Hamburger Institut für Berufliche Bildung (HIBB)

Klarer Appell an Ehrenamtliche: Strukturen sind da!

Am 12. Mai 2017 besuchten wir das Hamburger Institut für Berufliche Bildung (HIBB), das als Landesbehörde der Behörde für Schule und Berufsbildung (BSB) untergeordnet ist. Von Beate Kruse, der Referatsleiterin „Übergangsmanagement und berufliche Qualifikation“, wurden wir in die Aufgaben der Behörde und die Strukturen der Bildungsangebote eingeführt, die schulpflichtige Geflüchtete in Hamburg durchlaufen.

Neu Zugewanderte ab einem Alter von 16 Jahren werden durch das Informationszentrum des HIBB datenrechtlich als schulpflichtig erfasst, beraten und dann einer geeigneten Ausbildungsklasse zugewiesen; sind sie unter 16 Jahre alt, erfolgt die Beratung und eine Zuweisung in Internationale Vorbereitungsklassen (IVK) oder Basisklassen im Schulinformationszentrum (SIZ) des HIBB. Momentan besuchen 2750 solcher Jugendlicher ALPHA F- und AVM-Dual-Klassen. Während erstere die Alphabetisierung von Schüler/innen ohne Kenntnisse des lateinischen Alphabets zum Ziel haben, sollen letztere auf ESA (Erster Schulabschluss)- oder MSA (Mittlerer Schulabschluss)-Prüfungen vorbereiten.

Für die Dauer von zwei Jahren lernen Schüler/innen an 35 der berufsbildenden Schulen in Hamburg Deutsch, belegen Fächer wie Mathematik und Englisch und machen an zwei Tagen pro Woche Praktika in unterschiedlichen Betrieben. Diese Praktika sollen Einblicke in Berufe gewähren und zugleich durch das außerschulische Umfeld den Spracherwerb fördern. Die AVM-Dual-Klassen werden von einem Mentoringprogramm begleitet und setzen einen wesentlichen Schwerpunkt auf gemeinsame Reflexion innerhalb der Klassen. Um erfolgreich Praktika anbieten zu können, findet eine rege Zusammenarbeit des HIBB mit zahlreichen Akteuren statt. So tauscht sich das Institut regelmäßig mit Vertretern von Behörden und Wirtschaft über mögliche Programme aus. Das Motto lautet: „Informieren – diskutieren – sich abstimmen“.

Insgesamt zeichnete Frau Kruse ein positives Bild: Trotz hoher Anforderungen an die Flexibilität von Schulen, Betrieben, Mentor/innen und nicht zuletzt neu zugewanderten Schüler/innen verzeichnet das HIBB Zahlen zu Praktikumsversorgung und Ausbildungsabschlüssen, die für eine nachhaltige Entwicklung sprechen.

Hintergrund: Das HIBB ist für die Steuerung, Beratung und Unterstützung Hamburger Schulen sowie für die Weiterentwicklung der beruflichen Bildung und die Schulaufsicht zuständig. Das Referat „Übergangsmanagement und berufliche Qualifizierung“ bietet eine Schullaufbahnberatung für neu zugewanderte Jugendliche sowie Ausbildungsvorbereitung, Berufsqualifizierung sowie Berufs- und Studienorientierung an.

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