss.

Fast noch schwieriger als das Zuständigkeitswirrwarr zu durchblicken war, meinem Mentee zu erklären, dass er monatlich deutlich mehr Geld für ein- und dieselbe prekäre Wohnsituation bezahlen soll. Da seit dem Trägerwechsel Ende letzten Jahres der Gemeinschaftsraum in seiner Unterkunft geschlossen wurde, steigt der Druck eigenen Wohnraum zu finden. Dieses Ziel haben wir innerhalb der Projektzeit nicht erreicht, da andere Dinge Priorität hatten.

Zum Abschluss die Erfolge des vergangenen halben Jahres:

  • Wir haben eine Vertrauensbeziehung aufgebaut.
  • Ich habe sein Umfeld kennengelernt (Salon, Berufsschule, Sozialmanagement, Unterkunft, Anwältin, Freunde)
  • Regelmäßiger Kontakt zum Salon, zum Sozialmanagement und zur BAB-Sachbearbeiterin konnte aufgebaut werden.
  • Er hat psychische Krisen durchgestanden und erste Unterstützung entgegengenommen.
  • Wir konnten mit Hilfe der Antidiskriminierungsberatungsstelle sein Recht erstreiten zum günstigeren Azubi-Konto wechseln zu können.
  • Er hat einen Schwimmkurs absolviert.
  • Wir haben angefangen Ordnung in seine Unterlagen zu bringen.
  • Er hat das Asylverfahren überstanden und wird einen Aufenthaltstitel bekommen.
  • Er hat einen Nachhilfelehrer bekommen.

31.01.2018 – Semesterabschluss

Danke!

… euch allen für die Spontaneität und Souveränität bei der Kurzpräsentation eurer Projekte auf unserer Abschlussveranstaltung am 31. Januar 2018! Ihr könnt euch nach diesem Semester alle stolz auf die Schulter klopfen.

Fast alle Teilnehmer*innen sind in der vorlesungsfreien Zeit noch mit der Fortführung ihres Engagements beschäftigt, und dafür wünschen wir euch viel Energie und gute Laune!

Letzter Blogbeitrag

Bitte denkt dran, dass jedes Team noch einen abschließenden Blogbeitrag mit Fotos (!) verfassen und unter „Studentische Beiträge“ hochladen soll. Das ist natürlich erst dann sinnvoll, wenn ihr wieder spannende Neuigkeiten aus eurem Projekt berichten könnt 😉

Die Beiträge könnt ihr bis zum Ende des Wintersemesters, also bis zum 31. März 2018 einreichen.

Fragebogen Semesterende

Ebenfalls bis zum 31. März könnt ihr unter „Studentische Beiträge“ den erwähnten „Fragebogen zum Semesterende“ ausfüllen. Das lohnt sich natürlich auch erst dann, wenn ihr eure Projekte zu einem (mindestens vorläufigen) Abschluss gebracht habt.

Fragen und/oder Gesprächsbedarf?

Meldet euch gerne jederzeit, wenn etwas unklar ist, ihr euch zu eurer freiwilligen Arbeit oder zu Inhalten des Studienprogramms austauschen wollt. Wir freuen uns: cornelia.springer@uni-hamburg.de

Transferfragen WiSe 2017/18

Bitte wählen Sie eine der Transferfragen zur Bearbeitung aus!

Wohnen als Perspektive für Geflüchtete (?)

Die Unterbringung von geflüchteten Menschen von der Erstaufnahme bis zur Integration in privates Wohnen und „den Sozialraum“ sind nach wie vor für alle deutschen Städte eine Herausforderung. Hamburg reagiert auf diese u.a. mit verschiedenen Öffentlich-Rechtlichen Folgeunterbringungen und hat das Programm „Flüchtlingsunterkünften mit der Perspektive Wohnen“ auf den Weg gebracht. Wie beurteilen Sie diese Maßnahme? Was sind Vor- und Nachteile? Welche Verbesserungsvorschläge fallen Ihnen ein?

(vgl. Vortrag vom 13.12.2017: Von der Unterbringung zum Wohnen. Integrative Wohnkonzepte mit Perspektive. Dr. Holger Riemer, Zentraler Koordinierungsstab Flüchtlinge, Freie Hansestadt Hamburg)

Critical Whiteness

Tsepo Bollwinkel hat sich in seinem Workshop auf das Phänomen des Voluntourism bezogen. Inwiefern ist dieser kritisch zu sehen – und welche Chancen bietet er aber dennoch? Gehen Sie in Ihrer Reflexion auf den White Savior Complex ein.

(vgl. Workshop vom 20.01.2018: Critical Whiteness – Weißsein erleben. Kritische Begegnung mit einem Privileg. Tsepo Bollwinkel)

Wir und die anderen

Jannik Veenhuis zitiert in seinem Vortrag Edward Said: „Indeed, my real argument is that Orientalism is – and does not simply represent – a considerable dimension of modern political-intellectual culture, and as such has less to do with the Orient than it does with ‚our‘ world.“ Positionieren Sie sich zum Kerngedanken dieses Zitats und erörtern Sie dessen Stellenwert im Kontext der (freiwilligen) Flüchtlingsarbeit.

(vgl. Vortrag am 15.11.2017: „Einführung in den Islam“, Jannik Veenhuis)

Kooperation zwischen Staat und Zivilgesellschaft

Beschreiben Sie, möglichst anhand eines prägnanten Beispiels, die Zusammenarbeit und die Rollenverteilung zwischen staatlichen Einrichtungen und Nichtregierungsorganisationen (NGOs) im Hamburger Unterstützungssystem für Geflüchtete. Wo sehen Sie Verbesserungsbedarf, um die Situation der Menschen nachhaltig zu verbessern? Welche Herausforderungen gäbe es bei der Umsetzung?

Institutioneller Rassismus: Racial Profiling

Die Aktivist*innen von KOP setzen sich für Opfer rassistischer Polizeigewalt ein. Racial Profiling ist eine diskriminierende Praxis, wird gemeinhin geächtet und ist in Deutschland verboten. Dennoch gibt es keine explizite juristische Regelung zu Racial Profiling. Artikel 3 Absatz 3 des Grundgesetzes besagt zwar: „Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat, seiner Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden.“ Dass solche Kontrollen stattfinden, belegen zahlreiche Berichte von Betroffenen. Recherchieren Sie einen Fall für institutionellen Rassismus (z.B. den Polizei in der Silvesternacht in Köln) oder beschreiben Sie ein Beispiel aus Ihrer eigenen Erfahrung – und diskutieren Sie diesen, indem Sie Argumente für beide Seiten finden und gegenüberstellen.

(vgl. Vortrag am 06.12.2017: Institutioneller Rassismus: Racial Profiling als zulässige Polizeipraxis? Vertreter/innen der Kampagne für Opfer rassistischer Polizeigewalt (KOP) und http://www.deutschlandfunkkultur.de/racial-profiling-rassismus-per-gesetz.976.de.html?dram:article_id=395051)

18.10.2017 – Eröffnungsveranstaltung

Das Seminar findet jeweils am Mittwoch, 16-18 Uhr c.t. in VMP 5, Raum 3034 statt. SEMINAR-Termine sind immer obligatorisch. Die WORKSHOPS unterstützen die Teilnehmer*innen in der Projektarbeit und sind Angebote zur Vertiefung ausgewählter Inhalte. Die Teilnahme an einem Workshop ist verpflichtend.

Eine Reihe von Terminen ist explizit für das ENGAGEMENT reserviert. Die Dozent/innen stehen für Beratung und Unterstützung zur Verfügung, die Teilnehmer*innen können die Zeit aber frei einteilen. Es gibt keine Präsenzpflicht.