SCHURA – Rat der islamischen Gemeinschaften in Hamburg e.V. / Al-Nour Moschee

„Die Herausforderung der jüngsten Migrationswelle geht uns alle an.“
Daniel Abdin sieht auch religiöse Institutionen in der Pflicht.

Am 17. Mai besuchten wir die al-Nour Moschee in St. Georg. Es empfingen uns Daniel Abdin, Vorsitzender der Schura (Rat der islamischen Gemeinschaften in Hamburg e.V.) und des Islamischen Zentrums Al-Nour e.V., sowie der erste und zweite Imam der al-Nour. Die Moschee wurde als Exkursionsziel gewählt, da sie sich – besonders, doch nicht ausschließlich im Jahr 2015 – durch ihr Engagement für in Hamburg ankommende Geflüchtete hervorgetan hat.

Nach einer kurzen Einführung in die Geschichte der al-Nour Moschee gab uns Herr Abdin einen allgemeinen Eindruck von der Größe und Zusammensetzung der Gemeinde sowie deren Selbstverständnis (2.500 Gläubige kommen jeden Freitag zum Gebet in die Moschee!). Das Engagement der Gemeinde, für das sie mit verschiedenen Preise ausgezeichnet wurde, versteht Abdin als humanitäre Verantwortung gegenüber Menschen jedweder Herkunft und jeden Glaubens.

Konkret bezog er dieses Selbstverständnis auch auf das Engagement, das 2015 in der Moschee stattfand: Als täglich zahlreiche Geflüchtete in Hamburg ankamen, bot die al-Nour Moschee diesen in ihrem Gebetsraum Schlafplätze an. Pro Nacht kamen so 200 bis 600 Menschen unter, wurden mit Speisen und Kleidung versorgt und konnten Seelsorge in Anspruch nehmen. Neben der Unterstützung durch Hamburger Kirchen beteiligten sich zahlreiche weitere äußere Akteure, beispielsweise durch Essensspenden und Hilfe bei der Übersetzung. Neben dieser sofortigen Hilfe leisten Mitglieder der Gemeinde unter anderem im Rahmen des Projekts „Integrationspunkt Hamburg“ Beratung und Unterstützung verschiedener Art.

Abdin betonte während seines Vortrags, dass er religiöse Institutionen in der Verantwortung sehe, beim Abbau von Vorurteilen und bei der Bewältigung von Traumata zu helfen, respektvolles Miteinander zu vermitteln und Demokratie vorzuleben. Er sei stolz auf die Arbeit aller Helfer/innen und bedaure zugleich, dass die anfängliche Euphorie abgenommen habe.

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